10 Dinge, die junge Eltern bei der Planung ihres Hauses bedenken sollten

Tipps Hausbau mit Kind

Es gibt gewisse Dinge, die man als kinderloser Bauherr nicht bedenkt. Etwa, dass Blauregen zwar wunderschön, aber hoch giftig ist, ein Gartenzaun eine äußerst gewinnbringende Investition ist und dass man, niemals – und ich spreche da aus Erfahrung – wirklich niemals – Glastüren verbauen sollte. Unsere Gastbloggerin Anne von einerschreitimmer.de gibt Ihnen wieder mit einem gewohnten Augenzwinkern Tipps vom leidgeprüften Hausbau-Profi.

1. Sie werden keinen Englischen Rasen haben. Vermutlich die nächsten 18 Jahre nicht. Der wird nämlich mit Fußballschuhen, zumindest aber mit Rutschautos ruiniert. Statt den Rasen mit dem Trimmer und Vertikutierer zu veredeln, können Sie Granitplatten grün anstreichen. Die sind auch noch sehr pflegeleicht und halten jedem Wetter stand.

2. Egal, um welchen Bodenbelag es sich handelt – entscheiden Sie sich stets für die Qualitätsstufe „Kindergarten geeignet“. Auch wenn Sie nur zwei Kinder haben, sollten Sie bedenken: Der Nachwuchs hat Freunde. Und spätestens mit vier Kindern im Wohnzimmer fühlt sich das Eigenheim wie eine öffentliche KITA an. Bleibt die Frage offen: Hätte man nicht auch hier Granitplatten nehmen sollen? Siehe auch Punkt 1.

3. Zerbrechliche Dinge wie etwa Glasschränke, Blumentöpfe und alte Familienerbstücke sollten unbedingt über einer Höhe von 1,20 Metern angebracht werden. Am besten ist, man zieht mit einem Bleistift eine Linie quer durch Wohnung oder Haus. Das hat den Sinn: Man hat gewisse Sollbruchstellen sofort auf einen Blick identifiziert. All diese Dingen sollten zwar nicht brechen, werden es aber vermutlich …

4. Völlig unterschätzt, aber Gold wert ist ein Zaun rund um Ihr Grundstück. Der hält eigene Kinder und Haustiere drinnen, ungebetene Gäste wie etwa Schwiegermütter, freilaufende Hunde und fremde Kinder bleiben draußen.

5. Glastüren sind tunlichst zu vermeiden, da Kinder mit ihren schmutzigen und schwitzigen Schokofingern täglich ihre Handabdrücke darauf hinterlassen. Die einzig gute Nachricht – die Handabdrücke sind nicht lange drauf. Das liegt daran, dass die Türen ja aus Glas sind …

6. Streichen Sie den gesamten Wohnraum prinzipiell mit abwaschbarer und wasserabweisender Schutzfarbe oder Schwimmbadlack. Alternativ können Sie auch den gesamten Wohnbereich auf eine Höhe von 1,50 Metern verfliesen. Auch hier gilt wieder der Insider-Tipp: „Kindergarten geeignet“.

7. Pflanzen sollten stets auf ihren toxikologischen Hintergrund geprüft werden. Egal ob in Haus oder Garten.

8. Meiden Sie Hochfloor-Teppiche. Schon nach kurzer Zeit finden sich darin nämlich so viele Essensreste, dass Sie Ihren Kater nicht mehr füttern müssen. Das hat zwar den Vorteil, dass Sie das Katzenfutter sparen. Der Nachteil liegt aber auf der Hand: Der Flokati startet irgendwann ein Eigenleben und kann dann sowohl Katze wie auch Kinder fressen.

9. Prinzipiell sollten alle Möbel- und Dekorationsstücke dahingehend untersucht werden, ob sie als potenzielle Wurfgeschosse oder auch Nahkampfwaffen verwendet werden können. Eigentlich gibt es nur zwei Arten von Möbeln: Solche, die das Kleinkindalter überleben, oder solche die günstig ersetzt werden können. Insgesamt gilt: Vintage ist derzeit in – und Second Hand modern. Was für ein Glück!

10. Eine offene Raumgestaltung ist ja prinzipiell eine feine Sache, weil Räume dadurch großzügig wirken. Mit Kindern wird diese Großzügigkeit schnell zu einer unübersehbaren Müllhalde. Man sieht nämlich dann von der Couch aus die dreckigen Töpfe am Herd und hört vom Esszimmer die Kinder wie sie Topfschlagen spielen. Das erklärt wiederum, warum es in der Küche so arg unordentlich ist.


einerschreitimmerÜber die Autorin

Anne hat Zwillinge. Weil ständig eines ihrer Kinder brüllt, betreibt sie den Zwillingsblog „Einer schreit immer – die Wahrheit über das Leben mit Zwillingen“. Anne ist Mitte 30, macht „irgendwas mit Medien“, hat acht Hände und viel Humor. Sie wartet einstweilen auf ihre Nominierung für den Pulitzerpreis. Insgeheim wünscht sie sich zur Mutter des Jahres gewählt zu werden. Die Chancen dafür stehen aber leider schlecht, weil ihr jedes Mal die Realität frech ins Gesicht lacht und ihre Pläne böse kreuzt.

Was sagen Sie zu diesem Thema?

2 Kommentare

  1. Tessa schreibt am 30. April 2018 um 12:44:

    Wie wäre es denn mal, die Kinder auf ganz altmodische Art und Weise zu erziehen.
    Natürlich kann man Kindern nicht alles verbieten und ein bisschen chaotischer und turbulenter wird es werden. Aber keines meiner Kinder hätte an die Wand gemalt oder die Wohnung in eine Müllhalde verwandelt o.ä. (und wenn dann nur ein mal…)
    Das mit den giftigen Pflanzen versteh ich aber Dinge hochstellen, die Einrichtung anpassen und Kinder machen lassen wie sie wollen ist selber Schuld…
    Ein paar Regeln und Konsequenzen hat noch niemanden geschadet…
    Da zeig ich auch kein Mitleid für (selbstgemachten) Stress…
    Lg

    • David Prestele David Prestele schreibt am 14. Mai 2018 um 13:26:

      Hi Tessa,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Da sieht man mal wieder, wie facettenreich die Erziehung von Kindern eigentlich ist 🙂

      Ein Patentrezept gibt es nicht. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, wie er es anpackt.

      Beste Grüße
      David

Kommentar verfassen:

Bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten beachten wir die Vorschriften der EU-Datenschutz-Grundverordnung.
Ausführliche Informationen finden Sie im Datenschutzbereich unserer Webseite.

Hiermit erkläre ich mich mit der Netiquette einverstanden

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben.

Alle Felder mit einem * sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden.

*

Weitere Inhalte werden geladen...