Richtig Gas geben – Sicher auf dem Sattel beim Motocross

Motocross-Fahrer auf sandiger Trainingsstrecke

Motocross bietet reichlich Action und einen hohen Spaß-Faktor, ist aber nichts für schwache Nerven. Adrenalin-Junkies hingegen kommen bei spektakulären Ritten über sandigen oder lehmigen Untergrund, steilen Kurven, rasanten Sprüngen über Hügel und beim Brettern über Bodenwellen voll auf ihre Kosten.

Der Begriff Motocross setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern „Motorcycle“ für Motorrad und „Cross Country“, für die Fahrt im Gelände. 

Der komplexe Extremsport stellt hohe Anforderungen an Mensch und Material, Technik und Muskulatur vollbringen Höchstleistungen. Eine gute Kondition ist Grundvoraussetzung. Weil Sie sich als Fahrer permanent auf den sich ändernden Gegebenheiten auf der Strecke anpassen müssen, ist aber auch der Geist ständig gefordert.

Sicherheit auf der Trainingsstrecke

Motocross-Training findet immer auf einer extra dafür abgesperrten Motocross-Strecke statt. Die Fahrzeuge sind speziell für das Gelände ausgerüstet und haben zumeist keine Straßenzulassung. Gerade im Training bleiben Stürze nicht aus. Mit entsprechender Schutzkleidung und umsichtigem Verhalten können Sie jedoch dazu beitragen, dass diese nicht zwangsläufig böse enden.

Befolgen Sie immer die Anweisungen des Trainers und der Streckenposten. Bleiben Sie auf der festgelegten Strecke und kürzen Sie diese niemals eigenmächtig ab.  Behalten Sie außerdem immer die Fahrtrichtung im Blick. Verlieren Sie doch mal die Orientierung, z. B. nach einem Dreher, warten Sie notfalls ab, bis ein anderer Fahrer vorbeikommt.

Sollten Sie stürzen, warnen Sie zunächst den nachfolgenden Fahrer, indem Sie hinter die letzte Kurve oder den Sprunghügel gehen und den Fahrer anhalten. Dieser warnt dann ebenfalls nachfolgende Fahrer, während Sie Ihr Motorrad aus der Gefahrenzone entfernen.

Sollten Sie infolge des Sturzes selbst nicht mehr in der Lage sein, den nachfolgenden Fahrer zu warnen, signalisieren die Streckenposten durch Schwenken einer weißen Fahne akute Gefahr mit Überhol- und Sprungverbot sowie die Notwendigkeit medizinischer Hilfe und Versorgung.

Motocross-Fahrer liegt nach Sturz vom Bike im Sand

Aller Anfang ist schwer – Typische Fehler von Motocross-Greenhorns

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – vom Bike allerdings schon. Auch die Profis sind vor Stürzen nicht gefeit, das bringt dieser Sport einfach mit sich. Trotzdem gibt es eine Reihe von typischen Anfängerfehlern, die meist aus Unsicherheit heraus entstehen und häufig zu Unfällen führen.

Wichtigste Regel beim Motocross: Schauen Sie immer genau dorthin, wo Sie tatsächlich hinwollen. Nur so können Sie rechtzeitig auf Fahrbahnveränderungen reagieren. Wenn Sie den Blick angsterfüllt auf ein Schlagloch richten, im festen Bestreben nicht mitten hinein zu brettern, wird in der Regel genau das passieren.

Lassen Sie sich außerdem nicht von schnelleren Fahrern hinter Ihnen irritieren. Wenn erfahrene Fahrer Sie überholen wollen, werden sie es immer schaffen, einen Weg an Ihnen vorbei zu finden. Schauen Sie sich nie nach ihnen um und geben Sie nicht dem Impuls nach, ihnen Platz zu machen. Was wie eine nette Geste erscheint, ist tatsächlich brandgefährlich! So kann es passieren, dass Sie gerade im Moment des Überholens die Fahrbahn kreuzen und es kracht. Halten Sie den Blick also stets nach vorn gerichtet.

