Fado, Eiffel und Pasteten – Wissenswertes über Portugal

Vorrundengegner Portugal: Entdecken Sie eine Sammlung wissenswerter Themen rund um Musik, Architektur, Essen und Fußball.

Portugisische Kids beim Rugbyspiel am Stadtstrand von Cascais

Junge Rugbyspieler am Strand von Cascais

Deutschland kickt in der Vorrunde gegen Portugal. Viele kennen Portugal als frühe Kolonialmacht, Korkproduzenten und wirtschaftliches Schlusslicht der europäischen Gemeinschaft.

Doch Portugal hat weit mehr zu bieten und ist dabei eines der fußballbegeistertsten Länder der Welt. Die quirligen Städte mit ihrem maroden Charme, Strände mit feinstem Saharasand und verschlafene Fischerdörfer locken jährlich über 25 Millionen Touristen an. Auch ich bin dem Flair dieses Landes verfallen und habe Lissabon und die Algarve häufig besucht.

Straßenbahn im Lissaboner Ausgehviertel Bairro Alto bei Nacht

Das schönste Fortbewegungsmittel Lissabons – die Elétrico, oder Eléctrico

Fado – der Sound Lissabons?

Wenn sich allabendlich das „Bairro Alto“ (DAS Ausgehviertel Lissabons) mit Menschen füllt, dröhnt aus allen Kneipen Musik. Dabei ist die Bandbreite der musikalischen Darbietungen extrem groß. Neben elektronischen Beats und afrikanischen Weisen klingt aus vielen Lokalen der sehnsuchtsvolle, leicht melancholische Fado. Dieser Stil ist eine Melange aus allen in Lissabon vorhandenen Kulturen und zeugt vermutlich von der Wehmut an die große Zeit Portugals als weltweite Kolonialmacht.

Mit etwas Glück landet man mitten in einer spontanen Gesangseinlage aller Kneipengäste. Meist stimmt irgendwer mit seiner Gitarre ein Lied an. Daraufhin singt jeder anwesende eine Strophe, begleitet von heftigem Applaus der anderen Gäste.

Ich habe dieses Spektakel bisher leider nur einmal erlebt, denke aber gern daran zurück. Ein solcher Abend lässt sich wunderbar mit einer Fahrt in der Eléctrico (elektrische Straßenbahnen Lissabons) abrunden. Besonders empfehlenswert ist übrigens die Linie 28, welche an vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt stoppt.

Elevador de Santa Justa - der schönste Aufzug, den ich kenne

Elevador de Santa Justa – der wohl berühmteste Aufzug der Welt

Der berühmteste Aufzug der Welt

Mitten in Lissabon an der Straße Santa Justa steht ein markanter Stahlaufzug aus der Zeit um 1900. Dieser Aufzug verbindet zwei Stadtteile Lissabons. Fälschlicherweise wird der Aufzug von verschiedenen Reiseführern Gustave Eiffel als Architekt zugeschrieben. Die Stahlkonstruktion des Aufzugs sowie schmiedeeiserne Zierelemente erinnern tatsächlich an den Eiffelturm in Paris.

Diese Ähnlichkeit ist sicher zwei Dingen geschuldet. Zum einen war der Stahlhochbau mittels Nietenverbindungen in dieser Zeit üblich (da mobiles Schweißen von Bauelementen kaum möglich war) und zum anderen war der Architekt Raoul Mesnier de Ponsard ein Schüler des Erbauers des Eiffelturms.
Vom Cafe an der Spitze des Turms genießt man einen großartigen Ausblick auf die portugiesische Hauptstadt.

Technikinteressierte werden ihre Freude an den wunderschönen historischen Antriebsmaschinen des Fahrstuhls haben. Freunde des Historismus freuen sich dagegen über die hölzernen Fahrstuhlkörbe und den freundlichen Service des „Fahrers“ an Bord.


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Fischer an der Markthalle von Sines/Portugal

Ein Fischer in Sines kurz vor seinem Einstieg in ein spontanes Fußballspiel.

