Tierrekorde: die außergewöhnlichsten Tierzähne

Tierrekorde

Im Zusammenhang mit Zähnen ist meistens von den menschlichen Beißern die Rede. Unsere Merkmale eines gesunden Kauwerks sind vor allem weiße, gerade, strahlende Zähne. Aber wie sieht es mit den tierischen Zähnen aus? Ich blicke auf einige Tierrekorde.

Bei uns Menschen strahlen die perfekten Zähne Schönheit, Gesundheit und Jugend aus. Damit unterscheiden wir uns von Tieren. Für sie sind die Zähne Werkzeuge, Waffen und Drohgebärde. Ich habe mich auf die Suche nach den außergewöhnlichsten Zähnen im Tierreich gemacht.

Tierrekorde: Top 5 der Zähne

Den Anfang der Tierzahn-Rekorde macht die Maus. Mit ihren elf Zentimetern Körperlänge und einem Gewicht von etwa 50 Gramm ist die Maus eines der kleinsten Säugetiere der Welt.

Und dennoch hält sie den Rekord der härtesten Zähne. Die Mohssche Härteskala legt die verschiedenen Härtegrade von Materialien fest. Talk hat einen Härtegrad von 1. Edelsteine besitzen einen Härtegrad von 5. Der Diamant erreicht einen Härtegrad von 10 und ist das härteste natürlich vorkommende Mineral. Mäusezähne haben auf dieser Härteskala einen Wert von 9,6.

Der nächste Kandidat der Tierrekorde stammt ebenfalls aus der Familie der Säugetiere. Es ist der einzige überlebende der sogenannten Gepanzerten Nebengelenktiere. Das Gürteltier. Mit 104 Zähnen hält es den Rekord für die meisten Zähne. Den ersten Platz in der Kategorie „die meisten Zähne“ muss sich das Gürteltier übrigens mit einem Wassersäuger teilen – dem Delfin. Der ostpazifische Delfin hat 252 Zähne in seinem langen Maul.

Nach den härtesten und meisten Zähnen dürfen natürlich die größten und schwersten Zähne nicht fehlen. Und es ist keine Überraschung, dass der Elefant der Gewinner dieses Rekords ist. Im Jahr 1897 wurden die Stoßzähne eines Elefanten auf zusammen 211 kg gewogen. Um 1900 herum fand man einen einzigen Stoßzahn, der alleine 117 kg wog. Mit fünf Metern gehörten die längsten Stoßzähne dem ausgestorbenen europäischen Waldelefanten. Zu sehen sind die Stoßzähne eines Elefanten übrigens immer nur zu 2/3. Der Rest ist tief im Kiefer verankert.

Eine weitere Kategorie der Tierrekorde sind die gefährlichsten Zähne. Und wen wundert es: die Gewinner finden wir alle unter Wasser. Auf Platz 1 der schärfsten Zähne ist der Hai. Die Zähne sind bei den unterschiedlichen Haiarten zwar verschieden geformt – man sollte allerdings tunlichst vermeiden, die Zähne aus der Nähe zu betrachten. Gleich hinter den Haizähnen kommen die spitzen Beißer der Piranhas. Platz 3 belegt das Krokodil. Die rund 60 scharfen, kegelförmigen Zähne sieht man sich auch lieber nur im Fernsehen an.

Immer nachwachsende Zähne – das fehlt den Menschen

Zahnkronen, Brücken oder Vollprothesen – irgendwann ist es bei den meisten Menschen soweit, dass sie die Dritten brauchen. Den meisten Säugetieren geht es so, dass sie nur zwei Sätze an Zähnen haben. Auch in dieser Kategorie ist der Elefant der Sieger. Er hat fünf Sätze an Mahlzähnen.

Noch besser als mehrfache Zahnanlagen sind immer nachwachsende Zähne. Dieser besondere Fall der Tierrekorde tritt zum Beispiel bei Nagern, wie Ratten oder Hasen auf. Diese Tiere sind darauf angewiesen ständig zu knabbern, um die Zähne kurz zu halten. Es ist also wichtig, dass man Nagern, die in Gefangenschaft leben, den ganzen Tag Heu und Holzstücke zum abnagen ihrer Zähne anbietet. Allerdings, wenn ein Zahn ausfällt, fehlt dem gegenüberliegenden Zahn das Gegenstück. Häufig wächst der Zahn dann durch die Lücke durch und es kommt zu Verletzungen. Auch bei Seekühen schieben sich immer wieder neue Zähne vom hinteren Teil des Kiefers nach vorne.

Um nicht nur bei den Säugetieren zu verharren, ist bei nachwachsenden Zähnen auch der Hai zu nennen. Der Hai hat ein sogenanntes Revolvergebiss. Bricht ein Zahn ab, rückt ein Neuer nach. In einem Haileben können das bis zu 30.000 Zähne sein. Auch Krokodile profitieren von nachwachsenden Zähnen.

Weitere Rekordhalter

Diese zwei Tierarten haben ebenfalls Zähne – und ihnen sieht man das wirklich nicht an. Moskitos haben 47 Zähne in ihrem winzigen, 15 Millimeter großen Körper. Auch die Schnecke überrascht. Sie hat 25.000 zahnartige Gebilde auf ihrer Zunge.

Zähne spielen eine wichtige Rolle bei uns Menschen und im Tierreich. Es ist also nicht verwunderlich, dass es nur wenige Tiere gibt, die ganz ohne Zähne auskommen. Gerade bei den Säugetieren lassen sich diese fast an einer Hand abzählen: zehn Arten von Walen, acht Arten von Schuppentieren und drei Arten von Ameisenbären. Für die Futteraufnahme spielt dafür die Zunge eine zentrale Rolle. Bei großen Ameisenbären kann die Zunge bis zu 60 Zentimeter lang werden.

Wir wissen jetzt, dass Tierzähne Waffen sein können, zur Nahrungsaufnahme dienen oder Zeichen von Stärke sind. Zähne können aber noch mehr. Bei Pferden kann man an der Veränderung der Form und Farbe der Zähne das ungefähre Alter des Pferdes ablesen.

Ich finde es erstaunlich, wie wichtig die Funktion von Zähnen ist. Gerade im Tierreich kann ein ausgeschlagener oder abgebrochener Zahn ein elendes Ende bedeuten. Sei es, weil das Tier kein Futter mehr aufnehmen kann oder sich nicht mehr verteidigen kann. Es ist also kein Wunder, dass sich die Zähne im Laufe der Zeit an die Bedürfnisse des Besitzers angepasst haben. Bekanntschaft möchte ich allerdings weder mit den härtesten, meisten, schwersten, größten oder gefährlichsten Tierzähnen machen.

Weitere Informationen rund um das Thema „Zahn“ und zur Zahngesundheit finden Sie auch in unserem Themenschwerpunkt

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