Tipps zur Gartenarbeit: sicher und unfallfrei

Gartenarbeit sicher und unfallfreiIn Deutschland passieren jedes Jahr 200.000 Unfälle bei der Gartenarbeit. Ich selbst lerne erst jetzt, nach meinem Umzug, das Gärtnern richtig kennen. Deshalb habe ich mich gefragt: Wie kann ich mich vor den Gefahren schützen und unfallfrei zum perfekten Garten kommen? 

Ich bin erst im Winter umgezogen und hatte vorher keinen eigenen Garten. Ehrlich gesagt, habe ich auch jetzt noch keinen. Aber zumindest eine größere Fläche im Freien, die mal ein Garten werden soll. Um Geld zu sparen, versuche ich möglichst viel selbst zu gestalten und zu bauen.

Wie kann ich Unfällen bei der Gartenarbeit vorbeugen?

Die hohe Zahl 200.000 hat mich anfangs etwas erschreckt. Um mich möglichst gut vor Unfällen bei der Gartenarbeit zu schützen, habe ich deshalb einige Tipps für ein sicheres und unfallfreies Gärtnern zusammengetragen.

  • Die richtige Kleidung für die Gartenarbeit

Auf die richtige Kleidung kommt es an! Ich habe gemerkt, dass eine gewisse Grundausstattung sehr sinnvoll ist: geschlossene und am besten rutschfeste Schuhe, lange Hose und Handschuhe. Je nachdem, was Sie dann konkret im Garten tun und in welcher Höhe Sie arbeiten, sind natürlich auch weitere Dinge zu empfehlen: ein Helm, eine Schutzbrille oder ein Gehörschutz (zumindest bei lauten und gefährlichen Arbeiten).

Ich empfehle Ihnen, immer ein eng anliegendes Oberteil zu tragen. So vermeiden Sie, dass Sie sich irgendwo einzwicken oder hängen bleiben und Schlimmeres passiert. Und im Sommer gilt ganz besonders der Schutz vor der Sonneneinstrahlung. Denn beim Gärtnern vergeht die Zeit wie im Flug und ein Sonnenbrand ist vorprogrammiert. Cremen Sie sich also ein, tragen Sie lange Kleidung und möglichst auch eine Kopfbedeckung.

  • Ordnung schaffen im Garten

Als Kind ist es mir sogar mehrmals passiert, dass ich in herumliegende Bretter mit Nägeln getreten bin. Meistens wurden diese Nägel durch meine Schuhe aufgehalten. Aber ich kann mich an zwei Situationen erinnern, in denen sie es bis zu meiner Fußsohle geschafft haben. Seitdem weiß ich, Ordnung ist das Wichtigste im Garten!

Herumliegende Gegenstände oder Werkzeuge sind typische Ursachen für einen Unfall. Mittlerweile räume ich nicht mehr alles, was ich im Keller finden kann, raus. Ich mache mir morgens einen Plan, was ich heute erledigen will, und suche mir nur die dafür notwendigen Materialien zusammen.

Das Nervigste ist für mich der Feierabend. Denn ist die Gartenarbeit für den Tag erledigt, geht es ans Aufräumen. Da kommt es einem natürlich zu Gute, wenn man morgens schon mit einem Plan startet. Denn je weniger Sie ausräumen, desto weniger müssen Sie abends wieder aufräumen. Auch das tägliche Reinigen der benutzten Geräte musste ich erst lernen. Langfristig sorgt das jedoch nicht nur für einen sicheren Gebrauch, sondern auch für weniger Ärger, wenn man das verschmutzte Werkzeug am nächsten Tag wieder benutzen möchte.

Tipps Hausbau mit KindUnsere Gastbloggerin Anne hat passend dazu einen nicht ganz ernst gemeinten Artikel über „10 Dinge, die junge Eltern bei der Planung ihres Hauses bedenken sollten“ geschrieben.

  • Geräte und Werkzeug überprüfen und richtig verwenden

Die Geräte und Werkzeuge sollten Sie nicht nur sauber halten, sondern auch regelmäßig auf die Funktionsfähigkeit überprüfen. Geräte, die nicht einwandfrei funktionieren, sollten umgehend repariert oder erneuert werden. Unfallgefahren lauern bei der Gartenarbeit wirklich überall.

Beim Rasenmähen zum Beispiel können Steine und kleinere Gegenstände hoch geschleudert werden und dadurch schnell zu einer Gefahr werden. Suchen Sie deshalb vor dem Mähen den Rasen ab und achten Sie darauf, dass keine Kinder oder Haustiere in direkter Nähe sind. Sollten Sie einen Elektromäher mit Kabel haben: immer auf ein funktionstüchtiges Kabel achten und den Mäher niemals bei Nässe verwenden.

Auch beim Schneiden von Bäumen oder Hecken kommt es immer wieder zu Unfällen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell man versehentlich das Stromkabel mit der Heckenschere durchschneidet. Und bei Arbeiten in der Höhe immer eine Leiter benutzen und diese vor dem Gebrauch genau überprüfen.

