Sommerzeit – Verdruss oder Genuss?

Laut einer Langzeitstudie der DAK-Gesundheit erhöht sich das Herzinfarktrisiko bei einer Frühjahrs-Zeitumstellung. Ich frage mich: Brauchen wir die Sommerzeit überhaupt?

Am 30. März werden die Uhren nachts um eine Stunde vorgestellt.

Ich gestehe, ich bin ein Jammerlappen! Ich lamentiere bereits seit Tagen über die bevorstehende Zeitumstellung. Frühes Aufstehen ist mir ohnehin ein Graus und ich könnte schon heute vor Verzweiflung in den Bettvorleger beißen, wenn ich an den Verlust der Stunde denke, den man mir – wie ich finde, völlig unrechtmäßig und geradezu diktatorisch – aufzwingt.
Bislang dachte ich, die Sommerzeit sei eine zweifelhafte Errungenschaft der siebziger Jahre als Reaktion auf die erste Ölkrise, doch die Historie ist viel länger.

Vor und zurück – das Hü und Hott der Sommerzeit

Die Umstellung auf Sommerzeit erfolgte in Deutschland erstmals in den Kriegsjahren 1916 bis 1918. Während des zweiten Weltkrieges und in den Nachkriegsjahren wurde sie mehrere Male eingeführt und wieder ausgesetzt. Ab 1974 begannen die meisten Länder der damaligen Europäischen Gemeinschaft mit der sukzessiven Einführung der Sommerzeit. Die Bundesrepublik setzte sie, in Absprache mit der DDR, 1980 um. Eine einheitliche Vorgehensweise in der EU gibt es schließlich seit 1996. Hintergrund war stets die Energieersparnis als Folge der besseren Nutzung des Tageslichtes. Diese Hoffnung hat sich jedoch nie erfüllt – was abends an Licht gespart wird, wird in den frühen Morgenstunden an Heizenergie und Strom verbraucht.

Dennoch wird an der Umstellung festgehalten und am Wochenende ist es wieder so weit. Das heißt, in der Nacht von Samstag auf Sonntag werden um zwei Uhr MEZ die Zeitmesser um eine Stunde vor gestellt, also auf drei Uhr MEZ.

Einig sind sich alle darüber, dass sie sich nicht einig sind

Es gibt unzählige Pros und Cons zu diesem Thema. Fakt ist, dass es Menschen gibt, denen die verlorene Stunde echte Probleme bereitet. Wenn zum Beispiel die stundengenaue Einnahme von Medikamenten erforderlich ist, dann kann es sogar gesundheitsgefährdend werden. Babies und Senioren, die auf einen festen Rhythmus eingestellt sind, kommen mit der Umstellung häufig schlecht zurecht. Auch Menschen, die Schichtdienst verrichten, leiden unter dem ohnehin anstrengenden Berufsalltag durch die Zeitverschiebung besonders.

Eine neue Langzeitanalyse zeigt zudem, dass das Risiko für Herzbeschwerden in den Tagen nach der Zeitumstellung im Frühjahr um 25 Prozent höher liegt, als an anderen Tagen.
Fakt ist aber auch, dass viele die gewonnene Stunde im Sommer genießen. Eine Stunde mehr Helligkeit für Freizeitaktivitäten, fürs Grillen im Garten, den Besuch im Straßencafé oder im Biergarten – herrlich, ein echter Gewinn an Lebensfreude und natürlich ist auch die Gastronomie über zusätzliche Umsatzchancen glücklich.

Zu global für Alleingänge

Und eines ist zumindest unumstritten: Auch wenn ich die deutsche Gesamtbevölkerung dazu bewegen könnte, gegen die Zeitumstellung zu stimmen, es würde nur Sinn machen, wenn alle Länder, die die Sommerzeit haben, gemeinsam an einem Strang ziehen. Das leuchtet mir ein. Schließlich leben und arbeiten wir inzwischen viel zu vernetzt und international, als dass ein Alleingang vernünftig wäre.

So werden wir uns bis auf weiteres mit der Sommerzeit abfinden müssen. Mein Schwager gab mir mal den Rat: „Einfach ignorieren und aufstehen!“ Also, Schluss mit Jammern, hilft ja nix! Ich werde es versuchen, ich gebe mir Mühe, und die Bissspuren im Bettvorleger werde ich ganz schnell wegsaugen.

Wie halten Sie es mit der Sommerzeit? Kennen Sie Tricks und Tipps, die die Umstellung erleichtern? Dann schreiben Sie mir, ich bin gespannt auf Ihre Kommentare.

Was sagen Sie zu diesem Thema?

1 Kommentar

  1. Schmid schreibt am 29. März 2014 um 17:02:

    Nicht mehr zeitgemäss , völlig unsinnig und belastend

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