Spaß on Board – So schalten Sie Gefahrenquellen beim Snowboarden aus

Snowboarder beim Sprung auf der Piste

Unter den Wintersportarten genießt Snowboarden ohne Frage den höchsten Coolness-Faktor. Allerdings ist auch das Verletzungsrisiko deutlich höher als etwa beim Skifahren.

Vor allem Anfänger mit wenig Erfahrung auf dem Board sind häufig Verursacher von Unfällen auf der Piste. Tatsächlich ist der beliebte Sport aber gar nicht so gefährlich, wenn eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Können erfolgt und einige wichtige Spielregeln beachtet werden.

Bevor es losgeht

Für eine sichere Abfahrt ist ausschlaggebend, dass Ihr Snowboard individuell auf Sie angepasst ist. Die richtige Länge des Snowboards wird im Verhältnis zur Körpergröße ermittelt. Als Orientierungswert gilt eine Boardlänge, die entweder der Schulter- oder Kinnhöhe des Snowboarders entspricht. Allerdings beeinflussen natürlich auch Gewicht, Schuhgröße und Fahrstil die Größe des Boards.

Anfängern werden eher kürzere Boards empfohlen, da sie leichter zu lenken sind. Für Tiefschneefahrer sollte das Snowboard im Idealfall etwas länger sein. Ein weiteres Auswahlkriterium ist der Härtegrad des Snowboards. Weiche Boards eignen sich eher für Anfänger, da sie mehr Fehler verzeihen. Harte Boards verlangen mehr technisches Können, punkten dafür aber auch bei der Geschwindigkeit und Performance.

Die Snowboardbindungen sorgen für die Kraftübertragung auf das Board. Die Art der Bindung ist abhängig vom Fahrstil und vom gewählten Boardtyp. In jedem Fall muss die Bindung exakt mit Ihrem Snowboardboot kompatibel sind. Lassen Sie sich dazu am besten im Fachhandel beraten.

Bevor Sie sich mit dem Snowboard ins weiße Getümmel stürzen, sollten Sie immer prüfen, ob Ihr Equipment in intaktem Zustand ist, insbesondere die Bindungen: Sind die Schrauben vollzählig und sitzen fest? Sind die Zahnriemen, Schnallen und Straps intakt?

Das Snowboard selbst sollte keinen Rost an den Kanten oder Risse im Belag oder an den Seiten aufweisen und gewachst sein. Sehr harten und stabilen Belag sollten Sie häufiger mit Wachs behandeln. So sorgen Sie für Ihre Sicherheit und erhöhen gleichzeitig den Fahrspaß.

Auch wenn es kalt ist, denken Sie unbedingt an einen guten Sonnenschutz. Je mehr Höhenmeter, desto kräftiger auch die einfallende UV-Strahlung. Dieser Effekt wird durch den reflektierenden Schnee noch zusätzlich verstärkt. Benutzen Sie eine nachfettende und wasserfeste Sonnencreme, die sich bei Kontakt mit Schnee nicht sofort abwäscht.

Checken Sie außerdem die aktuellen Lawinenwarnungen. Beachten Sie neben der aktuellen Lawinenwarnstufe auch die Steilheit des Hanges, die Hangexposition und die Hangform. Steile Hänge sind stärker lawinengefährdet. Meiden Sie in jedem Falle Regionen abseits der befestigten Pisten.

Sicherheit vor Optik – Die richtige Snowboard-Kleidung

Wer sich im kalten Schnee sportlich betätigen möchte, braucht natürlich entsprechende Kleidung. Schutz vor Kälte und Nässe sind aber bei weitem nicht die einzigen Kriterien für ein geeignetes Snowboard-Outfit. Ganz ohne Stürze werden Sie selbst als Profi auf dem Brett nicht auskommen und nicht immer landet man weich im Schnee. Gerade auf vereisten und harten Flächen kann ein Sturz auch böse enden.

Ohne Helm der europäischen Sicherheitsnorm EN 1077 sollten Sie sich niemals aufs Board wagen. Die Norm stellt sicher, dass der Snowboardhelm auf Stöße und Durchstichfestigkeit geprüft wurde. Achten Sie beim Kauf auf eine gute Passform. Der Helm sollte nicht eng und unbequem sein, noch so weit, dass er bei einem Sturz verrutschen könnte. Achten Sie außerdem auf folgende Merkmale:

  • Die Riemen müssen stabil und leicht verstellbar sein.
  • Das Kinnband sollte gepolstert sein, damit es nicht reibt oder drückt.
  • Der Verschluss muss sich auch mit Snowboard-Handschuhen leicht öffnen und schließen lassen.

