Was ist eigentlich eine Innovation?

Ob nun Smartphones, Lebensmittel oder Autos – eine Innovation jagt die nächste. Was, so frage ich mich sicher nicht als einzige, ist überhaupt innovativ an all diesen „Neuheiten“?

InnovationNeulich, morgens am Frühstückstisch: Neben den alltäglichen Neuigkeiten aus Politik und Zeitgeschichte lese ich – mal wieder – von einer sogenannten Innovation: Forscher haben eigens für Senioren ein Brot ohne Kruste entwickelt. Meine Begeisterung hält sich – nicht nur aufgrund der morgendlichen Müdigkeit – in Grenzen: Brot bleibt Brot, was ist daran innovativ?

Überhaupt, es gibt heute kaum mehr einen Hersteller oder Unternehmer – ERGO Direkt nicht ausgeschlossen –, der nicht von sich und seinen Produkten behaupten würde, innovativ zu sein. Ob allerdings die fünfte Generation eines Smartphones, die xte Version eines Autos oder eben eine neue Brotsorte wirklich bahnbrechende Erfindungen sind, ist in meinen Augen fraglich.
Produktentwicklern und Marketingleiter, die von Innovationen sprechen, fällt wohl kein innovativerer Begriff ein, als diese inflationär gebrauchte Worthülse. Verliert das Etikett „Innovation“ damit nicht langsam an Bedeutung?

Was ist eine Innovation?

Eine Innovation ist eine Neuheit oder Erneuerung sagt der Duden – eine banale, hier aber wenig hilfreiche Definition. Schließlich kann dann auch das von mir höchstpersönlich und individuell zusammengestellte Frühstücksmüsli, das ich beim Zeitungslesen genossen habe, als innovativ gelten. Denn dieses Geheimrezept an Körnern, Nüssen und Obst hat so sicher noch keiner gemischt.

Allerdings, so finde ich bei weiterer Recherche heraus, ist eine neue Erfindung – eine bloße Invention – nicht mit einer Innovation gleichzusetzen. Von einer Innovation wird in Fachkreisen nur dann gesprochen, wenn sich deren Einsatz im Unternehmen oder im Markt bewährt. Damit meine Müslimischung also diesen Titel verdient, müsste ich sie auf den Markt bringen, wo sie, da bin ich sicher, auf rege Nachfrage der Rosinenphobiker dieser Welt stoßen würde.

Und ich lerne noch etwas: Jene Produktversionen und -änderungen, deren Neuigkeitswert ich einleitend in Frage gestellt habe, dürfen sich tatsächlich berechtigterweise Innovationen nennen und zwar „inkrementelle Innovationen“. Grundlegend neue Erfindungen, z.B. jene revolutionären Entwicklungen wie Dampfmaschine, Auto, Computer und Co., die das Alltagsleben ihrer Zeit gehörig durcheinandergewirbelt haben, heißen übrigens „radikale“ Innovationen.

Vom Suchen und Finden bahnbrechender Ideen

Einige Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, dass große Erfolge nicht immer vorausgeplant werden können: Jeder kennt das Märchen vom Harvard-Studenten Mark Zuckerberg und seiner Idee, ein Online-Jahrbuch zu veröffentlichen – Facebook und damit das derzeit größte soziale Netzwerk der Welt war geboren. Das Prinzip des Tipp-Ex wurde in den 1960er Jahren nicht etwa von einer großen Firma erfunden, sondern von der Sekretärin Bette Nesmith Graham, die im Büro vertippte Zeichen mit Lack überpinseln wollte. Auch den Trendsport Kitesurfen haben nicht findige Marketingstrategen auf den Weg gebracht, sondern eine Gruppe passionierter Extremsportler.

Die Moral von der Geschicht‘? Ein Innovator braucht vor allem eines: einen richtig guten Einfall. Und der kommt oft zufällig. Deshalb existieren in Unternehmen oftmals eigene Abteilungen und Projekte für die Ideenfindung. Bei ERGO Direkt zum Beispiel kümmert sich eine Arbeitsgruppe zur „Analogisierung von Trends und Regelbrüchen“ darum, Trends und Entwicklungen zu filtern und daraus Innovationen für unseren Vertrieb abzuleiten. Von ihnen stammt beispielsweise die Idee, dass Kunden Teile ihrer Korrespondenz einfach per Foto an uns einschicken können.

Außerdem haben mit dem ERGO Direkt Ideen-Portal alle unsere Mitarbeiter die Möglichkeit, sich aktiv auf der Suche nach Innovationen zu beteiligen. Hier fand unter anderem unser Tarif „Zahn-Ersatz-Sofort“ seinen Ursprung. Daneben gab es hier im Haus, wie erst kürzlich von meinem Kollegen Andreas Morawietz beschrieben („Innovationen bei ERGO Direkt“), weitere, durchaus beachtliche Versicherungsinnovationen.

Sicher, wir haben nicht den Buchdruck oder die Eisenbahn erfunden, aber ich finde, für einen Versicherer klingt das doch alles gar nicht schlecht. Haben Sie noch weitere Ideen für innovative Versicherungen? Dann schreiben Sie mir gerne einen Kommentar!

 
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