Urlaub mit Haustier – Ja oder Nein?

Soll ich meine Tiere mit in den Urlaub nehmen oder kann ich sie, gut versorgt, zuhause lassen? Das frage ich mich als Haustierbesitzerin jeden Sommer von Neuem. Stehen Sie auch vor dieser Frage? Dann hilft Ihnen meine Checkliste bei der Entscheidung.

Urlaub mit Haustieren

Darf der Vierbeiner mit in den Urlaub oder nicht?

Ich möchte dieses Jahr einen Wohnwagen mieten und ein paar Tage nach Holland ans Meer fahren. So weit, so gut. Allerdings habe ich zwei Kaninchen und ein Pferd. Bei meinem Pferd ist klar, dass ich es nicht mit in den Urlaub nehmen kann – auch wenn er vielleicht gerne mitkommen würde. Bei meinen Hasen muss ich die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen, ob ich meine Tiere mitnehme, sie bei Freunden oder in einer Tierpension unterbringe.

Will ich mit oder ohne Tier verreisen? – Haben Sie diese Grundsatzfrage für sich geklärt, können Sie die jeweiligen Möglichkeiten genauer betrachten und eine geeignete Lösung finden:

Urlaub mit Haustier

Welche Einreisebedingungen gelten für mein Tier?

  • EU-Länder: Um innerhalb der EU verreisen zu können, müssen Ihre Tiere mit einem Mikrochip elektronisch gekennzeichnet. Eine Tätowierung ist nur dann zulässig, wenn sie vor dem 3. Juli 2011 vorgenommen wurde. Pflicht ist weiterhin eine gültige Tollwutimpfung. Lassen Sie beim Tierarzt am besten prüfen, ob der Impfschutz noch besteht. Darüber hinaus benötigen Hunde, Katzen und Frettchen auf Reisen einen EU-Heimtierausweis. Diesen stellt Ihnen der Tierarzt aus.
  • Nicht-EU-Länder: Auch für die Einreise in Nicht-EU-Länder gibt es Gesundheitsvorschriften für die Tiere. Sie als Besitzer müssen nachweisen können, dass Ihr Tier keine auf den Menschen übertragbaren Krankheiten hat.
  • Detaillierte Informationen zu den Einreisevorschriften bietet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Wie transportiere ich mein Haustier sicher und korrekt?

  • Flugzeug: Wenn Sie fliegen, sollten Sie sich frühzeitig über die jeweiligen Transportbestimmungen der Fluggesellschaft informieren. Grundsätzlich müssen die Tiere in einer Transportbox untergebracht sein. Wenn das Haustier samt Box klein genug ist, kann es häufig sogar in der Passagierkabine mitfliegen. Größere Tiere werden im klimatisierten Gepäckraum untergebracht. Um das Risiko für Ihr Tier zu reduzieren, ist es ratsam, Direktflüge ohne Zwischenlandungen zu buchen und die Flugzeit so kurz wie möglich zu halten.
  • Auto: Auch im Pkw sollte Ihr Haustier gut gesichert sein – nicht zuletzt, da Sie ansonsten mit einem Bußgeld rechnen müssen. Für kleinere Hunde bietet sich ein spezieller Hundegurt an, der sich am normalen Sicherheitsgurt befestigen lässt. Für größere Hunde kommen Trenngitter und Netze oder eine Transportbox in Frage. Auch andere Haustiere reisen am sichersten in einer Box. Stellen Sie sicher, dass diese gut im Auto befestigt und nicht unter anderem Reisegepäck vergraben ist. Auf Pappkartons als Transportmittel sollten Sie generell verzichten, da diese Ihren Tieren bei einem Unfall keinen Schutz bieten.
  • Bahn: Kleine Tiere fahren häufig kostenlos. Für größere Tiere müssen Sie eine Fahrkarte lösen. Auf manchen Strecken, wie zwischen Frankreich, Belgien und England, sind gar keine Tiere erlaubt. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie das Tier an solche Transporte langsam gewöhnen und vorab einige kürzere „Übungsfahrten“ machen.
  • Weitere Tipps zum tiergerechten Reisen in Auto und Flugzeug erhalten Sie in unserem Beitrag Bello und die große weite Welt – tiergerechtes Reisen.

Sind Tiere in meiner Unterkunft erlaubt?

