Sozialwahl – die Qual mit der Wahl

Sozialwahl

Hand aufs Herz – wissen Sie über die Sozialwahl wirklich Bescheid? Wenn ja, Respekt! Ich konnte das bislang von mir jedenfalls ganz und gar nicht behaupten. Und auch mein Umfeld gab mir auf meine Nachfrage zur Sozialwahl großteils ein Schulterzucken zur Antwort. Anlass für mich, mich mit dieser Abstimmung auseinanderzusetzen.

Die Sozialwahl ist eine Listenwahl zu Rente und Gesundheit, die alle sechs Jahre stattfindet. Es gibt sie bereits seit 1953 und ist nach Bundestags- und Europawahl die drittgrößte Wahl in Deutschland. Als einer von 51 Millionen Arbeitnehmern, Rentnern und Versicherten nehmen Sie damit Einfluss auf die Arbeit der Deutschen Rentenversicherung.

Sie wählen ein vom Staat unabhängiges Parlament, das sich für die Belange von Beitragszahlern und -empfängern einsetzt, das als Regulativ arbeitet und über Haushalt und die Gestaltung neuer Leistungen mitentscheidet. Als fester Bestandteil unserer Demokratie soll die Sozialwahl zur Leistungsfähigkeit Deutschlands und somit zum sozialen Frieden beitragen. Sie ist eine ausschließliche Briefwahl und selbstverständlich portofrei.

Wichtig für Sie: Die Wahl geht am 31.05. zu Ende, dann muss der rote Umschlag zurückgeschickt worden sein.

Wer darf bei der Sozialwahl wählen? Und was?

Nur Versicherte über 16 Jahre und Rentner der Deutschen Rentenversicherung des Bundes, der Deutschen Rentenversicherung Saarland, Mitglieder der Ersatzkassen TK, DAK, KKH und hkk sind wahlberechtigt und erhalten die entsprechende Post. Die Mitglieder der BARMER stimmen zu einem späteren Termin ab.

Puuh – soweit das Grundsätzliche. Aber wie sieht es bei den einzelnen Listen inhaltlich aus? Da bleibt Ihnen leider nichts anderes übrig, als sich selbst ein Bild von den einzelnen Gruppen zu machen.
Es stehen insgesamt zwölf verschiedene Listen zur Auswahl. Bei der Deutschen Rentenversicherung können Sie nachlesen, wofür sich welche Gruppierung stark macht. Dort finden Sie auch kleine Wahlwerbespots zu den inhaltlichen Schwerpunkten.

Bei der Sozialwahl wird es dem abstimmungswilligen Bürger wirklich nicht leicht gemacht.

Wählen ist Bürgerpflicht. Diesen Satz würde ich grundsätzlich und ganz wertekonservativ unterschreiben. Aber ich finde, bei der Sozialwahl wird es dem abstimmungswilligen Bürger wirklich nicht leicht gemacht. Ich habe für diesen Beitrag bei meiner BKK und bei meinem Rentenversicherungsträger angerufen. Beide Gesprächspartner waren freundlich und bemüht – so wirklich aufklären konnten sie mich nicht, weder formal noch inhaltlich. Zumindest habe ich unter der kostenlosen Service-Telefonnummer 0800 / 1000 480 70, die für Fragen zur Sozialwahl jedermann zur Verfügung steht, erfahren, dass ich selbst gar nicht wählen kann und deshalb auch keine Wahlunterlagen bekomme. Eben weil ich kein Mitglied einer der oben genannten Versicherungen bin.

Für mich die Erkenntnis: Jeder von uns muss sich bei Interesse selbst informieren. Aus meiner Sicht hätten sich Politik und Versicherungsträger zur Aufklärung deutlich mehr ins Zeug legen können und müssen. Zumal die Beteiligung ja schon bei den multimedial beworbenen Bundestags- und Europawahlen zu wünschen übrig lässt. Denn unsere Wahlen sind ja bekanntlich frei, soll heißen, jeder entscheidet selbst, ob er überhaupt von seinem Wahlrecht Gebrauch macht, und das gilt dann auch in diesem Fall.

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