Mein persönlicher Autokostencheck

Autokostencheck Wie kann ich beim Autofahren Geld sparen? Diese Frage kann zu abendfüllenden Diskussionen führen. Denn sicher hat jeder seine eigene Strategie, wie die Fahrzeugkosten möglichst niedrig gehalten werden. Für diesen Beitrag habe ich meinen ganz persönlichen Autokostencheck gemacht und gebe Ihnen Tipps, wo Sie Geld einsparen können.

Ich höre immer wieder diese allgemeinen Tipps, die sich im Wesentlichen auf das Fahrverhalten beziehen:

  • Auf den richtigen Luftdruck der Reifen achten
  • Ballast immer aus dem Kofferraum räumen
  • Auf der Autobahn frühestmöglich im höchsten Gang fahren
  • Vorausschauend fahren
  • Klimaanlage und Sitzheizung nur bei Bedarf einschalten
  • Möglichst mit geschlossenen Fenstern fahren

All diese Tipps berücksichtige ich nach Möglichkeit auch. Aber um herauszufinden, in welchem Bereich ich wirklich sinnvoll sparen kann, habe ich alle Kosten aufgeschrieben, die mein Auto in 2014 verursacht hat:

Meine Fahrzeugkosten 2014

KostenartBetrag in EuroAnteil in Prozent
Summe1.877100
Diesel97952
Maut/Parkgebühren1196
Reinigung/Verbrauchsflüssigkeiten1035
Kfz-Versicherung39621
Kfz-Steuer28015

Da ich die Sommer- und Winterreifen selbst wechsle und in 2014 keine Durchsicht oder Reparatur notwendig war, hat mein Autokostencheck also Folgendes ergeben: Ich benötige 17 Cent je Kilometer. Hierbei vernachlässige ich den Wertverlust durch Nutzung und Alterung des Autos. Würde ich dies in der Berechnung berücksichtigen, wäre der Wertverlust vermutlich der größte Einzelposten.

Meine Überraschung beim Autokostencheck

Wenig überraschend ist für mich, dass die direkt mit der Nutzung des Fahrzeugs verbundenen Kosten mit insgesamt 64 Prozent den größten Posten ausmachen. Dazu gehören: Kraftstoff, Maut und Parkgebühren sowie Reinigung und Verbrauchsflüssigkeiten wie Scheibenreiniger und Öl.

Dass sich gerade Maut und Parkgebühren über das Jahr so summieren, hätte ich eher nicht gedacht. Denn bei einem Wochenendausflug nach Österreich fallen die 8,70 Euro für die Vignette kaum ins Gewicht. Da ich aber alle Quittungen aufgehoben habe, konnten ich auch die kleineren Mautbeträge auf den privaten Autobahnen der Asfinag berücksichtigen. Für Parkscheine fielen in 2014 nur 42 Euro an. Bei anderen Fahrern dürfte dieser Betrag im Autokostencheck deutlich höher sein, da ich in der Stadt wohne und die Innenstadt von Nürnberg sowohl zu Fuß als auch mit dem Rad und notfalls mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen kann.

In fremden Städten und gerade im Ausland nutze ich dagegen gern Parkhäuser, da zum Beispiel in Italien selten die Möglichkeit besteht, via Park&Rail in eine Stadt zu kommen. Bei etwas besserer Planung hätte ich hier also noch ein kleines Einsparpotenzial.

Hohe Kosten für die Fahrzeugreinigung

Die Summe der Kosten für Fahrzeugreinigung und Verbrauchsflüssigkeiten sind für mein Empfinden relativ hoch. Nachdem mir der Händler bei der Übergabe des Fahrzeugs tief in die Augen blickte und sagte, dass die heutigen Autolacke zwar sehr UV-stabil sind, aber Vogelkot und Harz gar nicht mögen, putzte ich diese über das Jahr nach dem Entdecken mit einem Schnellreiniger und Mikrofasertüchern weg. Eine Flasche des sogenannten Detailers reichte dafür aus. Dass sich das gelegentliche Waschen des Autos jedoch so hoch aufsummiert, hätte ich vorher nicht gedacht.

Autokostencheck

Wenn man Insekten gleich nach der Fahrt vom Auto putzt, spart man sich häufiges Waschen.

Bei der Kfz-Steuer Geld sparen

Die Kfz-Steuer lässt sich nur durch den Kauf eines Fahrzeugs mit möglichst niedrigen Emissionswerten drücken. Vor dem Kauf habe ich deshalb für verschiedene Modelle die Kfz-Steuer berechnet. Die Höhe der Kfz-Steuer kann abhängig von der Motorisierung eines Fahrzeugs sehr unterschiedlich sein, wie das Beispiel des Renault Twingo gut zeigt.

Der Posten Kfz-Versicherung ist zwar über die Fahrzeugnutzung (Kilometer-Leistung pro Jahr, Nutzer des Fahrzeugs, Unterstellung in einer Garage/auf der Straße) und die Höhe des Versicherungsschutzes (Teilkasko oder Vollkasko, Höhe der Selbstbeteiligung) etwas beeinflussbar. Wer bei den Autokosten konkret bei der Versicherung sparen will, sollte aber bereits beim Autokauf auf eine möglichst niedrige Typklasse achten (zehn ist die günstigste Einstufung in der Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung).