Tipp: Schließen Sie bei der Anprobe das Kinnband zunächst nicht. Schütteln Sie dann den Kopf von links nach rechts und von oben nach unten. Bleibt der Helm auf Ihrem Kopf sitzen, ohne zu wackeln oder zu verrutschen, haben Sie die perfekte Passform gefunden.

Entscheiden können Sie sich beim Snowboardhelm zwischen zwei Sicherheitsklassen: Vollschalenhelme bedecken die Schläfen und Ohren vollständig und bieten bei Unfällen einen hohen Schutz gegen das Eindringen spitzer Gegenstände. Für Hobbysnowboarder eignen sich auch bequemere Halbschalenhelme, die das Ohr nicht komplett umschließen.

Ebenfalls unverzichtbar ist eine gute Snowboardbrille, sie bietet sicheren Schutz vor der gefährlichen UV-Strahlung und klare Sicht bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Bei bewölktem Himmel versprechen hell getönte Gläser die bessere Sicht. Haben Sie einen wolkenlosen Tag auf der Piste erwischt, sind Sie mit dunklen Gläsern besser beraten. Im Idealfall haben Sie für beide Varianten das passende Modell. Viele Hersteller bieten auch Wechselsysteme an.

 

Weil Brille und Helm am Ende eine Einheit bilden sollen, nehmen Sie Ihren Schutzhelm am besten mit zum Brillenkauf. Folgendes sollten Sie beim Kauf beachten:

 

  • Der Helm darf die Snowboardbrille nicht nach unten drücken. Zwischen Helm und Brille sollte kein Spalt entstehen.
  • Robuste, bruchsichere Brillen aus kratzfestem Kunststoffglas splittern bei einem Sturz nicht.
  • Eine Anti-Fog-Beschichtung auf der Innenseite der Gläser verhindert, dass die Brille beschlägt.
  • „Over-the-Glasses“-Modelle lassen sich mit einer normalen Brille kombinieren, falls Sie eine Sehhilfe benötigen.

Zu einer guten Snowboard-Ausrüstung gehören außerdem Protektoren für Rücken, Knie, Ellenbogen und Handgelenke. Verletzungen am Handgelenk zählen zu den häufigsten Folgen von Unfällen mit dem Snowboard. Aber auch Knochenbrüche und Prellungen können dem Spaß im Schnee schnell ein jähes Ende bereiten.

Tipp: Bei Snowboardhandschuhen sind die Handgelenkschützer schon eingebaut und warme Finger gibt es noch dazu! Empfehlenswert ist ein Handgelenksschutz, der den Schlag auf das empfindliche Gelenk abdämpft. Der Druck des Aufpralls sollte gleichmäßig auf den Arm verteilt werden, damit sich der Bruch nicht einfach verlagert.

Weil insbesondere Stürze auf den Rücken ein erhebliches Risiko für schwere Verletzungen und bleibende Schäden bergen, sollten Sie außerdem an einen guten Rückenschutz denken. Ein Rückenprotektor sollte die gesamte Wirbelsäule von den Halswirbeln bis zum Lendenbereich abdecken. Probieren Sie den Rückenprotektor vor dem Kauf unbedingt an. Ein gutes Modell sitzt wie eine zweite Haut und bietet dabei genug Bewegungsfreiheit.

Tipp: Vorm Kauf sollten Sie sichergehen, dass Sie sich in dem Protektor problemlos beugen können. Bei der Anprobe kann es auch helfen, wenn Sie kräftig mit den Armen rudern, um Ihre Bewegungsfreiheit zu testen.

Auch wenn eine Beanie auf der Piste stilecht und lässiger aussehen mag als ein Helm, raten Profis von solchen Style-Entscheidungen ab. Bei der Snowboard-Ausrüstung gilt: Sicherheit geht immer vor Optik!

Snowboarder mit Board, Helm und Snowboard-Brille in winterlicher Landschaft

Rücksicht ist die beste Vorsichtsmaßnahme

Die einfachste Maßnahme zur Verhütung von Unfällen auf der Piste ist gegenseitige Rücksichtnahme. Viele Stürze haben ihre Ursache in allzu kühnen Fahrmanövern, Überschätzung der eigenen Fähigkeiten oder schlicht Unachtsamkeit. Auch (Rest-)Alkohol ist kein guter Begleiter beim Wintersport.

