Umzug: Hilfe, die Helfer kommen!

Der Umzug in ein neues Zuhause verlangt jungen Familien einiges ab. Im Vorfeld wird organisiert, geplant und überlegt bis es endlich soweit ist: Umzugstag! Damit dieses wichtige Event schnell und reibungslos über die Bühne gebracht werden kann, braucht es viel Fleiß, Spucke und starke Helfer.

Doch Achtung: nicht jeder liebe Mensch eignet sich unbedingt als Unterstützung beim Packen und Tragen. Damit der Weg ins neue Heim kein Spießrutenlauf wird, haben wir hier einige Tipps, wie man mit den personifizierten Stolpersteinen fertig wird.

Die systematische Schwägerin

„Ich hab da mal einen Plan gemacht.“ Sie strukturiert, organisiert, verteilt Aufgaben und das alles so konsequent und gewissenhaft, dass im Anschluss niemand mehr weiß, warum er eigentlich gerade hier ist.

 

Eine wohlgeplante Grundstruktur und entsprechende Arbeitsverteilung sind das A und O eines jeden Umzuges, sollten jedoch nur von einer Person durchgeführt und während des Tages nicht wieder umgestellt werden.

Sonderaufgaben für schnatternde Schwägerinnen? Der Pendelverkehr! Die gute Dame darf gerne die ehrenvolle Aufgabe erfüllen den Umzugswagen zwischen den Destinationen hin und her zu bewegen. Sie hat hier keinerlei Möglichkeit mit den anderen zu kommunizieren und dort für Verwirrung zu sorgen.

Der tollpatschige beste Freund

„Soll da Zeitung drum? Das sieht so zerbrechli…. Hoppala!“ Ja, wir alle kennen solche Menschen und nein, wir können ihnen nicht böse sein. Wir lieben sie von Herzen, sie helfen wo sie können, aber ein Minimum an Hand-Augen-Koordination wäre für einen Umzugshelfer schon wünschenswert.

Sind Freunde oder Verwandte der Gattung „Tollpatsch“ beim Umzug anwesend, muss sich auch noch um den Selbstschutz und Unfallverhütung gekümmert werden.

 

Wichtigste Ausstattung für beidseitige Linkshänder: Zeitung, Decken, Luftpolsterfolie. Diese kann a) zum Verpacken bruchgefährdeter Gegenstände verwendet werden oder b) großzügig um den Umzugshelfer gewickelt werden, um diesen bewegungsunfähig zu machen. Dies senkt das Verletzungsrisiko und schützt das teure Porzellan.

 

Der handwerkliche Onkel

„Das mach ich mal schnell mit dem Akkuschrauber!“ Obwohl man ihn sonst nur auf Familienfeiern in der Nähe des Grill-Buffets sieht, lässt es sich der nahe Verwandte nicht nehmen beim Umzug tatkräftig mit anzufassen – hier kann er schließlich zeigen, was in ihm steckt!

Dumm nur, wenn der nette Herr in seiner Euphorie das Sideboard, die Stühle und Tische in winzige Einzelteile zerlegt, obwohl sie auch gut an Stück hätten transportiert werden können. Aber dann würde der frisch entstaubte Akkuschrauber nicht zum Einsatz kommen, das wäre zu schade.

 

Wohin mit dem technisch versierten Revolverhelden? Planen Sie ihn für Aufbautätigkeiten im neuen Heim ein. Geben Sie ihm ein Möbelstück, das aus möglichst vielen Einzelteilen besteht um ihn für einen längeren Zeitraum beschäftigen zu können.

Sollte er trotz seiner unbändigen Bemühungen doch an seinem Projekt scheitern, so können Sie sein Werk wenigstens als Vogeltränke oder abstrakte Kunst im Garten aufstellen.

Die Gourmet-Großmutter

„Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mich getränkt.“ Ob es der Bibelfestigkeit der frommen Großmutter geschuldet ist, oder ob sie einfach einer Karriere in der Gastronomie hinterher trauert – Omas sind häufig sehr darauf aus, das leibliche Wohl aller Mithelfenden sicher zu stellen.

Leider wird dadurch des Öfteren der Arbeitsfluss etwas behindert, da ein Großteil der Träger ein Butterbrot oder einen heißen Kaffee in der Hand haben und somit nicht mehr einsatzfähig sind.

