Wildunfall – Vorsicht im Herbst

Wildunfall

Fast 263.000 Wildunfälle gab es 2015 in Deutschland. Dabei entstand ein Schaden von über 653 Millionen Euro, so der Bundesverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Gerade in der dunklen Jahreszeit verirren sich häufig Tiere auf die Straßen. Deshalb habe ich Tipps für Sie zusammengetragen, was bei einem Wildunfall zu beachten ist.

Die Herbstzeit ist gleichzeitig auch Unfallzeit auf Deutschlands Straßen: Die Bäume verlieren ihre Blätter, die Fahrbahnen sind nass von Regen und Tau, Nebel verschlechtert die Sicht. Der Berufsverkehr verschiebt sich nach der Zeitumstellung, dieses Jahr am 25. Oktober, immer weiter in die Dämmerung und Dunkelheit.

Obendrein steigt die Gefahr von Wildunfällen, denn momentan haben die Tiere Brunftzeit. Gleichzeitig verlieren sie in der Erntezeit ihre Verstecke in Feldern und Wiesen. Häufiger als sonst laufen sie deshalb wie blindlings auf die Straße.

An den 247.000 Wildunfällen sind am häufigsten Rehe beteiligt. Wobei die eigentliche Zahl an Unfällen auf fünf Mal höher geschätzt wird, da Zusammenstöße mit kleineren Tieren wie Fuchs oder Dachs nicht immer registriert werden.

Gerade hatten Sie noch freie Sicht. Im anderen Moment sehen Sie eine Tiersilhouette im Scheinwerferlicht. Da bleiben höchstens Sekunden, um als Autofahrer zu reagieren. Um einen Wildunfall zu vermeiden, sollten Sie darum immer auf eine mögliche Gefahrensituation vorbereitet sein.

Hinweise und Tipps zur Unfallvermeidung

Generell gilt beim Autofahren: Sicherheitsabstand zum Vordermann einhalten und Straßenränder im Auge behalten. Achten Sie gerade im Herbst verstärkt auf die Warnschilder zum Wildwechsel und reduzieren Sie in diesen Zonen die Geschwindigkeit. Da die Tiere in der Regel im Rudel unterwegs sind, kann einem Wildtier schnell ein weiteres folgen.

Wenn Sie ein Tier entdecken:

  • Fernlicht abblenden. Das Wild wird sonst geblendet und bleibt stehen, weil es nichts mehr sieht, oder läuft möglicherweise auf die Lichtquelle zu
  • Vollbremsung nur dann einlegen, wenn kein Auffahrunfall mit nachfolgendem Fahrzeug droht
  • Versuchen Sie, das Tier durch Hupen zu verscheuchen
  • Waghalsige Ausweichmanöver vermeiden. Oft sind Bäume oder Gegenverkehr die größeren Gefahrenquelle

Steht ein unvermeidbarer Zusammenstoß bevor:

  • Lenkrad festhalten
  • Fahrtrichtung beibehalten

Wie soll ich handeln, wenn ein Unfall passiert ist?

Sollte es doch zu einem Zusammenstoß kommen, bleiben Sie am Unfallort! Halten Sie an, legen Sie Ihre Warnweste an und sichern Sie die Unfallstelle ab. Vergessen Sie nicht, die Warnblinkanlage einzuschalten und das Warndreieck aufzustellen. Schalten Sie bei Dunkelheit zusätzlich die Fahrzeugbeleuchtung ein.

Versuchen Sie, das Tier möglichst an den Randstreifen zu schaffen, um Folgeunfälle zu vermeiden. Fassen Sie das Tier jedoch wegen möglicher Tollwutgefahr nicht mit bloßen Händen an.

Auch wenn das Tier nach dem Zusammenstoß weiter läuft: Informieren Sie in jedem Fall den Förster oder die Polizei. Diese stellen Ihnen eine Unfallbescheinigung beziehungsweise eine Wildschadensbescheinigung aus. Das Dokument benötigen Sie für eine mögliche Schadensregulierung beziehungsweise Kostenerstattung über Ihre Kfz-Versicherung.

Beseitigen Sie keine Spuren, bevor die Polizei den Wildunfall aufgenommen hat. Dies würde die Beweispflicht des Zusammenstoßes erheblich erschweren. Verboten ist übrigens auch, das Tier mitzunehmen, ob tot oder lebendig.

Wildunfall und Versicherung – wer zahlt den Schaden?

Kommt es zu einem Zusammenstoß mit Haarwild, so ist der Schaden an Ihrem Auto über die Teilkaskoversicherung versichert. Sollten Sie hingegen dem Tier ausweichen und dabei Ihr Auto beschädigen, ist dies in der Regel nicht über die Teilkasko gedeckt. In diesem Fall wird für den Schaden am eigenen Fahrzeug nur bei vorhandener Vollkaskoversicherung geleistet.

Sollte Dritten ein Schaden entstanden sein, wenn Sie zum Beispiel ein parkendes Fahrzeug oder eine Leitplanke beschädigen, so werden diese Reparaturen aus der Kfz-Haftpflichtversicherung bezahlt. Die Konditionen für die Teil- und Vollkaskoversicherung können sich bei verschiedenen Unternehmen unterscheiden.

Kommen Sie gut und unfallfrei durch Herbst und Winter. Denn die beste Versicherung ist immer noch die, die man nicht braucht!

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