 

Oberstes Gebot beim Snowboardfahren ist deshalb ein umsichtiges Verhalten gegenüber sich selbst und anderen. Nehmen Sie Rücksicht auf andere Wintersportler, wenn Sie sich auf der Piste bewegen: Seien Sie vorsichtig, wenn Sie ein- und anfahren und halten Sie ausreichend Abstand beim Überholen. Wenn Sie anderen Snowboardern und Skifahrern genügend Platz für ihre eigenen Bewegungen lassen, verhindern Sie Zusammenstöße. Vergewissern Sie sich stets, dass der Weg vor Ihnen frei und sicher ist. Sind Sie doch einmal zu Fuß auf der Piste unterwegs, benutzen Sie den Rand der Abfahrt.

 

Fahren Sie so, dass Sie stets die Oberhand über Ihr Board behalten. Risikoreiches Fahren sorgt vielleicht für einen vorübergehenden Adrenalinschub – bringt aber auch Sie und andere in Gefahr. Besonders Anfänger sollten zunächst eine Snowboardschule besuchen und von leichtsinnigen Selbstversuchen absehen.

Wählen Sie eine Geschwindigkeit, bei der Sie auch in schwierigen Situationen nicht die Kontrolle verlieren. Wenn Sie Ihre Fahrweise an die Sichtverhältnisse, das Wetter und die Beschaffenheit des Schnees anpassen, sind Sie immer auf der sicheren Seite. Damit Ihrem Abenteuer auf der Piste nichts im Weg steht, sollten Sie die FIS-Verhaltensregeln einhalten:

 

  1. Gegenseitige Rücksichtnahme.
  2. Verantwortungsbewusste, situationsangepasste Geschwindigkeit und Fahrweise.
  3. Vorausschauende Wahl der Fahrspur.
  4. Ausreichend Abstand beim Überholen.
  5. Umsicht beim Ein- und Anfahren.
  6. Vorsicht beim Anhalten. Räumung von Gefahrenzonen.
  7. Auf- und Abstieg am Rand der Abfahrt.
  8. Beachten der Markierung und der Signalisation.
  9. Hilfeleistung bei Unfällen.
  10. Ausweispflicht.

Richtiges Verhalten bei Unfällen

Sollten Sie dennoch mal eine ungeplante Landung in den Schnee hinlegen, versuchen Sie möglichst schnell wieder auf die Beine bzw. aufs Board zu kommen. Gerade bei engen und unübersichtlichen Stellen besteht sonst die Gefahr, dass andere Sportler Sie übersehen. Wenn Sie beobachten, dass andere Snowboarder oder Skifahrer verunglücken, sind Sie verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten, den Rettungsdienst zu rufen und die Unfallstelle abzusichern. Unter folgenden Notrufnummern können Sie im Ernstfall Hilfe erhalten:

  • Europaweit: Euronotruf 112
  • Deutschland: Rettungsdienst 112
  • Österreich: Alpinnotruf 140, Rettungsdienst 144
  • Schweiz: Rettungsflugwacht 1414, Rettungsdienst 144
  • Italien/Südtirol: Landesnotrufzentrale 118
  • Frankreich: Rettungsdienst 15

Alle am Unfall beteiligten Personen müssen ihre Personalien angeben, denn auf der Piste herrscht Ausweispflicht. Denken Sie daher unbedingt daran, in Ihrem Schneeoutfit einen Platz für dieses wichtige Dokument zu reservieren.

Absicherung gegen Unfälle

Auch mit der größtmöglichen Achtsamkeit werden sich Stürze beim Snowboarden nicht immer vermeiden lassen. Hinfallen und Wiederaufstehen gehören zu diesem Sport einfach dazu. Wer umsichtig fährt, entsprechende Kleidung und Schutzequipment verwendet und die eigenen Grenzen realistisch einschätzt, kann aber dafür sorgen, dass eventuelle Stürze zumeist glimpflich ausgehen.

Trotzdem: Snowboarden gehört zu den Risikosportarten und schwerwiegende Verletzungen des Kopfes oder der Wirbelsäule nach einem Sturz lassen sich nicht gänzlich ausschließen. Für ungetrübten Spaß im Winterurlaub empfiehlt es sich daher, zuvor den eigenen Versicherungsschutz zu überprüfen.

Eine private Unfallversicherung sichert Sie im Fall von dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach einem Unfall ab. Aber auch kleinere Verletzungen wie Knochenbrüche können Sie mit der Zusatzoption „Schmerzensgeld“ absichern.

Sollten bei einem schweren Unfall Bergungsarbeiten notwendig werden, sind diese oft immensen Kosten durch die Versicherung abgedeckt – auch im Ausland. Sollten Sie selbst einen Unfall verursachen, springt die Haftpflichtversicherung ein und übernimmt alle entstandenen Kosten an Personen und Sachen.

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