Wohngemeinschaft für Rentner und Studenten

Zimmer frei: Das Wohnprojekt „Wohnen für Hilfe“ führt Alt und Jung zusammen. Die Studenten helfen ihren Vermietern im Haushalt, statt Miete zu bezahlen. Dabei ergeben sich Vorteile für beide Parteien.

Ältere Frau_Pflege_BlogDie meisten Menschen wollen möglichst lange im eigenen Heim wohnen. Mit zunehmendem Alter sind sie aber in Sachen Einkaufen, Kochen, Putzen oder den Garten in Schuss halten auf Hilfe angewiesen. Die eigenen Kinder haben jedoch alle Hände voll mit der eigenen Familie und dem Beruf zu tun und viele ältere Menschen wollen keine Putzhilfe im Haus haben.

Wohnen für Hilfe – Eine andere Form des Zusammenlebens

Seit 1992 gibt es in Deutschland das Projekt „Wohnen für Hilfe“. Mit dem Projekt soll der ungenutzte Wohnraum vieler Rentner und die häufig angespannte Wohnsituation in den meisten Studentenstädten genutzt werden, um sowohl für die älteren Jahrgänge als auch die jüngere Generation eine Lösung zu finden.

Das Prinzip des alternativen Wohnmodells ist einfach: Die Senioren bieten ein oder zwei freie Zimmer für Studenten an. Die Jüngeren beteiligen sich an den Nebenkosten und helfen im Haus oder im Garten mit, statt Miete zu zahlen. Meist gilt die Regel, dass der Student jeden Monat eine Stunde pro Quadratmeter genutzter Wohnfläche im Haushalt mithilft.

In Deutschland bieten mittlerweile 28 Universitätsstädte dieses Wohnprojekt an. „Wohnen für Hilfe“ wird in den einzelnen Städten von verschiedenen Trägern unterstützt. Häufig beteiligen sich die Städte oder soziale Einrichtungen.

So ist der Alltag in der Wohngemeinschaft zwischen Alt und Jung

Frau A. Lorenz wohnt in Nürnberg und „vermietet“ im Rahmen des Projekts „Wohnen für Hilfe“ ein Zimmer an den ukrainischen Studenten Ivan. Seit Oktober 2013 wohnen die beiden zusammen und sehen in ihrer Wohngemeinschaft große Vorteile. „Für mich ist die Vermietung eines Zimmers ein kleines Zubrot zur Rente“, sagt Frau Lorenz. „Außerdem ist durch Wohnen für Hilfe immer jemand in der Wohnung und kann die Katzen versorgen, wenn ich nicht da bin.“

Darüber hinaus freut sich Frau Lorenz über die Möglichkeit, dadurch mehr über das Heimatland von Ivan zu erfahren. Er selbst sieht die günstige Miete als größten Vorteil. „Es ist auch toll, jeden Tag mit jemandem zu kommunizieren und hilfreich sein zu können“, erzählt Ivan.

Diese besondere Wohngemeinschaft kann auf Dauer nur gut gehen, wenn beide Parteien bereit sind, Kompromisse einzugehen und miteinander über Schwierigkeiten zu reden. Studenten, die über „Wohnen für Hilfe“ nach einer Unterkunft suchen, sollten darauf achten, dass die Wohnung nicht zu weit weg von der Hochschule ist und eine gute Verkehrsanbindung hat, rät Ivan. Für Senioren, die über das Programm ein Zimmer vermieten möchten, hat Frau Lorenz den Tipp, für eine räumliche Trennung zwischen Vermieter und Mieter zu sorgen: „Eine einfache aber wichtige Grundvoraussetzung ist für mich zum Beispiel, dass beide Bewohner ihr eigenes Bad haben.

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