 

Profi-Tipp zur Großmutter-Beschäftigung: Äußern Sie extravagante Essenswünsche. Wie wäre es mit selbstgemachtem Sushi? Da die Küche schon nicht mehr einsatzfähig ist, ist so ein kaltes Häppchen der ideale Snack und Omi verbringt ihre Zeit sinnvoll, aber woanders.

Kleinkinder, Schulkinder, Pubertiere

Für Kinder im Allgemeinen sind Umzüge wie eine phantastische Schatzsuche! Während Kleinkinder sich hervorragend an den Kisten hochziehen können um ALLES toll zu finden und auszupacken, was sich darin befindet, gehen Schulkinder schon etwas differenzierter zu Werke.

Sie finden vor allem unter den aussortierten Spielzeugen viele Schätze, die auf gar keinen Fall im neuen Heim fehlen dürfen und die sie natürlich über alles lieben, auch wenn sie seit ungefähr 5 Jahren nicht mehr bespielt wurden.

Pubertieren steht ein ganz besonderes Abenteuer bevor, wenn es darum geht ihr Hab und Gut in praktische Kisten zu verpacken. Zusätzlich zu Umzugskarton und Klebeband benötigen sie eine Schaufel und eine Machete um bis in die hinterste Ecke ihres Zimmers vorzudringen und finden dabei Dinge, die aufgrund ihres Alters bei eBay ein Vermögen einbringen würden. Sofern sie nicht verschimmelt sind oder sich bereits in ein Fossil verwandelt haben.

Geeignete Kinderarbeit während des Umzuges: keine. Sorry.

 

Die neugierige Nachbarin

„Ach, ich hab gerade Zeit, da fass ich doch gerne mit an!“ Klingt erstmal nach einem verlockenden Angebot, wäre da nicht ein kleiner, eigennütziger Hintergedanke der lieben Frau Nachbarin.

Sie ist nämlich (wie es Nachbarinnen manchmal so an sich haben) gespannt wie ein Flitzebogen, wie es wohl in der nun frei werdenden Wohnung aussieht und was sich später am besten zu einem Gartenzaun-Tratsch verarbeiten lässt.

Anstatt tatkräftig mit anzufassen, pickt sie wie ein Storch in die gut gefüllten Umzugskartons, schaut in alle Ecken und hinter die abmontierte Küche um dort ein Körnchen Staub oder gar ein jahrhundertealtes dunkles Familiengeheimnis zu finden. Man geht ja schließlich nicht unvorbereitet zum nächsten Kaffeeklatsch.

 

Optimales Einsatzgebiet: Der Hausflur. Hier gibt es vielleicht einen kleinen Schuhschrank, eine Fußmatte oder ein paar dreckige Kinderstiefel, die sie gerne reinigen und verstauen kann. Außerdem handelt es sich dabei um Dinge, die sie mit Sicherheit schon intensiv untersucht hat, wodurch sie schnell die Lust verliert und sich eine neue Wirkungsstätte suchen muss.

Sind alle Umzugshelfer ihren Fähigkeiten nach verteilt und motiviert, so kann fast nichts mehr schief gehen und man kann aufatmend sagen „Trautes Heim – zum Glück sind wir wieder allein!“

Kennen Sie noch weitere Umzugstypen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns.

Der eine will ein Haus, der andere eine Wohnung. Auch zum Thema „Kaufen oder mieten“ hat jeder seine Meinung. Wir beleuchten die großen Fragen in unserem Online Magazin.

 

einerschreitimmerÜber die Autorin

Anne hat Zwillinge. Weil ständig eines ihrer Kinder brüllt, betreibt sie den Zwillingsblog „Einer schreit immer – die Wahrheit über das Leben mit Zwillingen“. Anne ist Mitte 30, macht „irgendwas mit Medien“, hat acht Hände und viel Humor. Sie wartet einstweilen auf ihre Nominierung für den Pulitzerpreis. Insgeheim wünscht sie sich zur Mutter des Jahres gewählt zu werden. Die Chancen dafür stehen aber leider schlecht, weil ihr jedes Mal die Realität frech ins Gesicht lacht und ihre Pläne böse kreuzt.

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