Fußballverrücktes Portugal

Bei einer Reise durch Portugal fällt eins auf – jeder liebt Ballspiele. Auch in noch so kleinen Dörfern gibt es Bolzplätze und vor jedem Café spielen Kinder. Schon oft konnte ich beobachten, wie Rentner in das Spiel der Kinder einstiegen und ein paar Tricks parlierten.

Neben dem allgegenwärtigen Fußball ist in Portugal eine weitere Variante weit verbreitet: „futebol de salão“ – zu deutsch Futsal. Hierbei handelt es sich um eine schnelle Hallenvariante des großen Bruders Fußball. Auch in Sachen Statistik liegt Portugal in Bezug auf Fußball ganz vorn. Der Kapitän der portugiesischen Nationalmannschaft, Cristiano Ronaldo, liegt seit seinem Wechsel zu Real Madrid an der Spitze der teuersten Spielertransfers der Fußballgeschichte. Die unglaubliche Summe von 94 Millionen Euro scheint sich für Real Madrid gelohnt zu haben, denn Torstatistik des portugiesischen Ausnahmetalents ist wohl bislang unerreicht.

Auch in vergangenen Jahrzehnten hat Portugal verschiedene Top-Spieler hervorgebracht. Erinnert sei hier an den „Pantera Negra“, Eusébio, welcher aufgrund seiner katzenartigen Spielweise den Titel „Schwarzer Panther“ von einem englischen Journalisten erhielt.

Blätterteigtörtchen aus dem Lissaboner Kloster Belem

Achtung Suchtgefahr: Pastéis de Belem – Blätterteigtörtchen mit Puddingfüllung

Portugiesische Küche vs. Fußballstars

Angesichts der in Portugal allgegenwärtigen sehr nahrhaften Küche, zu welcher stets ein größer Schluck Olivenöl und sehr häufig staubtrockener Rotwein in großen Gebinden gehört, ist es verwunderlich, dass dieses kleine Land am westlichsten Zipfel Festlandeuropas häufiger absolute Top-Fußballer hervorbringt.

Andererseits stellen fantastischen Pasteten und frittierten Mini-Sepia, sowie Sardinen eine tolle Motivation für ein langes Training dar.

Mietwagen in Portugal – besser mit Mallorca-Deckung

Portugal besticht durch die Mischung aus wunderschönen, teils etwas maroden Städten und einer unglaublichen Vielfalt an Landschaften. Der grüne Norden des Landes mit dem wunderschönen Weinbaugebiet Dão inmitten der Gebirgsregion Beira ist für meinen Geschmack genau so sehenswert, wie die zerklüftete Atlantikküste der Algarve.

Am schnellsten kann das Land mit einem Mietwagen erkundet werden. Jedoch liegt die Deckungssumme in der KFZ-Haftpflichtver-sicherung in Portugal deutlich unter den Grenzen in Deutschland. Für den Fall, dass die Deckungssumme des in Portugal angemieteten Autos nach einem Schaden nicht ausreicht, hilft Ihnen die KFZ-Versicherung von ERGO Direkt.

Windmühlen nach einem Sturmschaden in Portugal

Zeugnis eines Sturms an der Atlantikküste in Portugal

Denn die Differenz wird in solchen Fällen bei Wahl der Tarifvariante Premium durch uns übernommen. Dabei sind größere Unfälle in Portugal keine Seltenheit. Der Verkehr in den portugiesischen Städten zerrt gewaltig an den Nerven mitteleuropäischer Fahrer und auf dem Land wehen häufig starke Stürme, welche auch bei mir dazu führten, dass ich kurzzeitig die Kontrolle über das Auto verloren habe.

Letztlich ging es bei mir bisher aber immer gut und ich konnte den Mietwagen unbeschadet zurück geben. Wer mehr als eine Woche Zeit hat, kann dieses wunderschöne Land aber auch gut mit dem öffentlichen Bussystem erkunden. Da die Busse aber nicht ganz unserem Pünktlichkeitsstandard entsprechen, sollte hier schon Zeit eingeplant werden, damit man sich auf die relaxte portugiesische Art des Reisens einlassen kann.

Sicher gibt es noch jede Menge spannender Landschaften und Orte in Portugal. Haben Sie noch Geheimtipps im Repertoire? Dann freue ich mich über Hinweise im Kommentarfeld.

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