Oh du Schreckliche!

Familie streitet vor dem Christbaum zur Weihnachtszeit

Stille Weihnachtszeit? So unter uns Profimüttern: Kekse backen, Adventkalender basteln, Geschenke diskret einkaufen – ich bin kurz vor dem Herzinfarkt! Eine Polemik.

Wenn ich daran denke, dass ich am 24. Dezember die ganze Familie bei mir zu Hause hungrig am Tisch sitzen habe, dann überlege ich mir ein One-Way-Ticket nach Thailand vom Christkind zu wünschen. Denn das letzte Weihnachtsfest endete im Supergau: Ich hatte die ganze Familie eingeladen und der Geschirrspüler wurde kaputt. Natürlich dann, als alle schon leicht beschiggert nach Hause gegangen waren.

Ich und auch die Wissenschaft können also eines bestätigen: Zur Weihnachtszeit kracht es so gut wie immer. Das sagen auch aktuelle Studien. Auf vice.com wurde sogar jüngst ein Polizist zitiert, der zu berichten wusste: „Heiligabend ist die Stimmung noch beschaulich und besinnlich, am ersten Festtag steigt der Aggressionspegel und am zweiten fliegen die Fäuste.“ Fäuste fliegen bei uns natürlich nicht, aber meistens Vorwürfe.

Nur warum ist das eigentlich so?

Eigentlich sollte Weihnachten das Fest der Liebe sein, der Geschenke und des guten Essens. Es für eine dankbare, entspannte Stimmung sorgen. Eigentlich. Immerhin treffen sich Menschen, die sich lange nicht gesehen haben und freuen sich über freie Tage mit der Familie. 

Moment mal: Menschen, die sich lange nicht gesehen haben? Treffen? Geschenke? Dankbarkeit? Genau: Weihnachten ist Ausnahmezustand! Stress, sozialer Druck und hohe Erwartungen kommen zusammen. Das ist per se eine explosive Mischung. 

Probleme im intensiven Miteinander

Im Alltag ist die Sache einfach: Mama und Papa arbeiten, Oma und Opa sind in weiter Ferne, die Kinder sind in Kindergarten und Schule. Man sieht sich nachmittags und abends, vielleicht noch am Wochenende. Die Berührungspunkte sind auch in der Kernfamilie relativ rar. Denn irgendwie hat doch jeder seine eigene Welt, in der er die meisten Stunden des Tages gefangen ist. Schulsorgen, Streit mit dem Kindergartenfreund, Ärger mit den Kollegen, aber auch die schönen Stunden erlebt jeder und jede fern der Familie für sich selbst. Es werden eigene Standpunkte entwickelt, eigene Methoden im Umgang mit Menschen und Situationen.

Viel zu hohe Erwartungen

Und dann kommen die Feiertage. Die bedeuten viel mehr Zeit miteinander. Menschen, die sich sonst nur stundenweise sehen verbringen auf einmal den ganzen Tag miteinander. Ihre Erwartungen an sich selbst und das Gegenüber, aber auch ihre Ansprüche, Weltanschauungen, Handlungsweisen und Angewohnheiten prallen aufeinander. Dinge, die im Alltag keine Rolle spielen, werden auf einmal nicht nur offensichtlich, sondern wichtig. Und das gibt Streit. Während die Eltern sich wünschen, endlich mal wieder mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen, wollen die Kinder spielen und Zeit für sich haben. Sie sind gestresst, weil sie ihre Freunde nicht sehen, weil der Alltagstrott ausgehebelt ist und plötzlich alle etwas von ihnen wollen. Wenn da Zoff nicht vorprogrammiert ist?

Familie vor dem Christbaum zur Weihnachtszeit

Tipps für eine zankfreie Weihnachtszeit:

  • Weg mit dem Perfektionismus: Die Kekse sind gekauft? Egal, sie schmecken sensationell! Die Deko ist nicht instagramable? Na und? Lösen Sie sich von imaginären Zwängen und lassen Sie sich nicht stressen.
  • Weniger ist mehr: Weihnachtskarten, selbst gebastelte Deko, handgemachter Eierlikör? Wenn Ihnen das Freude macht, dann gerne. Aber bedenken Sie: Ihre liebevoll geschriebene Weihnachtspost landet in Wahrheit spätestens am 1. Januar im Papierkorb. Setzen Sie Prioritäten.
  • Familien-Streitthemen aussparen: Politik, Erziehung oder der Weltfrieden sind oft keine besonders guten Tischgespräche.
  • Timing ist alles: Eine Familienkonferenz in Sachen Weihnachtsplanung kann einen Familienstreit zu den Feiertagen verhindern. Wichtige Aufgaben sollten dabei verteilt werden. Wer macht an den Feiertagen was? Wer besorgt den Weihnachtsbaum? Wer kümmert sich um den Adventsschmuck?
  • Erwartungen zurückschrauben: Warum sollte es an Weihnachten besser oder schöner sein als unter dem Jahr? Es ist keine Gesetzmäßigkeit, dass am 24. Dezember plötzlich alle sehr viel glücklicher sind als am Tag zuvor.
  • Sekt einkühlen: Wenn alle Stricke reißen, dann gönnen Sie sich extra ein Gläschen. Denn manchmal kann man sich nicht nur Männer, sondern gleich die ganze Familie schöntrinken.
Was sagen Sie zu diesem Thema?

2 Kommentare

  1. Roland Richert schreibt am 24. Dezember 2018 um 18:00:

    Sie gehören zu Weihnachten wie Lebkuchen und Geschenke: Kerzen auf dem Adventskranz. Doch wenn plötzlich das Tannengrün brennt, kann schnell die gesamte Einrichtung in Flammen stehen. Welche Versicherung kommt für welche Schäden auf?
    https://profair24.de/dvag-feuer-in-der-weihnachtszeit-wer-zahlt/

    • Ewelina Zolneczko Ewelina Zolneczko schreibt am 27. Dezember 2018 um 10:04:

      Lieber Herr Richert, für diese Schäden kommt die Hausratsversicherung auf. Viele Grüße, Ewelina aus dem Social Media Team

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