Nicht alle Hotels erlauben Tiere. Manche verlangen eine extra Haustier- oder Reinigungsgebühr. Sollten Sie sich einen Wohnwagen für die Reise mieten, kommt es ebenfalls auf den Vermieter an, ob Haustiere gestattet sind. Erkundigen Sie sich also am besten vor der Buchung nach der Tierfreundlichkeit. In vielen Reise- und Hotelbuchungsportalen können Sie zudem bei der Suche über Filter voreinstellen, dass nur Unterkünfte angezeigt werden, in denen Tiere erlaubt sind.

Die Tiere zuhause lassen, wenn ich verreise

Die Technik macht’s möglich: Inzwischen gibt es intelligente Futterspender, die Gesichter einzelner Haustiere erkennen und die jeweils passende Futtermenge ausgeben. Per App kann das Fressverhalten des Tieres nachvollzogen und teilweise auch per Video überwacht werden. Das ist eine nette Spielerei; mein Haustier würde ich jedoch nicht in die Obhut eines Roboters geben! Da gibt es sicherere Alternativen:

Wo bringe ich mein Haustier gut unter?

  • Versorgung durch Bekannte: Für das Haustier ist es immer die beste Lösung, wenn es in der gewohnten Umgebung bleiben kann. Deshalb empfehle ich Ihnen, den Haustürschlüssel einem Freund anzuvertrauen, sodass er das Tier einmal am Tag füttern kann. Beim Hüten fremder Tiere läuft allerdings nicht immer alles rund. Klären Sie daherrechtzeitig ab, wie Sie und Ihr Bekannter im Schadensfall abgesichert sind.
  • Tierpensionen: Es gibt Pensionen, die verschiedene Tierarten aufnehmen. Andere Unterkünfte haben sich auf eine Tierart spezialisiert, zum Beispiel auf Hunde, Katzen oder sogar Schildkröten. Bevor Sie sich für ein Tierhotel entscheiden, besuchen Sie verschiedene Unterkünfte und erkundigen Sie sich nach den Betreuungsmaßnahmen. Suchen Sie außerdem nach Bewertungen anderer „Gäste“. Für Kleintiere zahlt man in der Regel bis zu zehn Euro am Tag. Bei Hunden müssen Sie mit täglichen Kosten zwischen 15 und 30 Euro rechnen. Um Ihr Haustier in einer Tierpension unterbringen zu können, werden häufig verschiedene Impfungen und Versicherungsschutz verlangt – informieren Sie sich einfach bei der Pension ihrer Wahl nach den Bedingungen.
  • „Nimmst du mein Tier, nehm ich dein Tier“: Unter diesem Motto hilft der Deutsche Tierschutzbund e.V. in der Urlaubszeit bei der Vermittlung von Urlaubsplätzen für Haustiere.

Nachdem meine zwei Kaninchen nicht elektronisch gekennzeichnet sind, werde ich wohl Freunde beauftragen, sich um die beiden zu kümmern. So kann ich beruhigt meinen Urlaub in Holland genießen und meine Hasen bleiben in ihrer gewohnten Umgebung. Mein Pferd wird in der Zeit, von den Stallbesitzern mitversorgt, damit ich mir auch bei ihm keine Sorgen machen muss.

Die Pflicht zur Hundehaftpflicht
Die Hundehaftpflichtversicherung ist in fünf Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben: Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Auch wenn die Vorgabe nicht in Ihrem Bundesland gilt: Die Absicherung für Ihren Hund lohnt sich. Denn so sind Sie im Ernstfall vor Schadenersatzanforderungen in Millionenhöhe gefeit – in Deutschland und im Ausland. Informieren Sie sich jetzt bei uns über die weiteren Vorteile der Hundehaftpflicht!

Was sagen Sie zu diesem Thema?

3 Kommentare

  1. Marlis schreibt am 7. Juni 2015 um 10:37:

    Vot 5 Jahren haben wir uns für einen Hund entschieden und fahren seit dieser Zeit jedes Jahr mit Hund an die Ostsee.Ferienhaus mit Hund ist kein Problem und Hundestrände gibt es auch grnug.
    Wir würden ohne unseren Rudi nicht in den Urlaub fahren.

    • Katja Brömmel Katja Brömmel schreibt am 8. Juni 2015 um 8:31:

      Hallo Marlis,

      ich finde es toll, dass Sie Ihren Hund mit in den Urlaub nehmen. Geht Ihr Hund gerne in der Ostsee baden?

      Viele Grüße,
      Katja Brömmel

      • Marlis schreibt am 10. Juli 2015 um 17:34:

        Rudi geht gern in die Ostsee.Wasser (außer Abduschen in der Badewanne)findet er toll.

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