Fliegen mit Kind: Rein in den Flieger und ab in den Urlaub

Viele Fluggesellschaften bieten an, dass Kinder unter zwei Jahren günstiger oder sogar umsonst fliegen können. Sie dürfen bis zu diesem Alter auf dem Schoß eines Elternteils sitzen und benötigen erst danach einen eigenen Sitzplatz. Diese Gelegenheit wollten wir mit unserem Sohn Erik nutzen, bevor er Ende Juli seinen zweiten Geburtstag feiert. Hier fasse ich die wichtigsten Punkte zum Fliegen mit Kind zusammen.

Vorbereiten für den Flug

Kind schläft_im Auto_Titelbild_ FB
Unser Familienurlaub sollte nach Mallorca gehen. Da der Flug dorthin nur etwas über zwei Stunden dauert, wählten wir eine Abflugzeit kurz vor zwölf Uhr mittags. Je nach Dauer bieten sich bei Reisen mit Kindern aber Nachtflüge an. So kann der Nachwuchs zur gewohnten Zeit schlafen. Checken Sie am besten bereits am Vorabend des Flugs ein, um einen kindertauglichen Platz zu sichern. Oder reservieren Sie, falls möglich, bereits bei der Buchung einen solchen Platz.

Bei Linien wie airberlin haben auch Kinder unter zwei Jahren ein Gepäckstück mit bis zu 23 kg frei. Da dies jede Fluggesellschaft anders regelt, sollten Sie sich vorab informieren. Gleiches gilt für die Frage, ob ein Buggy oder Kinderwagen zum Flugzeug mitgenommen werden darf.

Beachten Sie, dass Kinder ab der Geburt bei Auslandsreisen ein eigenes Reisedokument benötigen, wie das Auswärtige Amt schreibt. Die Eintragung von Kindern im Reisepass der Eltern ist seit einigen Jahren nicht mehr gültig.

Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Kind ausreichend geimpft ist. Neben den generell empfohlenen Impfungen werden zusätzliche Impfungen beispielsweise bei einer Tropenreise angeraten. Informieren Sie sich auf jeden Fall rechtzeitig bei Ihrem Kinderarzt.

Wird das Kind trotzdem im Urlaub krank oder in einen Unfall verwickelt, so schützt eine Auslandskrankenversicherung vor hohen Kosten der medizinisch notwendigen Versorgung.

Die Sicherheit beim Flug

Medizinisch gesehen ist das Fliegen mit einem gesunden Baby und Kind weniger problematisch als viele Eltern denken, so Ärztin Dr. med. Andrea Schmelz auf elternwissen.com. Auch Langstreckenflüge seien möglich, aber für die Kleinen sehr anstrengend. Die Medizinerin empfiehlt daher, in den ersten Lebensjahren besser nur wenige Flugstunden entfernt Urlaub zu machen. Wer Zweifel hat, sollte vorher kurz mit seinem Kinderarzt sprechen.

Größere Diskussionen gibt es dagegen bei der Frage, wie man das Kind im Flugzeug sichern sollte. Bei unserer Fluglinie muss der Kleine während des Starts und der Landung mit einem Schlaufengurt (Beckengurt) am Sitzgurt eines Erwachsenen gesichert werden. Die Sicherheit dieser sogenannten „Loop Belts“ ist stark umstritten, wie aus einer Veröffentlichung des ADAC hervorgeht.

Die Alternative wäre, für den Sprössling einen eigenen Sitzplatz zu buchen. Dort muss das Kind mit einem geeigneten, für die Nutzung im Flugzeug zugelassen, Kindersitz gesichert werden. Die Lufthansa akzeptiert beispielsweise diese Sitze. Wenn auch mit gemischten Gefühlen, werden wir aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit eines Zwischenfalls trotzdem den Loop Belt zur Sicherung nutzen. Einen interessanten Denkanstoß hierzu liefert übrigens Stefanie Flamm in einem Artikel von Zeit Online.

Das kann ins Handgepäck

Denken Sie an ausreichend Nahrung und Getränke für Ihr Kind. Babynahrung darf in einer realistisch benötigten Menge ins Handgepäck und muss nicht in einem Plastikbeutel verstaut werden. Am sichersten ist es jedoch, das Essen erst im Flieger anzurühren. Heißes Wasser bekommt man von der Crew im Flugzeug gestellt. Für größere Kinder gibt es im Flieger oft passende Kindermenüs. Auch Zubehör wie Fläschchen, Löffel und Lätzchen muss ins Handgepäck.

