Familienplanung – meistens kommt alles anders

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Ich habe schon immer Menschen bewundert, die ihr komplettes Leben punktgenau planen können … alle ACHTUNG! Ich hingegen lebe jeden Tag und schaue, was der Morgen bringt.

Dass ich mal Kinder, also eine richtige Familie möchte, war mir schon immer klar. Ich habe selber eine große, laute, chaotische und die beste Familie überhaupt. Da blieb nur die Frage nach dem „richtigen“ Zeitpunkt.

Doch, wann ist der richtige Zeitpunkt fürs Kinderkriegen?

Als ich klein war, dachte ich immer mit Anfang 20 wäre toll. Dann war ich Anfang 20 und stellte fest: Ausbildung zwar fertig, aber keine Kohle, keinen Typen und viel zu viel Lust auf Feiern. So vergingen dann die Jahre. Immer noch zu wenig Kohle, noch nicht genug von der Welt gesehen, kein Haus, keine Zeit. Zumindest das mit dem Typen hatte geklappt. *yeahh*

Dass wir uns gut leiden können und dass unser ganzes Leben am besten so bleiben sollte, war uns recht schnell klar. Ja, das geht auch ohne Trauschein.

Um das Ganze mit der Familie in Angriff zu nehmen, musste erstmal die Pille abgesetzt werden. Und nach den Worten meiner Frauenärztin kann das dann schon mal zwei Jährchen dauern. Prima, dachte ich mir. So eilig haben wir es ja sowieso nicht. Also ist noch Zeit da, um Geld zu sparen, ein Haus zu kaufen und noch ein wenig auf Reisen zu gehen.

Bähm … schwanger

Soweit die Planung. Doch wie bereits erwähnt, ist das nicht meine Stärke. Und bähm … schwanger! Die ersten Wochen dachte ich noch, ich hätte einen echt fiesen Virus erwischt. Jedoch sah das mein Schwangerschaftstest anders. Dann stand ich da mit meinen Talent: planen und so.

Während mein Freund in unserer Wohnung wie ein kleiner Gummiball auf und ab hüpfte vor Freude, war mir eher nach heulen zu Mute. Es ist was anderes zu sagen: Ja klar, wir werden schwanger. Und oh man, wir sind echt schwanger!

Jetzt steckten wir mitten drin in einer echt wilden Achterbahnfahrt und hatten keine Ahnung, was die nächste Kurve bringt. Also was macht man? Man stürzt sich ins Internet. Sucht alles mögliche an Seiten, Checklisten, Forums und sonstige Informations- und Einkaufsseiten. Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass alles, wo Baby draufsteht, gleich mindestens 300 Prozent teurer ist? Und alles mega wichtig?

Babyausstattung – was brauche ich wirklich?

Ich habe es immer so gehalten:

  • Brauche ich das wirklich?
  • Warum brauche ich das?
  • Hatte meine Mutter das?
  • Gibt es Alternativen?

Bestes Beispiel: Heizstrahler. Ist eine wichtige Anschaffung, jedoch nicht für jeden. Mein Großer wurde im Juli geboren. Also sowieso warm. Und ein Heizstrahler ist nur die ersten Wochen interessant. Beim Kleinen war zwar Winter. Jedoch stand die Wickelkomode im Bad an der Heizung, die so oder so immer ein wenig an Ist. Also auch hinfällig.

Es wird auch viel mit der Angst der Eltern gespielt. Es gibt zum Beispiel Babyphones mit Videoüberwachung und mit Matten unter dem Baby, die die Herzfrequenz messen. Na da lasst mal lieber keine Störung sein. Wenn da ein Fehlalarm ist, bekommt man selber einen halben Herzkasper.

Jeder muss also für sich selbst entscheiden, was er braucht oder nicht. Ein bisschen Köpfchen einschalten und dann läuft das schon. Dass man etwas hat, was man nicht braucht, gehört glaube ich irgendwie dazu.

Ich hatte unheimlich viele Flaschen mit Saugern und allem drum und dran. Meine beiden Kinder wurden voll gestillt, bis sie Brei essen wollten. Und beide haben Flaschen verschmäht.

So, und nun? Sechs Jahre später habe ich zwei echte Lausbuben, immer noch kein Haus, zu wenig von der Welt gesehen, zu wenig Zeit und nie genug Geld. Jedoch, das mit dem Trauschein haben wir gemacht.

Was ich stattdessen habe? Das beste und größte Abenteuer meines Lebens. Quasi eine nie endende Achterbahnfahrt. Was ich damit sagen möchte: Man muss und kann nicht immer alles planen, um genau das Richtige zu machen.

Was man wirklich braucht ist Liebe, eine Portion Mut und Menschen, denen man wichtig ist. Für den Rest gibt es ja noch Versicherungen ;-).

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