Sehen – 6 Mythen auf dem Prüfstand

Stundenlanges Fernsehen verursacht viereckige Augen. Lesen bei schlechtem Licht ist schädlich für das Sehorgan. Es kursieren viele Mythen um das Thema Sehen.

Bei der Recherche zu diesem Artikel ist eine kleine Welt für mich zusammengebrochen. Wir sind in unserer Kindheit wohl noch mehr belogen worden, als bisher angenommen. Nach dem Trauma mit Christkind und Weihnachtsmann jetzt auch noch das! Aber lesen Sie selbst.

Mythos 1: Von zu viel Fernsehen bekommt man viereckige Augen

Das ist natürlich falsch. Förderlich ist stundenlanges Fernsehen jedoch nicht. Denn wer seine Augen lange auf einen Punkt fokussiert, blinzelt seltener. Die Tränenflüssigkeit verteilt sich schlecht, was zu brennenden, trockenen Augen und Kopfschmerzen führen kann. Das geschieht  insbesondere, wenn sich die Augen zu nahe am Bildschirm befinden.Kinder sehen fern.

Mythos 2: Karotten stärken das Sehvermögen

Karotten enthalten Beta-Carotin, das den Körper mit Vitamin A versorgt. Vor allem die  Netzhaut ist auf das Vitamin angewiesen.

Ein Vitamin A-Mangel schadet den Augen und macht im schlimmsten Fall nachtblind. In den westlichen Ländern hat jedoch kein gesunder Mensch einen so großen Mangel, dass er sich auf die Sehfähigkeit auswirkt. In Entwicklungsländern kommt dies noch häufiger vor. Eine Überversorgung an Vitamin A verbessert die Sehkraft übrigens nicht.

Fazit: Karotten stärken zwar nicht das Sehvermögen. Sie sind aber als Teil einer ausgewogenen Ernährung wichtig für gesunde Augen.

Mythos 3: Lesen bei schlechten Lichtverhältnissen schadet den Augen

Lesen bei schlechtem Licht strengt die Augen stärker an, wodurch diese schneller ermüden. Das kann zu einem verschwommenen Blick und Kopfschmerzen führen. Dauerhafte Schädigungen der Augen durch schlechtes Licht ergeben sich jedoch nicht.Lesen im Dunkeln schlecht für das Sehen?

Mythos 4: Durch zu starkes Schielen können die Augen schräg stehen bleiben

„Schiel nicht so, sonst bleibt´s dir“. Diesen Satz kennen bestimmt viele. Ich  musste ihn mir als Kind von meinen Eltern häufig anhören.  Das ist allerdings völliger Unsinn. Es gibt keinen einzigen nachgewiesenen Vorfall darüber. Mädchen schielt.

Mythos 5: Die benötigte Brille nicht zu tragen, schadet den Augen

Eine Brille hat keinerlei Einfluss darauf, wie sich die Sehfähigkeit eines Menschen verändert. Die Augen werden weder besser noch schlechter. Außer bei Kindern: Bei ihnen bewirkt eine Brille, dass sich die Sehleistung voll ausbilden kann. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Kinder ihre verschriebene Brille stets tragen.

Mythos 6: Rauchen schadet den Augen

Rauchen fördert nicht nur Krankheiten wie Schlaganfall oder Lungenkrebs. Es gilt auch als der wichtigste Risikofaktor für eine altersbedingte Makuladegeneration. Daneben gibt es Hinweise, dass das Rauchen den Grauen Star begünstigt.

Wahrscheinlich sind Sie nun genauso fassungslos wie ich. Man bekommt also doch keine viereckigen Augen. Hätte man das als Kind mal gewusst! In den letzten Tagen habe ich darum all das nachgeholt, was mir in der Kindheit verboten wurde: Ich habe stundenlang so nahe wie möglich vor dem Fernseher gesessen und eine Serie nach der anderen geschaut. Ab und zu habe ich dabei so stark geschielt wie ich konnte. Damit habe ich es meinen Eltern aber gezeigt! Naja irgendwie war das dann doch keine so tolle Idee. Denn anschließend hatte ich ziemliche Kopfschmerzen und ein schlechtes Gewissen. Ich hab dann noch drei große Karotten gegessen …

Alles rund um das Thema Sehen in der digitalen Welt lesen Sie in unserem aktuellen Online-Magazin.

Was sagen Sie zu diesem Thema?

Kommentar verfassen:

Hiermit erkläre ich mich mit der Netiquette einverstanden

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben.

Alle Felder mit einem * sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden.

*

Weitere Inhalte werden geladen...