Viele Anfänger haben außerdem großen Respekt vor Kurven, sie bremsen vorher ab und nehmen die Kurve zu kurz. Tatsächlich ist das genau die falsche Taktik, denn sie kostet zusätzlich Kraft. Bleiben Sie locker und fahren die Kurve so weit wie möglich und mit so viel Schwung, wie es eben geht. Mit zunehmender Trainingserfahrung kommt auch eine gewisse Lockerheit. Je entspannter Sie auf dem Bike stehen, desto leichter wird es Ihnen fallen, die Herausforderungen der Strecke zu meistern.

Die richtige Motocross-Ausrüstung

Den besonderen Reiz beim Motocross machen die unterschiedlichen, teils sehr unwegsamen, Streckenbeschaffenheiten und Untergründe aus, auf die es zu reagieren gilt. Vor allem bei Schlamm und Matsch steigt die Sturzgefahr beim Motocross enorm. Bevor Sie sich also auf’s Bike schwingen, sollten Sie zuerst in gute Schutzkleidung investieren und auf keinen Fall am falschen Ende – nämlich Ihrer Sicherheit –  sparen. Die ideale Ausrüstung besteht aus abriebfester, atmungsaktiver Kleidung. Kurze Ärmel oder Hosenbeine sind tabu.

Vor allem die Füße sind beim Motocross einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt. Motocross-Stiefel haben eingebaute Protektoren und einen hohen Schaft, der den Knöchel stabilisiert und Schutz vor Verletzungen der Bänder, Sehnen und Knochen bietet. Die Stiefel sollten eng an der Wade anliegen, atmungsaktiv und wasserdicht sein.

Eine Protektorenjacke bietet Schutz vor Verletzungen an Armen, Ellenbogen und Schultern.  Die eingebaute durchgehende, flexible Rückenplatte schützt effektiv die Wirbelsäule. Zum Schutz der empfindlichen Brustpartie eignet sich ein spezieller Brustpanzer, der den Aufprall eines Sturzes abgedämpft und Rippen und die inneren Organe schützt. Crosshandschuhe sorgen dafür, dass Sie auch bei hoher Geschwindigkeit den Lenker fest im Griff haben. Ein Neck Brace schützt und stabilisiert den empfindlichen Nackenbereich, auch bei hohen Geschwindigkeiten.

Zu guter Letzt brauchen Sie einen gutsitzenden Helm, der nicht drückt, aber auch bei heftigen Erschütterungen nicht wackelt oder rutscht. Nach einem heftigen Crash sollten Sie den Helm unbedingt ersetzen – auch, wenn er intakt scheint. Haarrisse sind mit bloßem Auge nur schwierig zu erkennen. Bei einem erneuten Sturz könnte der Helm auseinanderbrechen und verliert seine Schutzfunktion.

Motocross-Fahrer in voller Schutzkleidung bei der Fahrt im GeländeVorsorgen für den Ernstfall

Lassen Sie sich Zeit beim Erlernen und Trainieren der richtigen Techniken. Bleiben Sie realistisch bei der Einschätzung Ihrer Fähigkeiten und gehen Sie neue Herausforderungen erst an, wenn Sie sich ihnen wirklich gewachsen fühlen.

Trotzdem: Bei aller Vorsicht wird es bei dieser actionreichen Sportart immer wieder mal auch zu Stürzen kommen. Eine private Unfallversicherung sorgt auf dem Bike zusätzlich für ein sicheres Gefühl.

Wichtiger Hinweis: Fahrer, die an Rennen teilnehmen, sind bei der Vorbereitung und beim Rennen selbst über die private Unfallversicherung nicht versichert. Profis und ambitionierte Fahrer sollten sich daher nach einer speziellen Versicherung für den Motorsport umsehen. Für den reinen Hobby-Fahrer genügt jedoch die private Unfallversicherung. 

Sie bietet einen Rundum-Schutz, wenn ein Unfall Folgen wie Arbeitsunfähigkeit nach sich zieht oder Sie Hilfe bei der Bewältigung des Alltags brauchen. Sind die Folgen eines Unfalls mal so schwerwiegend, dass Sie dauerhaft erwerbsunfähig werden, schafft eine Invaliditätsrente finanzielle Sicherheit. Individuell wählbare Bausteine wie Schmerzensgeld und Krankenhaus-Tagegeld bringen Entlastung auch schon bei leichteren Verletzungen.

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