Pflege im Alter: Es betrifft (fast) alle

Fast in jeder Familie gibt es jemanden, um den man sich mehr oder weniger intensiv kümmern muss. Und die aktuellen Gerichtsurteile zum Thema Versorgungspflichten offenbaren die Brisanz des Themas Pflege und die damit verbundenen Kosten.

Ergebnisse einer Online-Befragung von ERGO Direkt zum Thema "Leben im Alter"

Ergebnisse einer Online-Befragung von ERGO Direkt zum Thema „Leben im Alter“


Statistisch betrachtet werden wir alle immer älter. Darüber sollten wir uns freuen, denn so viel Gesundheit und Fitness im Alter gab es nie zuvor in der mitteleuropäischen Geschichte. Altersbedingte Erkrankungen wie z.B. Demenz sind laut einer Studie der Organisation Alzheimer Disease International stark ansteigend. Dennoch will ich hier auch keine Panik verbreiten, allerdings auf die große Bedeutung des Themas Pflegeversicherung eingehen.

Das Alter ist nichts für Feiglinge
Wir sind alle froh, wenn wir ein gesegnetes Alter erreichen und keinem zur Last fallen müssen. Mein leuchtendes Vorbild ist meine Tante, die mit ihren 86 Jahren erstaunlich fit und vergnügt ihr Leben gestaltet, sich vollkommen selbstständig versorgt und sogar zuweilen ihre vielen Enkelkinder bei sich beherbergt und bekocht.
Aber was passiert, wenn meine Gesundheit das nicht zulässt und ich irgendwann im Alltag Hilfe brauche? Meinen Kindern will ich jedenfalls nicht zur Last fallen. Die haben genug mit sich selbst, ihren Berufen und ihren eigenen Familien zu tun – wie ich ja aus eigener Erfahrung weiß.

Das Bundesministerium für Gesundheit stellt auf seiner Webseite einen Rechner zum Thema Pflege zur Verfügung. Mit der Eingabe vom eigenen Geburtsjahr und dem Geschlecht werden die statistische Lebenserwartung berechnet und entsprechende Informationen zum Thema Pflege in den nächsten Jahren angezeigt.

Es trifft uns meist unerwartet
Leider ist es so: Jeden kann eine unheilbare Krankheit oder ein Unfall treffen. In meinem engsten Familienkreis habe ich erlebt, dass jemand mit 40 Jahren erkrankt ist und schon mit 50 Jahren zum Pflegefall wurde. Es macht natürlich keinen Sinn, alle möglichen Ängste zu entwickeln und ständig zum Arzt zu rennen. Aber man kann sich gut informieren und sich mit geeigneten Absicherungen wenigstens ein bisschen wappnen.

Die Kosten sind nicht zu unterschätzen
Die Betreuung von kranken und pflegebedürftigen Personen ist nicht nur in einem Pflegeheim eine teure Angelegenheit. Früher übernahmen die Frauen der Familie selbstverständlich diese Aufgabe. Doch seitdem es auch für Frauen vollkommen normal ist, einem Beruf bis zur Rente nachzugehen, muss man über Alternativen nachdenken. Die Süddeutsche Zeitung hat hierzu ein umfassendes Pflegedossier zusammengestellt.

Entweder man engagiert externe Hilfe in der häuslichen Pflege oder man entscheidet sich für ein Pflegeheim. Hier kommen für Unterbringung und Pflege schnell zwischen 3.000 und 4.000 Euro im Monat zusammen. Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt aber nur knapp die Hälfte dieses Betrags. Selbst wer privat Geld für den Pflegefall zurücklegt, hat oft nicht genug, um alle Kosten zu decken. Das heißt: Einen Teil der Heimkosten müssen die Betreuten oder ihre Familien aus der eigenen Tasche bezahlen.

Staatlich gefördert oder rein privat absichern?
Seit 2013 gibt es eine staatlich geförderte Pflegeversicherung, benannt nach dem damaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr. Beim sogenannten „Pflege-Bahr“ bekommt man bei laufender Einzahlung fünf Euro staatlichen Zuschuss im Monat und kann ohne Gesundheitsfragen eine Versicherung für den Ernstfall abschließen.
Die monatlichen Leistungen sind zwar nicht allzu hoch, besonders wenn man sich erst jenseits von 47 Jahren für diese Absicherung entscheidet. Aber sie ist für bereits erkrankte Menschen, die noch keine Pflegestufe haben, eine sinnvolle Alternative.

Bei den rein privaten Pflegeversicherungen kann man selbst wählen, wie hoch die monatliche Leistung in der jeweiligen Pflegestufe sein soll und welche Pflegestufen man überhaupt absichern will. Die Entscheidung über die Einstufungen (I bis III) fällt übrigens der medizinische Dienst der Krankenkassen.
Natürlich gilt auch hier: Je jünger man bei Vertragsabschluss ist, desto niedriger sind und bleiben die Beiträge, die man übrigens auch steuerlich geltend machen kann.

Wie stellen wir uns das Leben im Alter vor?
Die Antwort darauf haben wir durch unsere repräsentative Online-Befragung „Leben im Alter“ im Juli 2013 erhalten. Die Ergebnisse stellen wir Ihnen hier kompakt als Video und als Infografik vor.


Weitere Informationen zum Thema Pflege, der Volkskrankheit Demenz, häusliche Pflege etc. finden Sie auch in unserem umfrangreichen Dossier „Pflegen und pflegen lassen“.

Wie stellen Sie sich das Leben im Alter vor?

 
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