Don´t! Make! Waste! 8 Tipps für weniger Müll

Plastikmüllteppiche im Meer, Plastikmüllberge zu Land. Für Umweltexperten inzwischen eine ebenso große Bedrohung für unser Ökosystem Erde wie der CO2-Ausstoß. Der beste Abfall ist der, der erst gar nicht anfällt. Grund genug das eigene Konsumverhalten einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Hier gibt es ein paar unschöne Fakten und einfache, aber wirksame Alltagstipps …

Ausgerechnet wir Deutschen, die Recycling-Streber Europas, und deshalb früher von unseren Nachbarn belächelt – ausgerechnet wir produzieren pro Kopf laut dem Institut der deutschen Wirtschaft 37 Kilogramm Plastikmüll im Jahr. Das sind sechs Kilo mehr als der EU-Durchschnitt. Das mit steigender Tendenz: zwischen 2005 und 2015 ist der Plastikmüll-Menge in Deutschland um 29 Prozent gestiegen.

Immerhin wird hierzulande fast die Hälfte unseres Verpackungsmülls recycelt. Da sind wir wiederum besser als der europäische Durchschnitt. Ein Gutteil unseres Abfalls wird außerdem zur Energiegewinnung genutzt. Der beträchtliche Rest landet auf riesigen Mülldeponien im In- und Ausland und in Flüssen und Meeren. Dabei ist Plastikmüll in unserem Leben als Verpackung, in technischen Geräten oder als Mikroplastik in Kosmetika allgegenwärtig.

Das Problem: Der Kunststoff verrottet kaum. Bis eine Plastiktüte zerfallen ist, dauert es unglaubliche 500 Jahre. In unseren Weltmeeren treiben riesige Müllteppiche. Meerestiere und Vögel verenden an dem vermeintlichen Futter, und Mikroplastik gerät über die Nahrungskette zu und in uns Menschen. 

8 Tipps zur Müllvermeidung

Höchste Zeit für einen kritischen Blick aufs eigene Konsumverhalten. Denn der beste Plastikmüll ist der, den man vermeidet! Und oft ist das gar nicht so schwer. Anbei ein paar alltagstaugliche Tipps:

  • Schreiben Sie sich vor dem Einkauf eine Liste. Was brauchen und verwerten Sie wirklich in den nächsten Tagen? Was fehlt tatsächlich im Kühlschrank und muss nachgekauft werden? Denn was spontan gekauft wird, wird oft genug nicht verwendet, kostet also nur Ihr Geld und landet schließlich im Müll.
  • Greifen Sie, soweit es geht, zu unverpacktem Gemüse und Obst. Inzwischen gibt es lose Paprikaschoten und Tomaten sogar beim Discounter. Ein zusätzlicher Vorteil dabei – Sie kaufen tatsächlich nur so viel, wie Sie benötigen. Oft schmeißt man die letzten Pfirsiche aus der Großpackung weg, weil sie gammlig sind und produziert somit noch mehr Abfall.
  • Kaufen Sie Nachfüllpackungen. Seife, Putzmittel und Abschminktücher gibt es zum Nachkaufen ohne dickes Plastik drumherum. Zwar sind die Refiller auch verpackt, aber mit insgesamt deutlich weniger Volumen.
  • Verwenden Sie Einkaufskörbe oder -netze für Ihre Einkäufe. Dies ist sicher am leichtesten umzusetzen, da wir per Gesetz seit Juli 2016 für Plastiktüten zahlen müssen.
  • Vermeiden Sie Mikroplastik, wo es geht. Dieser Kunststoff ist vor allem in Kosmetika und Putzmitteln in flüssiger oder granulierter Form enthalten. Das Fiese dabei: Da die wenigsten von uns Chemie studiert haben, tarnt es sich hinter Begriffen, die wir nicht übersetzen können. Laden Sie sich deshalb diese kostenlose App runter: https://www.codecheck.info/appMit ihrer Hilfe können Sie Produkte im Super- oder Drogeriemarkt scannen und sich über die Inhaltstoffe informieren. Zeigt Ihnen die App an, dass Mikroplastik im Spiel ist – zurück ins Regal damit. So setzen Sie auch ein deutliches Zeichen und machen der Industrie klar, dass wir „saubere“ Produkte brauchen und wollen.
  • Das geht auch ohne App. Der Bund Naturschutz hat analog dazu eine Liste erstellt, auf der Sie Produkte finden, die nach wie vor Mikroplastik enthalten. 
  • Hinterfragen Sie Ihre eigene „To-Go-“Lebensgewohnheiten. Vor 20 Jahren hätte kaum jemand im Laufen auf dem Weg zur Arbeit oder zum nächsten Geschäft, einen Cappuccino getrunken. Die beschichteten Einwegbecher gelten inzwischen als Abfallverursacher Nummer Eins. Ist das wirklich noch Kaffeegenuss?
  • Wer es eine Spur radikaler mag, kauft in einem der zahlreichen Unverpackt-Läden ein, die es inzwischen deutschlandweit gibt. Hier wird alles – wie der Name schon sagt – unverpackt angeboten. Sie bringen von zu Hause Ihre Vorratsdosen mit und befüllen Sie mit der gewünschten Menge vor Ort. Was sich nicht lose verkaufen lässt, wird in wiederverwendbaren (Pfand-)Behältern angeboten.

