Wildtiere als Haustier

WildtiereDer Hund ist der beste Freund des Menschen. Dieser Satz gilt auch heute noch für Viele. Mittlerweile könnte man genau so häufig sagen: Die Schlange ist der beste Freund des Menschen oder die Vogelspinne. Aber ist es wirklich gut, Wildtiere privat zu halten?

Laut Tierschutzverbänden steigen die Zahlen der privaten Halter von exotischen Tieren. Darunter sind Tiger, Affen und Riesenschlangen. Eindeutige Regelungen oder Gesetze gibt es nicht. In vielen Bundesländern braucht man eine Lizenz für die Haltung eines Hundes. Nicht so, wenn sich jemand einen Präriehund oder einen Wickelbären kaufen möchte.

Wildtiere in einer artgerechten Haltung

Das Problem bei der Haltung von exotischen Tieren ist in privaten Haushalten noch viel größer als in Zoos. Käfige sind meistens viel zu klein, ein Auslaufgehege gibt es nicht und wenn doch, dann ist auch das zu klein und die Halter haben oft nicht das nötige Know-How, um die Tiere artgerecht zu versorgen.

Menschliches Versagen

Das Problem ist aber nicht nur die falsche Haltung, sondern die Selbstgerechtigkeit der Menschen. Rund 80 Prozent der exotischen Haustiere sind Wildfänge. Die Menschen nehmen sich also das Recht heraus, den Tieren die Freiheit zu nehmen. Und anders als Haustiere haben Wildtiere Angst vor Menschen. Die meisten Wildtiere müssen also in Gefangenschaft und Angst leben, weil die Menschen entweder das nötige Kleingeld haben, um sich etwas „Außergewöhnliches“ leisten zu können oder weil sie meinen ein Bär im Garten oder eine Vogelspinne im Keller macht sie zu etwas Besonderem.

Ganz zu schweigen von den Gefahren, denen andere Menschen dadurch ausgesetzt werden. Sollten sich Wildtiere befreien, können sie stark verängstigt und damit aggressiver als sonst sein. Ich finde es daher verantwortungslos, sich Bären, Tiger oder Warane ohne ausreichende Kenntnisse privat zu halten.

Fehler mit Haustieren

Dieses Problem sehe ich aber nicht nur in der Haltung von Exoten. Auch die meisten Haustiere werden aufgrund mangelnden Wissens falsch gehalten. Auch Meerschweinchen, Hamster und Hasen brauchen einen ausreichend großen Käfig. Zum Beispiel ist bei Hasen eine Grundfläche von zwei Quadratmeter pro Tier einzurechnen. Ein weiterer Fehler, der den Tieren das Leben oft zur Hölle macht, sind fehlende Artgenossen. Und nein, der Mensch ist für die meisten Tiere kein geeigneter Sozialpartner. Ich selbst habe zu Hause zwei Kaninchen und ihnen ein ganzes Zimmer überlassen. So stehen sie sich nicht in einem engen Käfig gegenseitig im Weg. Wichtig ist nur, dass es in dem Zimmer keine Kabel in Bodenhöhe und keine Tapeten gibt. Hasen lieben es nämlich, alles anzuknabbern.

Auch Katzen, die als reine Stubentiger das Haus nicht verlassen dürfen, werden meiner Meinung nach nicht artgerecht gehalten. Leider sind solche Katzen häufig Kuscheltierersatz für die Menschen. Sollte es gar keine Möglichkeit geben, die Katze raus zu lassen, dann sollte es zumindest genügend Kletter- und Beschäftigungsmöglichkeiten in der Wohnung geben.

Ein Pferd im Haus

Was für Nager ein zu kleiner Käfig ist, ist für ein Pferd es im Haus zu halten. Das ist zum einen nicht tiergerecht und zum anderen gefährlich für das Pferd. Überall stehen Vasen, Gläser und andere Sachen rum, die für das Tier gefährlich werden, wenn sie kaputt gehen. Ich habe selber ein Pferd. Das allerdings wohnt im Stall und darf ein echtes Pferdeleben führen.

Hundertprozent artgerecht wird man Tiere, egal ob Wildtiere oder domestizierte Tiere, wohl nie halten können. Was man aber in jeden Fall tun sollte, bevor man sich für ein Leben mit Tieren entscheidet: Wissen aneignen. Erwarten Sie nicht von dem Tier, dass es sich in ihr Leben einfügt, sondern werden Sie Teil im Leben Ihres Tieres.

Weitere Informationen rund um das Thema „Wohnen“ finden Sie auch in unserem Themenschwerpunkt „Schutz vor Einbruch, Unfall und weiteren Gefahren“.

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