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Gefahren im Garten durch Leiter, Chemikalien und Planschbecken

  • Sicherer Stand und Halt

Der Sturz von einer Leiter ist der zweithäufigste Grund für einen Unfall im Garten. Es kommt auf einen sicheren Stand und einen ausreichenden Neigungswinkel der Leiter an. Bleiben Sie beim Arbeiten mit beiden Füßen auf den Sprossen stehen und lassen Sie sich nicht ablenken. Das gilt im Grunde nicht nur in luftiger Höhe, sondern auch bei jeder Tätigkeit am Boden. Je konzentrierter Sie mit Ihrem Werkzeug und elektrischen Geräten umgehen, desto weniger Gefahren lauern bei der Gartenarbeit.

  • Die richtige Arbeitshaltung

Rückenschonendes Arbeiten ist im Garten besonders wichtig. Denn entweder man hebt schweres Material oder man arbeitet viel in gebückter Haltung an seinen Blumen- und Gemüsebeeten. Für ersteres empfiehlt es sich, eine Schubkarre zu nutzen. Halten Sie die Transportmengen niedrig und heben Sie Schweres rückenschonend hoch – also aus den Beinen heraus und mit geradem Rücken.

Hilfreich gegen die gebückte Haltung ist zum Beispiel ein Hochbeet. Denn dann müssen Sie nicht alles in gebückter Haltung an Ihrem Beet bearbeiten, sondern können dies im Stehen erledigen. Achten Sie dabei allerdings darauf, dass das Beet nicht zu hoch ist und auch nur eine doppelte Armlänge an Tiefe besitzt. Alles andere würde wieder zu falschen Bewegungen führen. Dennoch lässt es sich nicht vermeiden, dass man auch am Boden mal etwas bearbeiten muss. Setzen Sie sich dabei nicht direkt auf den Boden, sondern gehen Sie lieber in die Hocke. So schützen Sie den Rücken am Besten.

Insgesamt ist zu empfehlen, dass Sie Ihre Arbeiten im Garten abwechslungsreich gestalten. Mischen Sie die anstrengenden Tätigkeiten mit den leichten und die in gebückter Haltung mit denen im Stehen. Das schützt vor einer einseitigen Be- und Überbelastung.

  • Vergiftungsgefahren

Im eigenen Garten ist die Gefahr vor Vergiftungen nicht zu unterschätzen. Vor allem, wenn sich regelmäßig Kinder dort aufhalten, sollten Sie besonders vorsichtig mit giftigen Pflanzen umgehen. Erkundigen Sie sich beim Kauf von Pflanzen über deren Wirkstoffe (das kann übrigens auch für Allergiker wichtig sein). Zu den häufigsten Giftpflanzen in deutschen Gärten gehören übrigens: Eisenhut, Eibe, Oleander, Maiglöckchen und Alpenveilchen.

Auch bei der Verwendung von Mitteln zur Schädlingsbekämpfung und Dünger sollten Sie Vorkehrungen treffen. Denn diese können gesundheitsschädigende Substanzen enthalten. Sorgen Sie dafür, dass Kinder und Haustiere am besten in der Wohnung oder dem Haus sind. Sie selbst sollten beim Einsatz von Chemikalien immer Atemwege, Haut und Augen ausreichend schützen. Setzen Sie die gesundheitsschädlichen Giftstoffe nur dann ein, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt.

  • Gartenteich, Pool und Planschbecken

Die Gefahr lauert auch im Wasser. Ertrinken können Kleinkinder nämlich nicht nur in einem Gartenteich oder einem Pool. Wenn sie mit dem Gesicht voraus hineinfallen, reicht zum Beispiel schon ein niedriger Wasserstand im Planschbecken aus. Lassen Sie die Kleinen deshalb in der Nähe von Wasser nie alleine. Decken Sie auch Brunnen oder Regentonnen immer sicher ab.

Die wichtigsten Versicherungen für Hobbygärtner

Mit Blick auf die Zahl 200.000 an jährlichen Unfällen bei der Gartenarbeit ist die private Unfallversicherung eine der wichtigsten Absicherungen fürs Gärtnern Zuhause. Denn die gesetzliche Unfallversicherung kommt für Unfälle in der Freizeit nicht auf. Lesen Sie dazu auch den Beitrag meines Kollegen Stefan Krieger: „Unfallversicherung: privat oder gesetzlich?“.

Auch eine private Haftpflichtversicherung kann nicht schaden. Denn fällt zum Beispiel ein Ast auf ein parkendes Auto oder Ihre Leiter kippt und verletzt den Nachbarn, springt die Haftpflichtversicherung ein.

Und falls Sie gerne mal mit dem Nachbarn streiten und sich das nicht immer mit einem Gespräch klären lässt, kann ich Ihnen auch eine private Rechtsschutzversicherung empfehlen. Denn jedes Jahr landen mehr als 500.000 Nachbarschaftsstreitigkeiten vor Gericht. Und dann kann es schnell teuer werden.

Tipps für die GrillpartyLesen Sie auch unsere Tipps für eine gelungene Grillparty: „Was Sie beim Grillen beachten sollten“ 

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