Andere Flüssigkeiten und Getränke unterliegen dagegen Einschränkungen bei der Sicherheitskontrolle. Meistens können Sie direkt nach der Kontrolle Getränke kaufen. Fragen Sie am besten vorher bei Ihrer Fluglinie nach. Einige Knabbereien helfen übrigens gegen den kleinen Hunger zwischendurch. An Bord sollten die Kinder außerdem viel trinken, da die Klimaanlage Schleimhäute schnell austrocknen lässt.

Im Waschraum von Flugzeugen findet sich meist ein Wickeltisch. Sie müssen nur Utensilien wie Wickelauflage, Windeln, Feuchttücher, Creme (maximal 100 ml), Desinfektionstücher und gegebenenfalls Wäsche zum Wechseln mit an Bord nehmen. Je nach Flugdauer machen zudem Zahnbürste und -creme Sinn.

Medikamente, die das Kind unbedingt benötigt, sollten auf jeden Fall ins Handgepäck. Oft empfohlen werden darüber hinaus ein abschwellend wirkendes Nasenspray zur Unterstützung beim Druckausgleich sowie Mittel gegen Reisekrankheit, Fieber/Schmerzen und Durchfall. Auch eine kleine Packung Sonnencreme, ein Sonnenhut und eine Sonnenbrille sind sinnvoll, damit das Kind auf dem Weg zum Hotel geschützt ist.

Für Kinder sollten ins Flugzeug eine dünne Jacke und Mütze, ein Paar zusätzliche Socken sowie ein Halstuch mitgenommen werden. So erkälten sich die Kleinen nicht, wenn es wegen der Klimaanlage kühl wird.

Empfehlenswert ist weiterhin, die Kleidung der Kleinen auf alle Koffer zu verteilen. Außerdem sollten je Kind ein bis zwei Garnituren an Kleidung im Handgepäck verstaut werden. Dies verschafft zumindest etwas Luft, falls ein Koffer verspätet oder gar nicht ankommt.

Einsteigen und abfliegen

Die großen Fluglinien lassen Eltern mit kleinen Kindern vor den anderen Passagieren einsteigen. Das bewahrt junge Familien zumindest vor dem größten Gedränge und Stress beim Boarding.

Für Babys bis zum Alter von etwa einem Jahr bieten viele AirlinZes auf längeren Flügen Babybettchen an. Diese können nicht immer vorab reserviert werden. Informieren Sie sich also rechtzeitig. Größeren Kindern genügen zum Schlafen oft schon eine Decke und ein Nackenhörnchen.

Damit der Druckausgleich die Kleinen nicht zu sehr strapaziert, sollten die Kinder während des Steig- und Sinkflugs einen kleinen Snack, etwas zum Kauen oder einen Schnuller bekommen. Auch Kinder-Nasentropfen vor dem Start und der Landung können, wie gesagt, beim Druckausgleich helfen.

Für Unterhaltung sorgen

Denken Sie außerdem an altersgerechte Utensilien zur Beschäftigung der Kinder an Bord, z.B.

  • Schnuller (inkl. Kette und Ersatzschnuller)
  • Lieblingskuscheltier
  • Reisespiele
  • Bücher
  • MP3-Player mit Musik oder Märchen (Kopfhörer nicht vergessen)
  • Block und Stifte

Genug geplant, wir heben ab

Weitere nützliche Tipps gibt es beispielsweise bei Kidsaway.de. Dass das Fliegen mit Kindern trotz aller Vorbereitungen oft anstrengend ist, zeigt ein kurzer Erfahrungsbericht auf stadtlandmama.de.

Nach ausgiebiger Planung, freuen wir uns nun schon sehr darauf, endlich wieder in den Süden zu verreisen. Da jedes Kind – auch Abhängig von der Tagesform – anders reagiert, lassen wir uns einfach überraschen, wie unserem Sprössling das Fliegen gefällt.

Sind Sie ebenfalls bereits mit Kindern geflogen? Wie haben Sie es empfunden und welche Tipps würden Sie anderen Eltern geben?

Was sagen Sie zu diesem Thema?

Kommentar verfassen:

Hiermit erkläre ich mich mit der Netiquette einverstanden

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben.

Alle Felder mit einem * sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden.

*

Weitere Inhalte werden geladen...