Zwischen Techno-Festival, G7-Gipfel und Marathon

Rotes Kreuz MitarbeiterFlorian Gerneth arbeitet bei ERGO Direkt im Team Leistung Kranken. Als Rotkreuzhelfer übernimmt er Verantwortung – für andere und für sich selbst. Wie er zu diesem Ehrenamt gekommen ist und was damit alles verbunden ist, erzählt er uns im Interview.

Anita Wozniok: Wie kam es, dass Sie sich für das Rote Kreuz engagieren?
Florian Gerneth: Während der Schulzeit war ich bereits Schulsanitäter. So habe ich auch den Kontakt zum Roten Kreuz gefunden. Dort durchlief ich dann die Grundausbildung. Nach und nach habe ich an dieser Tätigkeit Gefallen gefunden. Ich konnte mir das auch als Hobby und Ausgleich zur Arbeit gut vorstellen.

Haben Sie sich auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert?
Im Roten Kreuz gibt es verschiedene Tätigkeiten im Betreuungsdienst, im Bevölkerungsschutz oder im technischen Bereich. Mein Schwerpunkt ist der Sanitäts- und Rettungsdienst sowie der Katastrophenschutz. Hier habe ich direkt mit erkrankten oder verunfallten Menschen zu tun.

Wie oft haben Sie Bereitschaft?
Aktiven Rettungsdienst fahre ich einmal die Woche auf verschiedenen Rettungswachen in der Stadt und im Landkreis Fürth. Ebenfalls begleite ich auch kleinere oder größere Veranstaltungen, wie etwa den Fürth Marathon, den Umzug zur Michaels Kirchweih oder das Techno-Festival Open Beatz bei Puschendorf.
Einsatzbereitschaft habe ich durch meine Aktivität im „Katastrophenschutz 24“ von morgens bis abends oder auch an 365 Tage im Jahr. Hier kann es wie bei der Feuerwehr oder dem THW zu einem Alarmfall kommen. Zum Beispiel, wenn es mehrere Verletzte durch einen Brand, Arbeits- oder Verkehrsunfall gibt. In so einem Fall spreche ich mit meinem direkten Vorgesetzten ab, ob ich während der Arbeit auf Gleitzeitbasis in den Einsatz gehen kann.

Sie waren beim G7-Gipfel im Juni auf Schloss Elmau dabei. Was war Ihre Aufgabe dort?
Wir waren für die sanitätsdienstliche Absicherung der Besucher vor den erwarteten Kundgebungen eingesetzt. Der Freistaat Bayern hatte mit 10.000 Aktivisten gerechnet. Am Ende waren es dann doch nur um die 3.000, die wir gut im Griff hatten. Es gab daher keine größeren Ausschreitungen oder gar Verletzte.

Konnten Sie auch einen Blick auf die Mächtigen der Welt erhaschen?
Selbst habe ich keinen Politiker aus nächster Nähe sehen können. Wir haben lediglich die Vorbereitungen im und um das Rathaus in Krün mitbekommen. Dort haben sich Merkel und Obama ins goldene Buch eingetragen.

Arbeiten Ihre Kollegen beim Roten Kreuz auch Vollzeit, so wie Sie?
Ja, ich habe viele Kollegen, die wie ich einen Beruf in Vollzeit ausüben. Achtzig Prozent der Helfer jedoch arbeiten hauptberuflich für das Rote Kreuz.

Wie viel Zeit bleibt Ihnen für Ihr Privatleben?
Schwer zu sagen. Nachdem dies ja eine ehrenamtliche Tätigkeit ist, kann ich es mir aussuchen, ob und wie ich helfe. Momentan bin ich im Wochenschnitt so rund sechs bis 15 Stunden im Einsatz.

Wie profitieren Sie persönlich von diesem Engagement?
Mittlerweile unterstütze ich seit 13 Jahren das Rote Kreuz. Seit zehn Jahren fahre ich ehrenamtlich im Rettungsdienst und seit sechs Jahren bin ich ausgebildeter Rettungssanitäter. Dadurch konnte ich mich im medizinischen Bereich fort- und weiterbilden, was mir auch in meiner Tätigkeit bei ERGO Direkt weiterhilft. Im Haus bin ich deshalb als Ersthelfer aktiv. Dreimal konnte ich schon eine Vorversorgung leisten, bevor der Notarzt eintraf.

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