Brief einer Mutter ans Christkind

Frau schreibt Brief ans Christkind

Liebes Christkind, ich weiß eigentlich schreiben dir hauptsächlich Kinder, aber ich dachte, vielleicht hast du in diesem Jahr Zeit, dir auch meine Zeilen anzuschauen. Das letzte Mal habe ich dir geschrieben als ich noch ein Kind war (aber das weißt du bestimmt noch), daher versuche ich es jetzt, als Mutter, noch einmal. Denn ich habe ein paar sehr wichtige Wünsche an dich.

Familie, Kekse und Lametta

Ich wünsche mir ein frohes Weihnachtsfest im Kreise meiner Familie. Es wäre so schön, wenn wir alle beisammen sein könnten. Niemand krank ist und den wunderschönen Christbaum aus fiebrigen Augen bestaunen müsste. Alle lieben Verwandten sollen uns besuchen kommen (und die nicht so lieben mögen bitte beruflich verhindert sein). Wir möchten gemeinsam Weihnachtslieder singen, Gedichte aufsagen oder uns welche ausdenken, wenn wir uns mal wieder die Texte nicht merken konnten. Ich möchte Plätzchen naschen ohne Bauchweh zu bekommen, gerne viele davon und mit bunten Streuseln. Die Lippen meiner Kinder sollen nach Schokolade schmecken, wenn ich sie nach einem aufregenden Weihnachtsabend in ihr Bett lege und sie von dir träumen.

Halb so schlimm ist doppelt so gut

Ich wünsche mir, dass die alljährlichen Weihnachtskatastrophen milde ausfallen. Es wäre schön, wenn die Katze die glitzernden Glaskugeln in diesem Jahr langweilig fände, oder diese zumindest auf dem Teppich landen und nicht auf den Fliesen zerspringen. Es wäre wahrscheinlich zu viel verlangt, wenn ich mir wie früher echte Kerzen am Baum wünschen würde, ohne dass dieser Feuer fängt… Oh übrigens liebes Christkind, zieh bitte den Kopf ein, wenn du ins Wohnzimmer schwebst, wir haben uns neue Feuermelder angeschafft. Ein einfacherer Wunsch ist es da vielleicht, dass die Namensaufkleber auf den Geschenken besser halten als im letzten Jahr, sodass unser Paw-Patrol-Fan nicht von einer Prinzessinnen-Barbie überrascht wird.

Strahlende Kinderaugen

Ich wünsche mir, dass meine Kinder vor lauter Glitzer und buntem Papier nicht den Sinn von Weihnachten vergessen. Dass sie gemeinsam staunend vor der Krippe sitzen und das kleine Jesuskind näher an seine Mutter rücken, damit es nicht friert. Ich hoffe, dass sie dabei auch an die Kinder denken, die es nicht so gut haben wie wir; dass sie an Weihnachten nicht vergessen zu teilen, untereinander und mit anderen, die von so vielen anderen vergessen werden. Ich würde so gerne strahlende Kinderaugen sehen, wenn sie das Glöckchen hören, das ihnen sagt, dass du warst. Ihre kleinen Wangen sollen gerötet sein, vor lauter Vorfreude und der Wärme des Kaminfeuers, das still im Hintergrund prasselt.

Kind trägt Weihnachtsgeschenke

Ein Christbaum auf den Wolken

Für meine lieben Verwandten und Freunde, die in diesem Jahr Weihnachten bei dir oben im Himmel feiern würde ich mir wünschen, dass sie so ein schönes Fest haben wie wir und dass sie von oben auf uns herab schauen. Vielleicht siehst du sie ja dort oben und kannst sie lieb von uns grüßen, wir vermissen sie nämlich hier unten. Ich mag mir am Heiligen Abend das schelmische Grinsen meines Opas vorstellen, wenn die Kinder ein quietschbuntes und ohrenbetäubend lautes Plastikspielzeug auspacken, bei dem er sich denken würde „Hätte von mir sein können!“. Wie gerne würde ich ein paar Kekse an euch da oben schicken – die Kinder haben sich so viel Mühe gegeben! Ich wünsche mir, dass in der Weihnachtszeit das Vermissen in den Hintergrund tritt und Raum gibt für schöne Erinnerungen an eine gemeinsame Zeit.

Das Fest der Liebe und der Kalorien

Ich wünsche mir gutes Essen und zwar viel davon! Bitte schenk uns am Heiligabend ein Festmahl, das allen schmeckt, das nicht „Igittigitt“ oder „Dasmagichnicht“ enthält. Was das genau bedeutet kann ich dir leider nicht sagen, da sich das täglich ändert – du weißt ja wie Kinder sind. Bitte mach auch, dass dieses Essen nicht dick macht, egal wie viel wir davon essen, denn es wird sehr viel werden! Ich wünsche mir Glühwein, der keine Kopfschmerzen hinterlässt und rohen Plätzchenteig, der niemandem auf den Magen schlägt. Lass die Weihnachtsgans nicht zu fettig sein, den Kartoffelsalat dafür bitte umso mehr und lass uns genug Zeit und Ruhe für ein Verdauungsschläfchen und immer ein wenig Platz im Magen für den Nachtisch.

Lasst uns froh und friedlich sein

Ich wünsche mir Frieden für alle Menschen auf der Welt, aber da bin ich sicher nicht die Einzige… Wahrscheinlich kannst du diesen Wunsch nicht erfüllen, aber vielleicht wäre eine friedliche Weihnachtszeit in der Familie möglich? Ich möchte keinen Streit, keine Unruhe oder Sorgen. Es wäre doch schön, wenn uns allen wieder einfiele, was das Wort „besinnlich“ bedeutet, welches wir gedankenlos in so viele Weihnachtskarten schreiben. Dass wir uns besinnen auf die Werte, um die es bei diesem Fest eigentlich geht. Dazu gehört auch, dass mich beim letzten Einkauf vor dem Heiligen Abend niemand mit seinem Einkaufswagen anrempelt oder mir gar ein Mann mittleren Alters den Mutter-Kind-Parkplatz vor der Nase wegschnappt. Ich möchte, dass mich Menschen zurück grüßen, wenn ich ihnen auf dem Weihnachtsmarkt freundlich Hallo sage, ohne zu denken, ich wäre möglicherweise irgendwo ausgebrochen. Einfach ein bisschen Liebe, das wäre lieb.

Mein liebes Christkind,

ich hoffe, meine bescheidenen Wünsche erreichen dich und du findest die Zeit sie dir anzuschauen. Falls es doch nicht klappt kannst du mir alternativ einen Gutschein für eine kleine Reise unter den Baum legen, damit ich mich in Januar von all diesem schrecklich-schönen Zauber erholen kann… Dann schreibe ich dir nächstes Jahr einfach noch mal.

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