Jeder muss letztlich für sich selbst entscheiden, ob und wie er persönlich zur Müllvermeidung beiträgt. Ich habe eine Bekannte, die versucht inzwischen, völlig auf Verpackungen zu verzichten. Aber das ist ein eigenes umfassendes Lebenskonzept – ich kann hier nur meinen Hut ziehen und beschämt zugeben, dass ich das so nicht umsetzen könnte.

ERGO Direkt für die Umwelt

Stolz bin ich hingegen auf meinen Arbeitgeber: Seit Juli gibt es an unseren Kaffeeautomaten keine Einwegbecher mehr. ERGO Direkt entsorgte bis dato jedes Jahr etwa 220.000 Einwegkaffeebecher und produzierte somit über zwei Tonnen überflüssigen Müll. Jeden Morgen stehe ich nun mit meinen Kolleginnen und Kollegen am Kaffeeautomaten und jeder von uns hält seinen Becher aus Porzellan oder Bambus in der Hand, den er zum nächsten Kaffeegang wieder benutzt. So einfach ist das manchmal.

Müllvermeidung - Zwei Kolleginnen an der Kaffeemaschine mit Bambusbecher und Tasse

Zwei Kolleginnen an der Kaffeemaschine mit Bambusbecher und Tasse

Als kleinen „Aufrüttler“ sehen Sie sich gerne dieses Filmchen an! 

Ich freue mich über weitere Tipps, Kleinigkeiten, die man einfach im Alltag umsetzen kann. Also immer her damit, gerne als Kommentar.

Was sagen Sie zu diesem Thema?

4 Kommentare

  1. Edda Lang Edda Lang schreibt am 27. August 2018 um 14:09:

    Super! Vielen Dank. Das mit der Mikroplastik habe ich auch in dieser Form erst für ein paar Tagen gehört. Irgendwie weiß man es und dann gerät es im Alltag doch schnell wieder in Vergessenheit. Danke für die Erinnerung. Ich bin auch sehr froh, dass nun endlich hier bei uns im Betrieb die Plastikbecherflut eingedämmt wird. Leider sehe ich immer noch viele Kollegen*innen, die regelmäßig hier sind, täglich mit dem Plastikbecher vom Wasserspender laufen. Als feste Mitarbeiterin habe ich eine schöne Tasse die ich befülle. Das Wasser schmeckt daraus 1. besser als aus dem Plastikgelumpe und 2. habe ich das gute Gefühl keinen Müll verursacht zu haben 🙂 Ein kleiner Beitrag, ja, aber wenn das alle machen würden spart das Tonnen von Plastik. Die Einstellung „ach, das ist doch nur ein Becher“ oder „nur das eine Mal“ ist sehr blauäugig.

  2. Anja Schabert Anja Schabert schreibt am 7. September 2018 um 14:46:

    Liebe Edda,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Es freut mich, wenn ich einen kleinen Anstoß zu Deiner persönlichen Mikroplastik-Vermeidung geben konnte.
    Und Du hast natürlich recht – jeder hat die Chance, seinen eigenen kleinen Beitrag zu leisten, die Abfallberge nicht noch größer werden zu lassen.
    Herzliche Grüße
    Anja

  3. Brigitte Visotsky schreibt am 19. September 2018 um 9:49:

    Es ist doch sicher möglich die Plastikbecher an den Wasserspendern zu entfernen? Jeder Mitarbeiter würde dann eine Tasse oder ein Glas zum Trinken benutzen.

    • Anja Schabert Anja Schabert schreibt am 21. September 2018 um 8:37:

      Liebe Brigitte,
      danke Dir für den nachdrücklichen Kommentar 😉 Es sollte in der Tat kein großes Problem sein,
      die Plastikbecher von den Wasserspendern zu entfernen. Wir haben über dieses Thema
      bereits in unserer letzten Blog-Redaktionsrunde gesprochen und wollen auf die Verantwortlichen
      zugehen, um ihnen unseren Vorschlag zu unterbreiten.
      Herzliche Grüße
      Anja

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