Altersunterschied am Arbeitsplatz: Mehr Freund als Kollege

Ich wollte wissen, wie sich der Arbeitsalltag zwischen Jung und Alt gestaltet. Daher ging ich auf die Suche und habe zwei unserer Mitarbeiter, Michael (29) und Hartmuth (50), befragt, welche täglich zusammen als Kundenberater im selben Bereich tätig sind. Aber auch das Private spielt bei beiden eine große Rolle. 

Der Altersunterschied ist für beide nebensächlich

Bei ihrer täglichen Arbeit als Kundenberater rückt der Altersunterschied bei Hartmuth und Michael in den Hintergrund.

Schön, dass ihr da seid. Seit wann arbeitet ihr denn schon im Unternehmen?

Hartmuth: Ich bin seit 1991 im Unternehmen.

Michael: Ich habe 2006 meine Ausbildung hier angefangen und wurde 2009 auch übernommen.

Und da habt ihr euch gleich kennengelernt?

Michael: Nein wir haben uns vorher schon gekannt.

Interessant. Erzählt doch mal.

Michael: Kennengelernt haben wir uns beim Sport. Und zwar verbindet uns eine gemeinsame Sportart – nämlich Taekwondo. Dort herrscht strikte Disziplin und daher konnte man das Verhältnis nicht so gut aufbauen und es war auch nicht so innig wie jetzt.

Gab es einen besonderen Grund für dich, dich bei ERGO Direkt zu bewerben?

Michael: Hartmuth hat mir damals den Vorschlag gemacht, mich hier zu bewerben. Dann habe ich das getan und schließlich hat es auch funktioniert.

War er in deiner Ausbildungszeit auch dein Ausbilder?

Michael: In der ersten Zeit befindet man sich erst einmal in der Basisschulung. Anschließend geht es dann in die Abteilungen und er war dann auch gleich mein erster Ausbilder.

Wie lange hast du noch vor zu arbeiten, Hartmuth?

Hartmuth: Ich peile das Rentenalter von 67 an.

Mit welchen Gefühlen blickst du deiner Rente entgegen?

Hartmuth: Momentan mit gemischten Gefühlen, aber ich glaube das macht jeder.

Ihr kennt euch jetzt schon sehr lange. Wie beschreibt ihr denn eure Zusammenarbeit?

Beide: Sehr gut und sehr harmonisch.

Was zeichnet das Ganze aus?

Michael: Wir verstehen uns blind. Man sieht auch sofort, ohne sich unterhalten zu müssen, wie es dem anderen geht. Dazu kommt noch, dass ich als Jüngerer auf ihn zugehen kann und ich über alles mit ihm reden kann.

Hartmuth: Umgekehrt ist es identisch. Bei mir ist es so, dass ich vier Töchter habe. Bei manchen Themen, welche ich mit meinen Kindern nicht bereden möchte, frage ich dann lieber ihn.

Was ist bei der Arbeit anders, als würdet ihr mit jeweils Gleichaltrigen zusammenarbeiten?

Michael: Für mich persönlich ist es so, dass das Alter zwischen uns keine Rolle spielt.

Hartmuth: Bei uns im Team haben wir die Situation, dass von Anfang 20 bis über 60 Jahr der komplette Altersschnitt gespannt ist. Es ist bei uns auch so, dass wir uns alle duzen. Als Jüngerer hast du immer die Hemmung, einen Älteren zu duzen, aber wenn man sieht, dass das in der Gruppe so ist, fällt das leichter.

Michael: Ich bin erst seit paar Jahren im Unternehmen. Hartmuth kennt alle Vorgänge in- und auswendig. Ich lege mehr Wert auf seine Meinung, weil er die Arbeit schon länger macht.

Hartmuth: Wenn du einen speziellen Fall hast, du aber aus Erfahrung weißt, wie sich der Fall entwickeln wird, kannst du das besser einschätzen.

Wie verhält sich euer Altersunterschied auf privater Ebene?

Hartmuth: Themen, in welchen man sich aufgrund des Alters nicht auskennt und man sich aber daheim nicht die Blöße geben möchte, erfrage ich kurz bei ihm.

Michael: Ich habe den Gegenpart. Er könnte mein Vater sein. Was ich mit meinen Eltern nicht bereden will, berede ich halt mit ihm. Er ist 50, hat Lebenserfahrung, hat vier Kinder. Sein Rat ist wertvoll. Ich bin eigentlich der inoffizielle Sohn.

Unternehmt ihr außer dem Sport privat etwas?

Michael: Geburtstage gemeinsam feiern zum Beispiel. Auch nach der Arbeit gehen wir mal gemeinsam was essen.

Hartmuth: Als ich noch jünger war, haben wir auch gemeinsam für den Firmenlauf trainiert.

Michael: Ich sehe Hartmuth nicht als Kollege sondern als Freund.

Vielen Dank für das nette Interview!

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