Getrennt, zusammen oder Patchwork?

PatchworkWeihnachten: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wer besucht wen und wann? Was gibt es zu Essen und bei wem? Ganz schön kompliziert, dabei sind wir, meine Partnerin und ich, zu zweit und müssen die Feiertage „nur“ unter Geschwistern und Eltern aufteilen. Wie sieht das Ganze aus, wenn man Kinder hat oder gar eine Patchwork-Familie wie mein Kollege Stefan?

Wenn mein lieber Kollege Stefan von einem Wochenende mit seinem Kind oder seinen Kindern erzählt, hat er ein richtiges Leuchten in den Augen. Allerdings durchschaue ich dabei nicht immer, von welchem Kind er spricht. Darauf angesprochen, beschreibt Stefan seine Situation so:

„Mit meiner damaligen Frau hatte ich mein Familienglück gefunden – dachte ich. Wir waren gerade mal zehn Monate verheiratet, als mein Erstgeborener zur Welt kam. Leider ging die Ehe nach ein paar Jahren auseinander. Heute sind wir geschieden.

Recht schnell habe ich eine neue Partnerin gefunden, die bereits eine kleine Tochter aus ihrer ersten Ehe mitbrachte. Nachdem die Schmetterlinge im Bauch schwächer wurden, meinten wir, dass unsere Pläne nicht die gleichen waren. Aus unserer Verbindung entstand etwas Neues: Ein kleiner Mann kam zur Welt. Somit habe ich nun zwei leibliche Söhne, einer ist sechs Jahre alt und einer 14 Monate. Natürlich gehört die Tochter meiner zweiten Partnerin mit vier Jahren auch zu meiner Familie.“

Das schönste Geschenk: Zeit mit den Kindern

Stefans Alltag stelle ich mir nicht einfach vor. Wenn Stefan davon berichtet, scheint sein Familienleben aber durchaus gut geregelt zu sein. Es müssen eben alle Parteien mitspielen:

„Ich habe das Sorgerecht für meine beiden leiblichen Kinder. Wir leben heute alle getrennt, sehen uns aber regelmäßig. Es gibt Gelegenheiten, da sind wir auch zu sechst unterwegs – ich, die beiden Mamas und die drei Kinder. Oder der Papa des Mädchens, die Mama und die drei Kinder.

Im Alltag ist es häufig so, dass ich den Großen unter der Woche vom Kindergarten abhole und am nächsten Tag morgens hinbringe. An einem anderen Tag bin ich bei dem Kleinsten zu Besuch. Am Wochenende bin ich in der Regel samstags bei meinem kleinen Sohn und seiner Schwester. Der Große ist jedes zweite Wochenende bei mir. Alle drei Kinder sehen sich meistens alle 14 Tage. Da sie sich sehr mögen, geht das total problemlos.“

„Wichtige Termine nehmen stets beide Eltern war, egal ob es um Arzttermine, um die Schule oder Prüfungen geht – wie zuletzt das Seepferdchen. Das ist für die Kinder wichtig und verbessert auch die Kommunikation unter uns Eltern.“

An Weihnachten kommt niemand zu kurz

Ich finde es Klasse, dass die Eltern zu allererst an die Kinder denken und darauf achten, dass alle Familienmitglieder glücklich sind. Kompliment, echt gut geregelt. Aber zurück zu Weihnachten: Sicher sind die Feiertage in einer Patchwork-Familie sehr stressig. Ist das so, Stefan?

„Weihnachten ist leicht zu regeln, da es ja glücklicherweise mehrere Feiertage gibt. Dieses Jahr habe ich voraussichtlich am Heiligen Abend Zeit für mich. Am ersten Feiertag bin ich bei der Mama mit den beiden Kindern. Auch die Großeltern mütterlicherseits werden dort sein. Der Große ist an diesem Tag mit seiner Mama bei ihren Eltern. Am zweiten Feiertag fahre ich mit dem Großen dann in meine Heimatstadt zu meinen Eltern.“

Patchwork: Bei der Absicherung wird es kompliziert

Als Versicherungsfachwirt ist für mich klar, welche Absicherungen Singles, Paare oder Familien benötigen. Was aber ist, wenn die Familiensituation etwas herausfordernder ist? Bei diesem Punkt sind Stefan und ich uns einig: „Es könnte leichter sein.“

Es fängt schon bei der Krankenversicherung an: Privat oder gesetzlich krankenversichert? Als Beamtin bringt die Mutter von Stefans kleinstem Nachwuchs nochmal einen weiteren Krankenversicherungszweig ins Spiel. Dadurch ist ein Kind familienversichert und eines privat. Leider kann ich Ihnen  hier keine pauschale Antwort geben, in welcher Konstellation welche Krankenversicherung möglich und nötig ist. Lassen Sie dies am besten individuell prüfen.

Natürlich wird für die Kinder zusätzlich privat vorgesorgt. Für Stefans Kinder zahlen die Großeltern der Kinder in eine Ausbildungsvorsorge ein. Zusätzlich hat Stefan für alle eine Unfallversicherung abgeschlossen und spart für beide Söhne in einem Fonds etwas an. Das Wichtigste bei der Absicherung der Kinder ist, dass die Eltern miteinander reden und so das Richtige für ihre Kinder auswählen.

Familienglück: Die Kinder stehen im Mittelpunkt

Auch wenn die familiäre Situation für Stefan manchmal anstrengend ist, wirkt er glücklich, wenn er von seinen Kindern spricht. Aber was genau bedeutet für ihn Familienglück im Patchwork?

„Ich freue mich besonders, wenn mich die Kinder anlächeln oder anlachen. Das ist einfach unbezahlbar. Grundsätzlich bin ich sehr froh, dass ich als Papa wieder ein gutes Verhältnis zu den Mamas habe. Wir können gut aufeinander zugehen und finden bei Schwierigkeiten stets eine Lösung. Familienglück bedeutet für mich, die Kinder im Blick zu haben und ins Zentrum unseres Lebens zu stellen. Zeit füreinander zu haben, ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Zukünftig kann sich die Perspektive für unser Familienglück verändern. Zeit füreinander zu haben, empfinde ich jedoch auch für die Zukunft als einen wichtigen Aspekt in unserem gemeinsamen Leben.“

Weitere Informationen rund um das Thema „Familienglück“ finden Sie auch in unserem Themenschwerpunkt

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1 Kommentar

  1. Stefan schreibt am 15. Dezember 2015 um 9:02:

    Prima geschrieben 🙂

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