Braveheart Battle 2016: noch härter und kälter

ERGO Direkt beim Braveheart Battle

Das ERGO Direkt Team: Konrad Welzel, Armin Tollmann, Stefan Dinter, Siegfried Ress und Andreas Kiehr (von links)

Das Braveheart Battle zählt zu den härtesten Läufen Deutschlands. Zum ersten Mal fand er in Bischofsheim an der Rhön statt und zum ersten Mal ist ERGO Direkt mit einem Team angetreten. 32 Kilometer durch Schlamm, eiskaltes Wasser, jede Menge Hindernisse und vor allem viel zu viele Berge.

Das Braveheart Battle 2016 fand zum ersten Mal in Bischofsheim an der Rhön statt. Es war bereits mein drittes Braveheart Battle und es hat wieder richtig Spaß gemacht, sich durch Schlamm und eiskaltes Wasser zu kämpfen. Ein weiteres ungeahntes Hindernis war in diesem Jahr die Organisation der Veranstaltung: Besonders ärgerlich für mich waren das Chaos bei der Ausgabe der Startnummern, viel zu wenig Verpflegung auf der Strecke (es gab alte Lebkuchen und an einer Station Schokoladenbrote) sowie zu wenige und kalte Duschen nach dem Lauf.

Die Hindernisse beim Braveheart Battle 2016

Rund 50 Hindernisse mussten auf der Strecke in und um Bischofsheim an der Rhön überwunden werden. Es gab jede Menge Kletter- und Kriechhindernisse, tiefe Schlammlöcher, Autos, Autoreifen, eine Schneekanone und vieles mehr. Hinzu kamen die ständigen An- und Abstiege, die an den Kräften zehrten. Am härtesten war für mich allerdings die extreme Kälte, die durch die vielen Wasserdurchquerungen immer schlimmer wurde. Ich war froh, wenn ich ein paar Kilometer einfach laufen konnte, um den Körper wieder auf Temperatur zu bringen. Vor allem die Füße waren ständig durchgefroren.

Die fast 32 Kilometer Laufstrecke und 1.400 Höhenmeter brachten viele der 2.800 gestarteten Läufer an ihre persönlichen Grenzen. Nur die Hälfte kam überhaupt ins Ziel. Mehr als 100 der Teilnehmer verletzten sich auf der Strecke, der Rest gab entweder selbst auf oder viel dem Zeitlimit nach über sieben Stunden zum Opfer. Denn aufgrund der eintretenden Dunkelheit wurden viele Hundert Läufer wenige Kilometer vor dem Ziel mit Bussen eingesammelt und das Braveheart Battle 2016 somit abgebrochen.

Schnellster Mann war übrigens Phil Reuß (03:17:37 Stunden) und die schnellste Frau Ludmilla Hertle (04:09:19 Stunden).

Vorbereitungen und das Training

Für ERGO Direkt sind wir zu sechst an den Start gegangen – und auch alle ins Ziel gekommen. Auch wenn zwei von uns am Ende vom Abbruch des Braveheart Battles betroffen waren. Andreas Kiehr kam am besten mit den Strecken- und Wetterverhältnissen klar. Nach über sechs Stunden erreichte er als erster aus unserem Team das Ziel. Nach dem Lauf habe ich ihm deshalb zu einem kurzen Interview getroffen:

Wie lief deine Vorbereitung – hattest du einen speziellen Trainingsplan?

Andreas Kiehr: In der Vergangenheit habe ich schon an einigen Läufen on- wie offroad bis Halbmarathondistanz teilgenommen. Da bei diesem Lauf aber weder die Höhenmeter, noch die konkrete Distanz vorher bekannt war, konnte ich klassische Trainingspläne nicht sinnvoll einsetzen. Und neben der Laufdistanz warteten auch noch Hindernisse auf uns. Deshalb hielt ich eine Mischung aus Grundlagenausdauer, Schnellkraft und Maximalkraftausdauer für mich am sinnvollsten.

