Umfrage: Deutsche geben dem Bildungssystem die Note 3

Wir haben über 3.000 Personen gefragt, wie gut sie die Schule auf ihr Leben vorbereitet hat und wie zufrieden sie mit dem deutschen Bildungssystem sind. Das Ergebnis: Die Deutschen geben ihm nur ein „befriedigend“.

Sie kennen sicherlich das Sprichwort „Man lernt nicht für die Schule, sondern für’s Leben.“ Doch aus Sicht vieler Deutscher scheint dies nicht immer zuzutreffen. Jeder Vierte fühlt sich demnach durch seine Schulzeit schlecht auf das eigene Berufsleben vorbereitet – je älter die Teilnehmer der Umfrage, desto schlechter die Bewertung. Auch bezüglich des Konfliktverhaltens sieht sich fast jeder dritte Befragte nicht gut genug auf die Realität vorbereitet. Der schlechteste Wert geht aus der Frage hervor, wie gut das Verständnis über Gesundheit, Ernährung und Sport der Deutschen geschult wird. Mehr als 36 Prozent sind der Meinung, dass dieses Thema kaum oder zu schlecht vermittelt wird.

Ich bin schon immer neugierig auf die Welt und wollte andere Kulturen kennenlernen. Das Schulfach, das mich besonders geprägt hat, ist darum Erdkunde. Dieser Wahl schließen sich 28,8 Prozent der Deutschen an – auch sie hat vor allem Erdkunde auf das spätere Leben vorbereitet. Welche Fächer für einen großen Teil der Deutschen noch viel prägender waren, sehen Sie hier:

Die bedeutendsten Fächer für die Deutschen

  • Deutsch (65,7 Prozent)
  • Mathematik (59,1 Prozent)
  • Geschichte, Politik, Sozial- und Gemeinschaftskunde (38,3 Prozent)
  • Fremdsprachen (31,8 Prozent)
  • Naturwissenschaften (31,1 Prozent)
  • Erdkunde / Geographie (28,8 Prozent)
  • Wirtschaft (26,8 Prozent)
  • Sport (21,4 Prozent)
  • Werkunterricht (20,4 Prozent)

Positive Prägung durch die Lehrer
56,2 Prozent der Befragten würden sagen, dass sie maßgeblich eine Lehrerin oder ein Lehrer geprägt hat. Und das nicht nur in den Schulfächern sondern auch in Bezug auf das Leben und den eigenen Charakter. Für jeden Dritten trifft das auf die Allgemeinbildung zu, jeder Vierte sieht sich im eigenen Selbstvertrauen und auch im selbstständigen Arbeiten durch eine Lehrerin oder ein Lehrer in der eigenen Schulzeit geprägt.

Zeugnis für das deutsche Bildungssystem
In der Onlinebefragung wurden die Teilnehmer unter anderem gebeten, Schulnoten für die Vorbereitung auf das eigene Leben sowie die eigene Zufriedenheit mit einigen Aspekten aus dem Bildungssystem zu vergeben:

Zeugnis für das deutsche Bildungssystem - Onlinebefragung der Stiftung Internetforschung

Zeugnis für das deutsche Bildungssystem – Onlinebefragung der Stiftung Internetforschung


Reformbedarf am deutschen Bildungssystem
Für viele Deutsche ist das Bildungssystem in die Jahre gekommen, hat unsere Umfrage ergeben. Eine Mehrheit von 68,2 Prozent fordert: Das deutsche Bildungssystem muss reformiert werden. Nur zehn Prozent der befragten Personen sind mit der aktuellen Situation zufrieden. Die folgende Infografik zeigt, welche Änderungen sich die Deutschen konkret wünschen und welche Elemente sie beibehalten wollen:

Über die Änderungswünsche am deutschen Bildungssystem - Onlinebefragung der Stiftung: Internetforschung

Über die Änderungswünsche am deutschen Bildungssystem – Onlinebefragung der Stiftung: Internetforschung

Die repräsentative Umfrage zum Thema Bildung hat die Stiftung: Internetforschung im Auftrag von ERGO Direkt Versicherungen durchgeführt. Dafür wurden im Dezember 2013 insgesamt 3.122 Deutsche ab 18 Jahren mit Internetzugang befragt.

Laden Sie sich hier die kompletten Studienergebnisse als PDF herunter.

Was würden Sie gerne am deutschen Bildungssystem ändern? Was war an Ihrer Schulzeit besonders gut?

Was sagen Sie zu diesem Thema?

1 Kommentar

  1. Lothar Kohl schreibt am 4. Februar 2014 um 11:18:

    Das Thema Bildung ist wirklich ein sehr kontroverses…
    Unser Sohn ist seit September in der ersten Klasse und bereits vor der Einschulung waren wir mit der Entscheidung konfrontiert, die Regel- oder Sprengel-Schule oder eine alternative Schulform (Montessori, humanistisch, etc.) mit monatlichem Schulgeld zu wählen.
    Was ist richtig? Was ist falsch? Kann man das überhaupt so sagen? Welche Schulform ist näher an der realen Welt? Bereitet diese Schulform dann auch den besten Weg in die reale Welt? Welche Klassengröße ist von Vorteil? Was passiert, wenn ein Jobwechsel einen Ortswechsel mit sich bringt?
    Letztlich ist eines für uns sicher: die Regeln, zu denen meine Frau und ich vor mehr als 20 Jahren zur Schule gegangen sind, greifen nicht mehr. Oder doch? War es bei uns wirklich so, dass unsere Eltern sich keine Gedanken über die damalige schulische Bildung gemacht haben oder war einfach das Angebot knapper und letztlich nur der Einstieg vorgegeben.
    Aber wie gesagt, wir stehen auch erst ganz am Anfang unserer Schulkarriere als Eltern…
    Aus unserer Erfahrung (haben uns für Regelschule entschieden) ist es entscheidend, was wir mit unserem Sohn aus und in der gegebenen Situation machen. Liebe, Aufmerksamkeit und Verantwortung der Eltern ist das, was aus unserer Sicht unser Kind wirklich ‚groß‘ werden lässt. Die Tendenz, Kinder an der Schulpforte abzugeben und am späten Nachmittag aus der KiTa wieder abzuholen, sehen wir eher als Gefahr als vermeintlich veraltete Lehrmethoden oder fachliche Zuschnitte von Unterrichtsstunden.

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