Diese Vorteile bieten Keramikimplantate

Keramikimplantate, Zahnimplantate

Keramikimplantate werden immer beliebter. Doch was ist der Unterschied zu herkömmlichen Implantaten aus Titan? Ich habe bei meiner Kollegin Stephanie Masak, Expertin aus dem Bereich Zahnzusatzversicherungen, nachgefragt.

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln. Sie werden als Träger von Zahnersatz wie Kronen oder Brücken in den Kieferknochen eingesetzt. 

David Prestele: Welche Arten von Implantaten gibt es?

Stephanie Masak: Es gibt verschiedene Arten von Implantaten in unterschiedlichen Größen und Materialien. Die gängigsten sind:

  • Titanimplantat – hierbei handelt es sich um das Standard-Implantat
  • Keramikimplantat – ist die unsichtbare, metallfreie und ästhetische Lösung, da die Farbe des Implantats dem natürlichen Zahn noch ähnlicher ist
  • Mini-Implantat – für eine einfache Verankerung von Totalprothesen
  • Zygomatisches Implantat – ein „längeres“ Implantat, das bis in das Jochbein reicht
Zahnimplantate, Keramikimplantate

Das Implantat ersetzt die Zahnwurzel

Warum sind metallfreie Implantate so beliebt?

Meistens werden metallfreie Implantate bevorzugt, da hier weniger Unverträglichkeiten oder Allergien denkbar sind. Sie wirken auch besonders ästhetisch und natürlich im Vergleich zu herkömmlichen Implantaten.

Gibt es Allergien, die ausgelöst werden können?

Zirkonkeramik harmoniert besonders gut mit dem menschlichen Organismus, allergische Reaktionen sind meines Wissens nach nicht bekannt.

Können Unverträglichkeiten aus der Kombination mit anderen Werkstoffen entstehen?

Unverträglichkeiten durch Werkstoffkombinationen sind mir nicht bekannt.

Wie lange hält ein Keramikimplantat?

Die Lebensdauer eines Implantats selbst ist unbeschränkt. Die Haltbarkeit ist zum einen vom Kieferknochen abhängig. Zum anderen ist die Mund- und Implantatpflege besonders wichtig, sodass die Implantate entzündungsfrei gehalten werden.

Was ist zu tun, sollte mein Implantat abbrechen?

In diesem Fall sollte sich der Patient sofort an seinen Zahnarzt wenden. In erster Linie muss geklärt werden, ob das Implantat selbst oder der darauf befestigte Zahnersatz abgebrochen ist. Sollte es sich um das Implantat selbst handeln, ist es erforderlich auch das noch nicht abgebrochene Stück herauszunehmen.

Ich habe von Fällen gehört, in denen der Einsatz eines Implantates aufgrund eines schmalen Kiefers nicht möglich ist. Stimmt das?

Bei einem schmalen Kiefer wäre das Mini-Implantat eine Überlegung. Die Frage, ob es Fälle gibt, bei denen der Einsatz eines Implantates nicht möglich ist, kann ich so nicht beantworten. Es gibt meines Wissens nach gewisse Anhaltspunkte, wo von einer Implantation abgeraten wird oder die Implantatversorgung sogar unmöglich ist z.B. bei schweren Erkrankungen. Auch die Einnahme gewisser Medikamente kann ein Hinderungsgrund sein.

Es sollte in jedem Fall vorab mit dem behandelnden Zahnarzt gesprochen werden.

Was kostet ein Keramikimplantat?

Die Kosten für ein Keramikimplantat sind stark variabel und hängen vom Planungsumfang und dem Implantatsystem ab. Als Beispiel kann man für ein Keramikimplantat inklusive Suprakonstruktion (z.B. eine Krone) mit 2.500 – 4.000 Euro rechnen.

 

 

Das ist nicht wenig. Wie sieht es mit einer Kostenbeteiligung seitens der Krankenkasse aus?

Das Implantat selbst ist eine reine Privatleistung und nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen enthalten. Das bedeutet an den Kosten für das Implantat selbst, beteiligt sich die gesetzliche Krankenkasse nicht.

Im Rahmen der Regelversorgung wird für den Zahnersatz, der auf dem Implantat sitzt, ein Festzuschuss durch die gesetzliche Krankenversicherung gezahlt.

Welche Vorteile bieten Keramikimplantate gegenüber Titanimplantaten?

Im Gegensatz zu Titanimplantaten sind Keramikimplantate so gut wie unsichtbar. Ihre meistens weiße Farbe lässt sie im Idealfall kaum von den natürlichen Zähnen unterscheiden. Das hat aber auch seinen Preis. Denn die Kosten für ein Keramikimplantat sind deutlich höher. 

Stephanie Masak: Unsere Expertin aus dem Bereich Zahnzusatzversicherungen

Das keramische Zirkonoxid ist für Allergiker gut verträglich. Zudem kann sich an der Oberfläche der Keramikimplantate weniger Plaque anlagern, wodurch sich das Risiko einer Periimplantitis verringert. Jedoch ist die Implantation und die Einheilung im Gegensatz zu den Titanimplantaten erschwert.

Patienten mit Unverträglichkeitsreaktionen auf Titan sollten sich für ein Keramikimplantat entscheiden.

Allergien auf Titan treten zwar sehr selten auf, jedoch kommt es häufiger zu Entzündungen. Es können langfristig chronische Entzündungen entstehen und auch der Verlust des Implantats ist nicht ausgeschlossen.

Letztendlich sollte die Entscheidung zusammen mit Ihrem Zahnarzt getroffen werden.  

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Was sagen Sie zu diesem Thema?

6 Kommentare

  1. Suzi schreibt am 9. September 2017 um 9:45:

    Was kostet denn im Vergleich das Titan Implantat inklusive Suprakonstruktion (z.B. eine Krone)?

    • David Prestele David Prestele schreibt am 15. September 2017 um 13:16:

      Hallo Suzi,

      danke für dein Interesse.

      Bei einem Titanimplantat kann man im Vergleich von einer Preisspanne zwischen 1700 und 3000 Euro ausgehen.

      Beste Grüße
      David

  2. Ida schreibt am 14. Juni 2018 um 13:59:

    Das Implantat sieht auf der Graphik erst mal etwas angsteinflößend aus. Meine Mutter hat sich das Implantat aus Keramik einsetzen lassen und schilderte, dass sie keinerlei Beschwerden oder Schmerzen hat. Etwas kostspieliger ist es sicherlich, aber anscheinend auch sehr gut.

    • David Prestele David Prestele schreibt am 19. Juni 2018 um 9:20:

      Hi Ida, freut mich, dass deine Mutter zufrieden ist 🙂 Und klar: Qualität kostet natürlich immer etwas mehr.
      Beste Grüße
      David

  3. Josef schreibt am 17. September 2018 um 12:06:

    Meine Freundin will sich ein Zahnimplantat einsetzen lassen. Sie hat aber auch noch zwei Goldkronen im Mund und hat eine Palladiumallergie. Würden Sie zu einem Keramikimplantat raten? Meine Zahnärztin hat mir vor vielen Jahren abgeraten, verschiedene Metalle im Mund einzusetzen.

  4. Helga schreibt am 12. Oktober 2018 um 17:48:

    Danke für ausschöpfende Infos über die Implantanten. Meine Tante verfügt schon über einen Implantanten, aus Keramitk. Der ist nicht zu sehen, gleicht dem natürlichen Zahn, ist in der Pflege ganz leicht. Danke für Tipps.

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