Urlaub mit Kindern: Die 10 häufigsten Stresssituationen

überfüllter Kofferraum

Die einen nennen es Urlaub mit Kindern, ich nenne es Ortswechsel. Eine Urlaubssatire von einer leidgeprüften Profi-Mum.

1) Urlaub mit Kindern heißt in erster Linie: Koffer packen. Dabei gilt es, Wohn-, Kinder- und Schlafzimmer sowie die Hausapotheke und den Fuhrpark der Kleinen auf drei bis vier Koffer, ein paar Taschen, einen Dachträger und diverse andere Transportbehältnisse aufzuteilen. Während Sie noch packen, fragen Sie sich warum Sie nicht gleich einen Container gemietet haben. Oder ein Tankschiff.

2) Waren Sie als Jugendlicher gut bei Tetris? Perfekt! Dann erfüllen Sie die Kernvoraussetzung, um das Familienauto anzufüllen. Summen Sie dabei die Tetrismelodie zwischen zusammengebissenen Zähnen, um nicht laut zu schreien oder zu fluchen. Stopfen Sie das letzte Gepäckstück hinein und schließen Sie zügig den Kofferraum. VORSICHT: Öffnen Sie das Auto nicht, bevor Sie am Zielort sind!

Urlaub mit Kindern

3) Fahren Sie rechtzeitig los. Also wenn:
a) die Kinder noch schlafen
b) gerade aufgestanden sind oder
c) gerade am Einschlafen sind.
Egal, wofür Sie sich entscheiden, es wird nicht funktionieren.

Kaum schlafen die kleinen Lieblinge nämlich endlich im Auto, sind Sie
a) im Stau
b) müssen selber auf die Toilette oder
c) haben eine Panne.

Urlaub mit Kindern

Stau auf der Autobahn

Das führt dann unweigerlich zu Punkt 4:

4) Je nach Alter der Kinder gibt es unterschiedliche Arten der „Unmutsäußerung“ während der Anreise an den Urlaubsort. Folgende Standardsätze können Sie dabei erwarten:
a) Spätestens bei der Auffahrt auf der Autobahn: „Sind wir schon da?“, „Ist es noch weit?“, „Ich muss aufs Klo!“
b) Während der Fahrt: „Ich hab Hunger!“, „Ich habe Durst!“, „Ich hab mein Brötchen verloren!“
c) Kurz vorm Ziel: „Ich will nach Hause, in den Kindergarten zur Oma …“ et cetera.

5) Sie haben gegen alle Erwartungen (besonders Ihre eigenen) das Ziel erreicht. Dort ist es heiß, das Apartment ist nicht fertig geputzt und Parkplatz gibt es auch keinen. Ihr Auto stinkt wie der Tourbus einer Teenagerockband und Sie haben Schweißflecken wie eine Landkarte am T-Shirt. Aber was kann denn jetzt noch großartig passieren?

6) Das im Prospekt absolut verlockend angepriesene Apartment ist statt der versprochenen 55 Quadratmeter nur 40 groß. Eine Alternative gibt es nicht. Statt Kühlschrank gibt es eine Minibar, die Küche ist so klein, dass man beim Umrühren der Kaffeetassen den Kindern den Ellenbogen in die Magengrube schlägt. Das Leitungswasser schmeckt nach Chlor, der Fernseher hat die Größe eines Handydisplays mit der Auflösung eines Van Gogh-Gemäldes.

7) Endlich im Apartment ist es Zeit für eine Inventur: Sie haben zwar ausreichend Malkreide, Pflaster, Sonnencreme, Anti-Moskitosprays und Medikamente gegen Durchfall und Verstopfung mit, dafür keine einzige Zahnbürste. Die kann man natürlich nachkaufen – zu so horrenden Preisen, als würde man mit der Zahnbürste auch Staatsanleihen in Schweizer Franken erwerben.

8) Ihre Liegestühle sind in Schirmreihe 33 gleich neben dem Klo und bieten Aussicht auf mehr verbrannte Haut als der Hähnchengrill am Oktoberfest. Sie sind zumindest vermutlich am Strand – so genau weiß man das nicht, denn das Meer kann man von hier aus nicht sehen. Sie könnten genauso gut in 33-ster Reihe vor einem kaputten Radio liegen – das Rauschen wäre ähnlich – auch die Hintergrundgeräusche.

9) Alles hat ein Ende. Die Rückreise stellt Sie vor ungeahnte Herausforderungen, denn spätestens beim Einpacken stellen Sie fest, dass Sie nun wesentlich mehr Dinge zu verstauen haben als bei der Hinfahrt. Das kann doch nicht alles Sand sein? Ist die Luft auch wirklich aus allen Schwimmtieren draußen? Haben Sie gar so viele Zahnbürsten gekauft?

10) Sie sind wieder daheim. Genauso wie die Schmutzwäsche. Nun haben Sie eine Sehenswürdigkeit zu Hause – einen wahrhaftigen Mount-Wasch-More. Und kurz, bevor der Wäschetrockner ins Burn-Out geht, können Sie lächelnd auf eine Urlaubswoche mit Kindern zurückblicken, wissend, dass Sie morgen wieder zurück ins Büro müssen …


Gastbloggerin von einerschreitimmerÜber die Autorin

Anne hat Zwillinge. Weil ständig eines ihrer Kinder brüllt, betreibt sie den Zwillingsblog „Einer schreit immer – die Wahrheit über das Leben mit Zwillingen“. Anne macht „irgendwas mit Medien“, hat acht Hände und viel Humor. Sie wartet einstweilen auf ihre Nominierung für den Pulitzerpreis. Insgeheim wünscht sie sich zur Mutter des Jahres gewählt zu werden. Die Chancen dafür stehen aber leider schlecht, weil ihr jedes Mal die Realität frech ins Gesicht lacht und ihre Pläne böse kreuzt.

Wie unterscheidet sich das Reisen als Single oder Paar vom Urlaub mit Kindern? Hier der ehrliche (mit einem dicken Schmunzeln auf dem Gesicht aufgeschriebene) Vergleich von Katharina Nachtsheim, die das Blog Stadt Land Mama betreibt.

Bildquelle: Anne, einerschreitimmer.com

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