Welche Kleidung hast Du beim Braveheart Battle 2016 getragen? War deine Ausrüstung richtig gewählt

Andreas Kiehr: Zur Wahl der Schuhe lies ich mich im Fachgeschäft beraten, testete einige schlammtaugliche Modelle und landete dann bei einem besonders leichten Trailschuh – allerdings ohne Goretex, damit das Wasser aus den Schuhen wieder ablaufen kann.
Für 1 bis 3°C Außentemperatur, 14 km/h Wind wählte ich für das Braveheart Battle:

  • lange Kompressionslaufsocken
  • halblange dicke Laufunterhose
  • die älteste lange Laufhose, die ich finden konnte
  • Komrepssionsunterhemd
  • dünnes Woll T-Shirt
  • ein sehr dünnes kragenhohes Fleece
  • langes Lauftrikot ohne jede Funktion
  • Laufhandschuhe
  • dünne Laufmütze

Zusätzlich hatte ich in einer Plastiktüte eine weitere Laufmütze und ein dünnes Multifunktionstuch dabei, um nach nassen Phasen schnell wieder auf Temperatur zu kommen.

Würde ich einen Lauf, bei dem ich garantiert nass werde, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch einmal machen, würde ich in einem halblangen dünnen Neopren starten und die Waden nackt lassen, da sie so am schnellsten trocknen können. Ob nun Goretext-Schuh oder nicht, spielt meiner Meinung nach keine Rolle, da der Schuh über den Lauf nie vollständig trocknen kann. Eine Ersatzmütze in einer Plastiktüte würde ich jederzeit wieder mitnehmen.

Wie schwierig war der Braveheart Battle 2016 in Bischofsheim für Dich? Wo oder mit was hattest Du Probleme?

Andreas Kiehr: Bereits der Start in mehreren Blöcken zog sich ziemlich in die Länge, sodass wir erst nach circa einer Stunde Wartezeit los laufen konnten. Entsprechend waren alle Aufwärmübungen verflogen und wir mussten uns langsam warm laufen. Das kostete Zeit. In den höheren Lagen hatten sich die Pfade zu Schlammpisten verwandelt, wodurch der Laufrhythmus nicht gut gehalten werden konnte. Bei beinahe allen größeren Hindernissen mussten wir warten und kühlten dadurch immer wieder aus.
Dadurch war die Kälte, später auch die Kombination aus Nässe und Kälte mein größtes Problem. Wenn die Waden und Füße erst einmal durchgefroren sind, braucht es eben eine Weile, bis man wieder im Laufmodus ist. Die Hindernisse selbst waren für meinen Geschmack recht einfach zu meistern. Gerade durch ein wenig Klettertraining kam ich selbst aus tiefen glitschigen Schlammgruben selbständig heraus. Die sehr spärlich gesetzten Versorgungsstationen stellten für mich ein weiteres Problem dar, da ich nicht verlässlich mit einer Versorgungsstation bei Kilometer XY rechnen konnte. Dadurch wurde es zur Glückssache, den richtigen Zeitpunkt für die Einnahme eines Gels zu finden.

In Summe fand ich den Lauf sehr nett, da die Streckenführung sehr schön um Bischofsheim an der Rhön verlief. Ich hatte dadurch immer das Gefühl, wenigstens ungefähr zu wissen, welche Steigungen und Gefälle noch kommen würden. An meine Grenzen ging die Kälte nach dem Tauchbad und den Bachdurchquerungen.

Würdest Du einen solchen Lauf wieder machen?

Andreas Kiehr: Mit der Vorbereitung wie bei diesem Lauf – gern.

Was sagen Sie zu diesem Thema?

3 Kommentare

  1. Andrea schreibt am 14. März 2016 um 20:33:

    Respekt !!!

  2. Andrea schreibt am 14. März 2016 um 20:35:

    Respekt !

  3. Torsten schreibt am 17. März 2016 um 8:04:

    Wouhhh! Mega-Respekt und Glückwunsch an das Team und alle anderen „Verrückten“ 😉

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