Medienkonsum bei Kindern – was es zu beachten gibt

Medienkonsum bei Kindern: Was gibt es zu beachten?
KiKa, der Kinderkanal von ARD und ZDF, feiert soeben seinen 20. Geburtstag. Wenn Sie Kinder im Sandmännchen- oder Schloss Einstein-Alter haben, wissen Sie das sicher.

Ein großartiger werbungsfreier Sender, der Kindern komplexe Themen wie Flüchtlingskrise oder Atomkraft altersgerecht und zugleich unterhaltsam erklärt.

Überhaupt kommt die Welt, meint man, durch Fernsehen und Computer direkt in unser Wohnzimmer. Kein Fleckchen Erde, das noch nicht für eine TV-Doku bereist wurde, keine Tierart, die noch nicht vor der Kamera stand, kein Ereignis, das auf dieser Welt von Reportern unbemerkt stattfindet. Toll, was Kinder via Bildschirm erfahren und kennenlernen … denkste …

Denn in der Regel gucken unsere Sprösslinge nicht ausschließlich Logo, PurPlus oder Terra X. Vielmehr häufelt sich in ihrem persönlichen Fernsehprogramm ein Gutteil fragwürdiger Medienschrott. Und sofort schließt sich die Frage an „Wie viel Fernsehen ist gut für mein Kind?“

Untersuchungen in Neuseeland haben ergeben, je intensiver und länger unsere Kinder pro Tag vor der Glotze hängen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass  sie später einen Hochschulabschluss machen. Auch wenn man Faktoren wie IQ oder die soziale und finanzielle Situation der Eltern heraus rechnet. Es gibt Wissenschaftler, die prophezeien, dass die westliche Welt bzw. deren Nachwuchs durch den Medienkonsum verdummt – und zwar so stark, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse global umkehren. Provokativ gesagt, in dreißig Jahren nähen wir die T-Shirts für China und nicht mehr umgekehrt.

Macht es Sinn, die modernen Medien von unseren Kindern völlig fern zu halten? Ich denke, das wäre erstens im Alltag verdammt schwierig und zweitens an der Realität vorbei.

Vielmehr macht, wie so oft, die Dosis das Gift.

Nach Ansicht vieler Experten sind unsere Gehirne am aktivsten, wenn wir mit Menschen zu tun haben. Wenn Kinder zum Beispiel in Gruppen lernen, trainiert das die grauen Zellen mehr als jedes interaktive Computerspiel.

Medienkonsum bei KindernDie Ausstattung von Schulen mit PCs lehnen viele Wissenschaftler sogar strikt ab, lese ich in einer Quelle. Dem  Argument, dass wir die Kinder damit auf ihr späteres Berufsleben vorbereiten, entgegnet ein Experte, dass wir in der Regel auch unser Auto im Erwachsenenleben brauchen, dennoch käme niemand auf die Idee, den Kindern bereits in der Schule Fahrunterricht zu erteilen. Ich finde, der Vergleich hinkt ziemlich und ist dennoch nachvollziehbar.

Die unfertigen Gehirne unserer Kinder benötigen ganzheitliche Sinneseindrücke, um sich zu entwickeln und zu entfalten. Das heißt sie müssen die Welt buchstäblich erfahren, mit allen Sinnen. Das Fernsehen leistet das nicht. Keine Gerüche, keine Atmosphäre, kein Fühlen von den Dingen, die da auf der Mattscheibe passieren. Damit sich die Nervenzellen im kindlichen Gehirn verknüpfen und Reize weitergeleitet werden können, braucht es aber diese ganzheitlichen Erfahrungen mit allen Sinnen.

Was unsere Kinder brauchen, ist also die vielbeschworene Medienkompetenz. Im Idealfall lernen sie, wohl dosiert zu konsumieren, sich also auch mit anderen Dingen zu beschäftigen, und Inhalte und Werbung von TV und PC kritisch zu hinterfragen. Das lernen sie in jungen Jahren am ehesten durch die Begleitung von uns Erwachsenen.

Medienkonsum bei Kindern – ein Leitfaden

Hilfreich finde ich hier den Leitfaden, der die „3-6-9-12“-Regel aufgreift: 

  • Keine Bildschirmmedien unter 3 Jahren
  • Keine eigene Spielekonsole vor 6 Jahren
  • Kein Handy oder Smartphone vor 9 Jahren
  • Keine unbeaufsichtigte Computer-/Internetnutzung vor 12 Jahren

Dazu hängt der Medienkonsum stets vom individuellen Kind und seiner aktuellen Lebenssituation ab. Und letztlich haben wir Eltern immer wieder die Vorbildfunktion und sind dafür verantwortlich, unsere Kinder zu mündigen Nutzern der modernen Medien zu erziehen.

Alles rund um das Thema Sehen in der digitalen Welt lesen Sie in unserem aktuellen Online-Magazin.

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