Vom Heimwerken zu „Do it Yourself“

Wenn in meinem Elternhaus etwas defekt war, wurde es repariert. Heimwerken stand bei uns immer hoch im Kurs Durch diese selbstverständliche Haltung, wenigstens einen Reparaturversuch zu unternehmen, bevor etwas ersetzt wird, wuchs ich ganz einfach in die Rolle des Heimwerkers hinein.

Das Wort „Do it yourself“ kam in meinem Wortschatz nicht vor und „Upcycling“ war ebenso unbekannt. Der amerikanische Do-it-Yourself-Gedanke ist gegenüber meiner Wahrnehmung des Heimwerkens eher politisch gefärbt. Beinhaltet doch „Selber-machen“ Kritik an der Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Da auch zum Heimwerken, genauer für Werkzeuge und Material oft ein gehöriges Investment nötig ist, teile ich diese Haltung nur in engen Grenzen.

Nachhaltig und individuell – Warum sich heimwerken mehrfach lohnt

Wenn in meiner Kindheit ein Gartenhaus aufgebaut oder ein Dach gedeckt wurde, war in der Regel keine Videokamera dabei. Heute ist dies etwas anders:

Günstig verfügbare Kameras und Speicherplatz sorgen dafür, dass kaum ein Projekt undokumentiert bleibt. Bauanleitungen waren schon immer elementar für Handwerker mit wenig Erfahrung. Als ich mich mit der Einrichtung meiner aktuellen Werkstatt beschäftigte, kam ich zwangsläufig zu einer vollständigen Dokumentation einer äußert durchdachten Holzwerkstatt:

Die Anordnung der Maschinen und der Zugänge sind in diesem Beispiel tatsächlich sehr gut gelöst. Wenn ich jemals eine Werkstatt baue, werde ich auf dieses Video zurückgreifen. Aber zurück zum Selber-machen statt Videos vom selbst machen zu schauen…

Feuerkörbe, Grills und mehr – was sich aus Schrott herstellen lässt

Feuerkorb auf Wiese

Dieser Feuerkorb entstand im Wesentlichen aus Verschnitt eines Schlossers. Mit solchen einfachen Aufgaben lernte ich autodidaktisch die Grundzüge der Metallarbeit.

Vor einigen Jahren bekam ich zum Geburtstag ein Schweißgerät und hatte nicht die geringste Ahnung, was ich damit anfangen sollte. Nach einem Besuch im Schweißfachhandel und ein wenig Lektüre zu Schweißfehlern wusste ich genug über diese Verbindungstechnik um ein erstes kleines Projekt anzugehen. Der örtliche Landmaschinenservice überließ mir Blechverschnitt und an einem Wochenende entstand ein Feuerkorb für den Garten:

Nach den ersten Versuchen stellte ich schnell fest, dass Schweißen an sich ein recht einfach zu erlernendes Verbindungsverfahren ist.

Die Vor- und Nachbearbeitung der Einzelteile des Werkstücks sind in der Hobbywerkstatt dagegen recht aufwändig und zeitintensiv.

Hier heißt es häufig zu improvisieren und aus Restholz Lehren zu bauen, mit den wenigen zur Verfügung stehenden Schraubzwingen einen sinnvollen Kraftschluss herzustellen und Schweißnähte so in Reihenfolge zu bringen, dass eine vernünftige Nachbearbeitung überhaupt möglich ist.

Jede einzelne Schweißnaht kann mir dabei Freude bereiten. Liegt eine Naht ohne Aufwerfungen satt im Material und homogen tief verwurzelt, dann klopfe ich mir imaginär auf die Schulter.

Hier ein paar Beispiele von meinen Projekten aus den letzten Jahren:

Abgesehen von den dargestellten Roststreben waren alle Materialien Verschnitt, was für mich durchaus nachhaltig ist. Natürlich müssen die hergestellten Geräte auch über einen langen Zeitraum benutzt werden, damit sich die energieintensive Bearbeitung und die investierte Zeit lohnen. Daneben fällt in jeder Werkstatt eine ordentliche Menge Feinstaub an. Werden Lacke entfernt oder Eichenholz geschliffen ist dies sogar deutlich krebserregend, aber auch Schweißrauch ist gesundheitlich zumindest bedenklich. Auch kleinere Unfälle ereignen sich beim Handwerken recht häufig.

Deshalb sollte neben der persönlichen Schutzausrüstung auch der Versicherungsschutz passen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung und eine Unfallversicherung decken nach einem schweren Unfall entstehende Engpässe. Da Versicherungsschutz nur schwer substituierbar ist, kommen hier also auch Anhänger der „Do-it-Yourself“-Bewegung in Kontakt mit der Konsumwelt.

„Do it Yourself“ versus Heimwerken – Nun sind Sie gefragt

Wie würden Sie „Do it Yourself“ und Heimwerken konzeptionell trennen? Was war ihr nachhaltigstes Projekt? Und welche Videos oder YouTube-Kanäle fehlen hier noch?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Weitere Informationen rund um das Thema „Wohnen“ finden Sie auch in unserem Themenschwerpunkt „Schutz vor Einbruch, Unfall und weiteren Gefahren“.

Was sagen Sie zu diesem Thema?

Kommentar verfassen:

Bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten beachten wir die Vorschriften der EU-Datenschutz-Grundverordnung.
Ausführliche Informationen finden Sie im Datenschutzbereich unserer Webseite.

Hiermit erkläre ich mich mit der Netiquette einverstanden

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben.

Alle Felder mit einem * sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden.

*

Weitere Inhalte werden geladen...