Auch der Zeugwart gehört zum Team von SpVgg Greuther Fürth

Hardy Hiesinger trägt seinen Teil zum Erfolg der SpVgg Greuther Fürth bei – zum Beispiel auch durch das Umfärben der Fußballschuhe.

Zeugwart der SpVgg Greuther Fürth

„Ich bin an den Spielern ganz nah dran“, sagt Zeugwart Hardy Hiesinger.

Hardy Hiesinger ist seit 2012 als Zeugwart im Team der SpVgg Greuther Fürth aktiv und lebt seine Liebe zum Fußball dadurch voll aus. Zum bevorstehenden Derby gegen den 1. FC Nürnberg habe ich mit dem 49-Jährigen über die Aufgaben eines Zeugwarts gesprochen.

Konrad Welzel: Echte Fußballfans wissen, was ein Zeugwart ist. Manch anderer kann sich unter der Bezeichnung aber eher weniger vorstellen. Welche Aufgaben erledigen Sie denn in Ihrem Beruf?

Hardy Hiesinger: Meine Aufgaben sind sehr vielfältig. Damit sich die Spieler ausschließlich auf das Training beziehungsweise das Spiel konzentrieren können, kümmere ich mich darum, dass das komplette Trainingsmaterial abholbereit ist. Vor jedem Training bestücke ich die Schränke der Spieler und lege die Trainingsausrüstung auf den Spielerplätzen in der Kabine bereit. Vor Spielen lege ich für jeden Spieler ein ganz individuelles „Paket“ zurecht. Jeder von den Jungs hat noch den ein oder anderen speziellen Wunsch, was er an einem Spieltag braucht: Besondere Socken, Unterziehsachen oder bestimmte Schienbeinschoner. Die Spieler müssen sich also nur noch auf ihren Platz setzen und sich um nichts mehr kümmern. Außerdem prüfe ich die Bälle, bereite Getränke vor und wasche die Trainingsklamotten.

Konrad Welzel: Müssen Sie rund um die Uhr für die Spieler erreichbar sein?

Hardy Hiesinger: Es kam sicherlich mal vor, dass ich nach der Arbeit angerufen wurde, weil ein Spieler was vergessen hat, aber in der Regel habe ich meine festen Arbeitszeiten während des Trainings und der Spiele.

Konrad Welzel: Das klingt, als hätten Sie ganz schön zu tun. Was macht für Sie den Reiz an diesem Beruf aus?

Hardy Hiesinger: Meine Aufgabe wird gewürdigt und ich trage so einen Teil zum Erfolg der Mannschaft bei. Da man komplett in alle Abläufe im Training oder beim Spiel eingebunden ist, lebt man richtig mit! Ganz besonders ist für mich, dass ich nah an den Spielern und am täglichen Trainings- oder Spielbetrieb dran bin. Vor jedem Spiel gibt es auch ein festes Ritual mit der Mannschaft: Nach der Ansprache des Trainers stehen die Spieler auf und gehen aus der Kabine. Das komplette Betreuerteam – also auch ich – klatscht dann nochmal mit den Spielern ab und wünscht ihnen viel Glück.

Konrad Welzel: Was war eines der ungewöhnlichsten Dinge, die Sie für einen Spieler erledigen mussten?

Hardy Hiesinger: In meiner Laufbahn habe ich schon so einige Dinge erlebt. Gerade seit es diese bunten Fußballschuhe gibt, musste ich schon mehrmals ran und die Schuhe nach Belieben umfärben. Ob sie dann letztendlich auch im Spiel getragen wurden, ist eine andere Geschichte. Es gab natürlich noch skurrilere Erlebnisse, aber das erzähle ich lieber nicht (schmunzelt).

Konrad Welzel: Schade. Aber Sie können vielleicht noch etwas dazu sagen, wie eng Ihr Draht zu den Spielern ist. Denn durch Ihre Aufgabe als Zeugwart sind Sie so etwas wie eine Absicherung der Spieler: Sie halten Ihnen den Rücken frei, damit die sich auf den Sport konzentrieren können.

Hardy Hiesinger: Zu Spielern, die schon länger hier sind, habe ich natürlich einen engen Draht aufgebaut. Auch mit den vielen Neuen komme ich sehr gut klar, auch wenn sie meinen Humor nicht immer sofort verstehen. Ich gebe oft den strengen Zeugwart, aber das ist nur Spaß, denn ich pflege einen lockeren Umgang mit den Spielern.

Konrad Welzel: Als ehemaliger Fußballspieler ist sicherlich ein Traum für Sie wahr geworden, durch die Stadien Deutschlands zu reisen und die Stars der 1. und 2. Bundesliga zu treffen. Was war Ihre interessanteste Begegnung in den Stadien?

Hardy Hiesinger: Da gibt es viele interessante Begegnungen. Ein Highlight war sicherlich, als ich mit Manuel Neuer – damals noch bei Schalke 04 – im Trainingslager eine Cola getrunken habe. Man trifft auch immer wieder Altbekannte in den Stadien. So freue ich mich immer, wenn ich auf Axel Bellinghausen oder Daniel Adlung treffe. Es ist allgemein schön, die verschiedenen Stadien, Kulissen und Fankulturen des deutschen Fußballs zu sehen.

Konrad Welzel: Lassen Sie sich für das Derby gegen den 1. FC Nürnberg etwas Besonderes einfallen, um die Mannschaft zu motivieren?

Hardy Hiesinger (lacht):  Ich gehe dieses Spiel wie jedes andere an.

Herr Hiesinger, ich danke Ihnen für das Gespräch und drücke Ihnen und der SpVgg Greuther Fürth die Daumen für das Derby.

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