Bello und die große weite Welt – tiergerechtes Reisen

Was muss ich beim Reisen mit meinem Haustier im Flugzeug oder im Auto beachten?

Reisen mit TierVor einigen Tagen berichtete die Tageszeitung „Die Welt“, dass Designer Guido Maria Kretschmer aus Rücksicht auf seinen verletzten Hund auf eine große Reise verzichtet. Er bleibe im Urlaub wohl in Deutschland, fahre vielleicht mal an den See oder ans Meer, so Kretschmer. Ich finde das sehr lobenswert und rücksichtsvoll.

Trotzdem habe ich mich danach gefragt: Wie ist das eigentlich – mit dem eigenen Haustier im Urlaub? Was ist zu beachten, damit das Tier unbeschadet reist, wie kann das Herrchen sein Haustier auf das Reisen vorbereiten etc.. Dazu befragte ich Dr. Susanne Streit, Tierärztin am Hasenberg in Stuttgart.

Allgemeine Tipps zum Reisen mit dem Haustier

Tierklinik am Hasenberg

Tierärztin Dr. Susanne Streit – Tierklinik am Hasenberg

Falls eine Reise langfristig geplant ist, sollte man noch nicht ans Reisen gewöhnte Tiere langsam an den Transport, zum Beispiel mit dem Auto, heranführen. Dieses wird vor Flugreisen nicht möglich sein. Hier sollten Sie versuchen, die Tiere über einen längeren Zeitraum mit dem Aufenthalt in einer für den Flug meist notwendigen Transportbox vertraut zu machen.

Sowohl beim Auto als auch Flugzeugtransport sollten die Tiere vor der Reise nur leicht gefüttert werden. Wenn Sie von früheren Reisen bereits wissen, dass Ihr Tier anfällig für eine Reiseübelkeit ist empfiehlt es sich, auf eine Fütterung (außer bei Jungtieren) zu verzichten. Gegebenenfalls kann in Rücksprache mit dem Tierarzt auch eine medikamentöse Therapie gegen die Reiseübelkeit durchgeführt werden. Es ist zudem möglich, dass diese über pflanzliche Produkte oder Pheromone erfolgt, erklärte mir Dr. Streit.

Reisen mit dem Auto

Des Weiteren wollte ich wissen, welche „Regeln“ der Besitzer während der Reise mit seinem Tier unbedingt einhalten sollte.

  • Beim Transport mit dem Auto ist es empfehlenswert, ausreichend Pausen unterwegs einzuplanen. Zum einen dienen diese vor allem bei Hunden dazu, die Möglichkeit auszutreten als auch gegebenenfalls Futter und vor allem frisches Wasser anzubieten (dieses sollte immer mitgeführt werden).
  • Eine der wichtigsten, und leider immer noch viel zu oft vernachlässigten Grundregeln ist, dass Tiere bei warmem Wetter nicht im Auto gelassen werden dürfen. Auch bei Autos, die im Schatten parken und bei denen die Fensterscheiben geöffnet sind, kann es auf Grund von Stauungshitze schnell zu lebensbedrohlichen Situationen kommen.

Auch PETA Deutschland e. V., die weltweit größte Tierrechtsorganisation hat dieses Thema aufgegriffen und gibt den Besitzern von Haustieren Tipps, wie diese gut durch die heiße Zeit kommen: „Tipps für einen tierischen Sommer“.

Wohl fühlen am Urlaubsort

Eine weitere Frage, die mich interessiert hat, ist: Was kann ich als Besitzer tun, damit sich mein Haustier am Ferienort wohl fühlt?

Dies hängt, so Dr. Susanne Streit, von der Art des Vierbeiners ab. Bei Katzen sollte eine ausreichend lange Eingewöhnungszeit an die neue Umgebung gewährleistet sein. Hier kann es helfen, „Wohlfühlorte“ der Katze mit an den Urlaubsort zu bringen (zum Beispiel ihre Schlafhöhle, das Katzenkörbchen usw.).

Bei Hunden ist die Bindung an den Menschen deutlich stärker ausgeprägt, als an die Umgebung. Hunde sollten, wie auch daheim, ihre regelmäßigen ausgedehnten Spaziergänge haben. Sowohl bei Hunden, als auch Katzen sollte die gewöhnte Fütterung von zu Hause beibehalten werden.

Vorschriften für eine Flugreise mit dem Haustier

Wenn Passagiere ihr Haustier mit auf eine Flugreise nehmen wollen, müssen einige Bedingungen beachtet werden, die die jeweiligen Fluggesellschaften stellen. Um einen besseren Einblick zu bekommen, habe ich unseren Kooperationspartner Air Berlin befragt, wie sich eine Tierreise bei ihnen gestaltet.

  • Air Berlin transportiert Tiere je nach Gewicht und Größe in der Kabine (Tiere bis 6 kg) oder im Laderaum (Tiere ab 6 kg) des Flugzeugs, wenn sie in einem geeigneten Behältnis untergebracht sind.
  • Voraussetzung: Die Tiere müssen über angemessenen Raum verfügen, um sich einigermaßen frei bewegen – also stehen, liegen und drehen – zu können.
  • Wichtig! An allen Boxen für Tiere im Frachtraum muss ein Wasser-/Futterbehälter vorhanden sein, der von außen befüllt werden kann.
  • Früh buchen: Da der Frachtraum für Tiere begrenzt ist, muss der Passagier vor der Flugbuchung rechtzeitig im Service Center nachfragen, ob auf dem gewünschten Flug noch Kapazitäten verfügbar sind.
  • Blinde Fluggäste können ihren Blindenhund kostenfrei mit in den Fluggastraum nehmen.
  • Früh einchecken: Veränderte Check-in Schlusszeiten bei der Mitnahme von Tieren im Laderaum! 60 Minuten vor Abflug (bei Kurz- und Mittelstrecke) bzw. 90 Minuten vor Abflug (bei Langstrecke).

Falls Sie Ihrem Haustier jedoch den Stress einer weiten Urlaubsreise ersparen wollen, könnte der Beitrag von meinem Kollegen Andreas Morawietz interessant für Sie sein. Er hat sich die Frage gestellt: Wer haftet eigentlich, wenn Freunde die Urlaubsvertretung von Haustieren übernehmen?

Haben Sie noch Fragen zum Thema „Urlaubsfrust statt Reiselust“ und wie sich mit einer guten Vorbereitung viele Probleme vermeiden lassen? Am Donnerstag, 17. Juli 2014, findet eine Ratgeberaktion per Chat mit Experten, unter anderem auch mit Dr. Susanne Streit, auf der Plattform experten-im-chat statt. Sie können Ihre Fragen dort ab sofort stellen.

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