Nun liegt mein Auto in der Haftpflicht in 2016 in der Typklasse 16. Ein Jahr vorher galt noch die 15. Solche Entwicklungen sind leider zum Kaufzeitpunkt nicht absehbar. Mit einer insgesamt günstigen Kfz-Versicherung fallen solche Änderungen allerdings lang nicht so sehr ins Gewicht wie eine Teuerung bei den Kraftstoffpreisen.

Fazit zu meinem Autokostencheck

Mein Autokostencheck hat mir gezeigt, dass ich bei keinem Kostenblock nur annähernd so viel sparen kann wie beim Kraftstoff. Denn wenn ich das Auto bei Kurzstrecken oder im Winter stehen lasse, verbrauche ich gar keinen Diesel. Rolle ich auf der Autobahn auf der mittleren Spur mit, muss ich wesentlich weniger beschleunigen, als wenn ich auf der linken Spur jede Lücke zum Beschleunigen nutze. Und durch den geringeren Verbrauch kann ich auch besser planen, zu welchem Preis ich tanke. Denn gerade am Abend ist der Preis an der Zapfsäule günstiger als morgens und während der Woche günstiger als am Wochenende.

Wie sparen Sie beim Autofahren? Ich freue mich auf Ihren Erfahrungsbericht im Kommentarfeld.

Lesen Sie hierzu auch unseren Themenschwerpunkt „So teuer ist das Leben“

Was sagen Sie zu diesem Thema?

4 Kommentare

  1. daniel schreibt am 27. Oktober 2015 um 9:36:

    Ich hätte bei dem Kostencheck zumindest noch den Wertverlust aufgeführt (in der Analyse der laufenden Kosten dann ggfs wieder ausgeklammert) – denn so werden die Mobilitätskosten nicht ssauber dargestellt 😉 Wir haben schon mehrmals die Berechung angestellt und kamen immer zum Schluss, dass wir mit Carsharing billiger fahren – wenn man den Wertverlust mit einrechnet….

    • Andreas Kiehr Andreas Kiehr schreibt am 28. Oktober 2015 um 12:53:

      Hallo Daniel,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Beim Thema Wertverlust durch Nutzung des Autos habe ich lang überlegt, wie der Wert am sinnvollsten abgebildet werden kann. In vielen Studien wird von einer Nutzungsdauer von 4 Jahren ausgegangen, mit gleichbleibendem Fahrprofil und linearer Abschreibung.
      Da ich bisher noch nicht weiß, wie lang ich mein Auto fahren werde, welche km-Leistung in diesem Zeitraum zusammen kommt und zu welchem Preis ich das Auto verkaufen werde, ist jede Angabe eines Wertverlustes sehr theoretisch.

      Abgesehen davon ist Carsharing tatsächlich eine tolle Mobilitätsoption, wenn das Fahrprofil zu den Angeboten der Carsharing-Dienstleister passt.

      Für meinen Bedarf sehe ich derzeit keinen sinnvollen Anbieter, da ich das Auto im Wesentlichen am Wochenende für Langstrecken und für Auslandsaufenthalte nutze. Dabei sind mir Ladekapazität und Verbrauch genauso wichtig, wie die Nutzungsmöglichkeit des Autos in allen europäischen Ländern.

      • daniel schreibt am 29. Oktober 2015 um 10:19:

        Dafür nehmen wir dann einfache einen Mietwagen (auch für unseren 4500 km Frankreich Trip) 🙂 WIr haben mal eine Vollkostenrechnung gemacht (wir haben via Mietwagen und Carsharingabrechnungen ja ein sehr gutes Bild über die laufenden Kosten) und selbst ein Firmenwagen war da teurer als die existierenden Mobilitätskosten (und ich habe ca 10 Europcarmieten im Jahr neben dem Carsharing)…

        • Andreas Kiehr Andreas Kiehr schreibt am 29. Oktober 2015 um 16:57:

          Im Grundsatz stimme ich natürlich zu und gebe auch gern zu, dass ein eigenes Auto einfach bequemer ist, als für den jeweiligen Bedarf einen Wagen zu besorgen.
          Bis ca. 2010 war es bei den Vermietern recht unproblematisch, einen bestimmten Kombi als Diesel zu mieten. Als ich mehrfach „ähnliche“ Fahrzeuge als Benziner bekam, obwohl ich einen Diesel gebucht hatte, suchte ich dann doch nach einem eigenen Fahrzeug.
          Beim Mietwagen für Wochenenden (mit entsprechend günstigem Tarif) habe ich immer peinlich genau darauf geachtet, den Wagen in der vereinbarten Zeitspanne zum Vermieter zurück zu bringen.

          Mit einem eigenen Auto habe ich zumindest die Flexibilität, nicht zu einer bestimmten Zeit zurück kommen zu müssen. Zusätzlich ist auch die Abfahrtzeit nicht abhängig von Anmietzeiten bei den jeweiligen Anbietern.

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