Weiberfastnacht und Karneval im Versicherungscheck

Weiberfastnacht und VersicherungDie fünfte Jahreszeit hat begonnen. Drei Monate lang werden Karneval, Fasching und Fastnacht gefeiert. Der Höhepunkt „Straßenkarneval“ startet im Februar 2016 mit der Weiberfastnacht. Sie wird traditionell mit dem Abschneiden von Krawatten eingeläutet. Doch ist das erlaubt? Diesen und weiteren Fragen rund um Karneval gehe ich in einem Versicherungscheck nach.

Jedes Jahr endet die fünfte Jahreszeit in Deutschland mit dem Straßenkarneval. Den Start dafür macht die Weiberfastnacht, am Donnerstag vor dem Rosenmontag. In der jetzt laufenden Saison fällt dieser auf den 4. Februar 2016. An diesem Tag ist es Brauch, dass Frauen die Krawatten der Männer abschneiden. Damit soll den Männern symbolisch die Macht genommen werden. Einen Tag lang haben nur die Frauen das Sagen.

Was überwiegt an Weiberfastnacht:Tradition oder Recht?

Ganz nüchtern betrachtet, wird durch das Abschneiden einer Krawatte das Eigentum eines anderen beschädigt. Wenn der Träger selbst damit nicht einverstanden ist, dann liegt eine rechtswidrige Eigentumsverletzung vor. Das bestätigte zum Beispiel ein Urteil aus dem Jahr 1988 vom Amtsgericht in Essen.

Damals beschädigte eine Frau an Weiberfastnacht die Krawatte eines Besuchers in einem Reisebüro. Vor Gericht bekam der Beschädigte Recht, da die Beklagte bewusst und damit vorsätzlich gehandelt habe. Sie wurde zu Schadensersatz wegen Eigentumsverletzung verklagt.

Gerade in Karnevalshochburgen kann ein solcher Fall anders entschieden werden, wenn der Träger der Krawatte ausdrücklich oder stillschweigend mit dem Abschneiden des Schlips einverstanden ist. Die Rechtssprechung geht in manchen Fällen sogar von einer stillschweigenden Einwilligung aus, wenn Männer in Städten wie Köln oder Düsseldorf an Weiberfastnacht überhaupt eine Krawatte tragen. Dann kann er hinterher auch keinen Schadensersatz mehr geltend machen.

Der Rechtsanwalt Christian Solmecke hingegen erklärt in seinem YouTube-Kanal, dass das Abschneiden einer Krawatte rechtlich immer eine klare Eigentumsverletzung ist – auch an Weiberfastnacht. Außerdem geht er den Fragen nach, ob man an Karneval verkleidet zur Arbeit kommen und während der Arbeitszeit Faschingsmusik hören darf.

Andere Versicherungsfälle rund um Karneval

Doch neben diesem Brauch an Weiberfastnacht gibt es noch weitere Versicherungsfälle rund um die fünfte Jahreszeit. Denn vor allem an Straßenumzügen werden gerne Bonbons, Pralinen oder ganze Schokoladentafeln geworfen. Wer haftet, wenn ich von einem dieser Wurfgeschosse getroffen und verletzt werde?

Wer von diesen Gegenständen getroffen wird, hat in der Regel keinen Anspruch auf Schmerzensgeld. So entschied das Amtsgericht Köln 2011 folgendermaßen: „Wer an einem Rosenmontagszug als Zuschauer teilnimmt und sich in Wurfweite der Wagen stellt, muss damit rechnen, bei mangelnder Aufmerksamkeit unerwartet von einem Gegenstand üblicher Größe und Beschaffenheit getroffen zu werden.“ Einen Schutz vor möglichen Kosten in der Folge eines solchen Unfalls bietet eine private Unfallversicherung.

Im närrischen Treiben kann es auch zu versehentlich angerichteten Schäden kommen. Schnell hat man ein Brandloch mit der Zigarette einem fremden Kostüm verursacht. Oder Sie verletzen jemanden beim ausgelassenen Feiern und Tanzen im Gedränge eines Karnevalumzugs. In diesen Fällen springt die Privathaftpflichtversicherung ein.

Übrigens dürfen Sie auch maskiert Autofahren – zumindest unter bestimmten Voraussetzungen. Allerdings darf „durch Ihre Kostümierung weder Sicht, noch Gehör oder Bewegungsfreiheit eingeschränkt“ werden, erklärt die Rechtsschutzversicherung D.A.S..

Genießen Sie die närrische Zeit und passen Sie auf und passen Sie auf sich auf. Falls Sie rechtliche Fragen haben, nutzen Sie die telefonische Sofort-Rechtsberatung bei unserem Rechtsschutz.

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