Erfahrungen mit dem neuen ElterngeldPlus

ElterngeldPlus

Seit 2015 können Eltern in Deutschland für Kinder, die ab dem 1. Juli geboren sind, das sogenannte ElterngeldPlus beantragen. Dieses Modell lohnt sich aber nicht für jeden. Zeit für ein kleines Zwischenfazit und persönliche Einschätzungen von vier Elternbloggern.

Zunächst einmal der Blick auf die wichtigsten Fakten zum ElterngeldPlus:

 BasiselterngeldElterngeldPlus
Laufzeit12 bis 14 Monatemaximal 28 Monate
Bezugszeitraumnur innerhalb der ersten 14 Lebensmonate des Kindesmaximal innerhalb der ersten 28 Lebensmonate des Kindes
Summe65 bis 67 Prozent des Netto-Gehalts der letzten zwölf Monate. Zwischen 300 und 1.800 Euro monatlichdie Hälfte des Basiselterngeldes
BesonderheitElterngeldPlus ist bis zu vier Monate zusätzlich erhältlich, wenn beide Partner gleichzeitig in dieser Zeit zwischen 25 und 30 Wochenstunden erwerbstätig sind (Partnerschaftsmonate)

  • Ihr Kind muss nach dem 1. Juli 2015 geboren sein.
  • Elterngeld und ElterngeldPlus lassen sich individuell miteinander verknüpfen.
  • Mit dem neuen Elterngeld kann die Förderung auf maximal 28 Monate ausgedehnt werden.
  • In dieser Zeit erhalten Sie als Eltern monatlich allerdings nur die Hälfte des Elterngeldes, dafür mindestens doppelt solange.

Bei Teilzeit-Modellen lohnt sich das ElterngeldPlus

Die große Neuerung, die das ElterngeldPlus mit sich bringt, ist die flexible Zusammenstellung der unterschiedlichen Elternzeit-Modelle. Mit der richtigen Kombination können Familien dadurch sowohl mehr Geld als auch mehr Betreuungsmonate erhalten, als es mit dem klassischen Elterngeld möglich ist. Denn arbeiten Vater und Mutter mindestens vier aufeinanderfolgende Monate gleichzeitig zwischen 25 und 30 Stunden in der Woche in Teilzeit, gibt es einen sogenannten Partnerschaftsbonus. Mit diesem können beide Elternteile jeweils vier zusätzliche Monate ElterngeldPlus beantragen.

Da es tatsächlich immer auf den Einzelfall ankommt, ob sich das ElterngeldPlus lohnt oder nicht, bietet das Bundesfamilienministerium auf ihrer Website einen Elterngeldrechner an. Damit können Sie die unterschiedlichen Modelle testen und Ihren persönlichen finanziellen Anspruch kalkulieren.

Außerdem hat die Bundesregierung ein Video zum ElterngeldPlus veröffentlicht:

Das sagen Blogger zum ElterngeldPlus

Ich wollte aber neben diesem theoretischen Blick auf das neue Elterngeld auch wissen, wie dieses Modell in der Praxis angenommen wird. Deshalb habe ich mich bei vier Papa- und Mama-Bloggern umgehört und sie um ihre persönliche Einschätzung gebeten:

Olaf Hermann von spielplatzfreunde.com:

„Das ElterngeldPlus ermöglicht eine gleichberechtigte Aufteilung von Job und Familienarbeit. Väter können über eine längere Phase den Alltag mit ihren Kindern erleben und dadurch eigene Rituale entwickeln. Und Mütter haben die Möglichkeit, schnell in ihren Job zurückzukehren, um eigene Karrierechancen zu nutzen.“

Ingrid Neufeld von papaspausenblog.de:

„ElterngeldPlus heißt nicht „mehr Elterngeld“, sondern das „Plus“ bezieht sich auf die Wahlfreiheit der Verteilung des Elterngelds. Wer beabsichtigt, nach der Geburt Teilzeit zu arbeiten, kann mit dem Elterngeld Plus die Elternzeit auf zwei Jahre ausdehnen und erhält dafür aber nur die Hälfte des Elterngelds. Außerdem kann man sich mit der Inanspruchnahme bis zum achten Geburtstag des Kindes Zeit lassen. Der große Nachteil am Elterngeld Plus ist, dass kein Elternteil ganztägig beim Kind bleiben kann und dass die monatlichen Bezüge geringer sind, als beim „normalen“ Elterngeld.“

Daniela Doege von butterflyfish.de:

„Generell fände ich es wichtig, Eltern, die gerade ein frisches Kind geboren haben, mehr zu unterstützen, insbesondere Alleinerziehende. Ein großer Vorteil ist allerdings, wenn ich als Familie (also zwei Partner) in der ersten Zeit des Babys Teilzeit arbeiten kann und am Ende durch das Elterngeld Plus und die Partnerschaftsmonate mehr auf dem Konto habe. Sieht auf dem Papier gut aus, ob sich so was in der wahren Arbeitswelt durchsetzen lässt… ehrlich gesagt, ich zweifle daran…“

Nina Massek von frau-mutter.com:

„Ich finde es wirklich großartig, wenn Väter auch für eine gewisse Zeit nach der Geburt des Kindes in die Teilzeit gehen. Bisher arbeiten ja meistens die Mütter zeitreduziert. Aber je mehr Väter das machen, desto normaler wird es irgendwann sein. Tatsächlich macht das neue ElterngeldPlus Teilzeitarbeit für Vater und Mutter einfacher und attraktiver, was ein Schritt zu mehr Gleichberechtigung bedeutet.“

Weitere Informationen und Tipps für werdende Eltern finden Sie außerdem auf unserer Website. Dazu bekommen Sie die wichtigsten Informationen für Ihr Versicherungs-Update.

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