Beileidsbekundung – die richtigen Worte finden

BeileidsbekundungDer Vater einer Nachbarin ist schwer krank und wird, aller Voraussicht nach, nicht mehr allzu lange leben. Ich kenne und mag ihn und empfinde großes Bedauern, wenn ich an sein vorausgehendes Leid und sein nahendes Ende denke. Was mich zusätzlich beschäftigt, ist die Frage, wie ich zum gegebenen Zeitpunkt meiner Nachbarin mein Beileid angemessen ausdrücken kann. Reicht eine eingeworfene Trauerkarte? Ist es aufdringlich, einem Hinterbliebenen auch persönlich zu kondolieren? Was sind die passenden Worte?

Mit der Tabuisierung des Todes wird auch die Etikette für die richtige Beileidsbekundung aus unserem Alltag ausgesperrt. Das wird mir in solchen Momenten bewusst. Keiner bringt uns bei, wie wir angemessen auf den Tod von Freunden, Bekannten, Nachbarn reagieren sollen. Wie wir unser Mitleiden und Mitfühlen mit dem richtigen Maß an Emotion und Distanz ausdrücken können.

Mitgefühl ausdrücken und Unterstützung anbieten

Deshalb mache ich mich, wie so oft, im Netz auf die Suche nach Antworten und werde natürlich fündig. Es gibt diverse Seiten, die viele hilfreiche Tipps bereithalten, und in den meisten Aspekten dieses sensiblen Themas stimmen sie überein:

  • So unbeholfen man sich vorkommen mag – nicht zu kondolieren ist das Schlechteste, was man tun kann. Auf gar keinen Fall sollten Sie den Trauerfall ignorieren, dem Hinterbliebenen gar ausweichen. Seien Sie ehrlich, gehen Sie auf den Trauernden zu und sagen Sie ihm, dass Ihnen die passenden Worte fehlen. Ein „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, es tut mir so leid“, drückt nachvollziehbar die eigene Hilflosigkeit aus. Und darüber hinaus das Mitgefühl, das man empfindet. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden.
  • Eine Beileidskarte ist immer ein guter Weg, seine Anteilnahme mitzuteilen. Ein paar wenige persönliche, handgeschriebene Zeilen können – und hier kommt die richtige Distanz als nicht direkt Betroffener ins Spiel – zusätzlich Hilfe und Unterstützung anbieten. Damit können Sie zum Ausdruck bringen: „Du bist nicht allein, ich bin da, wenn Du mich brauchst“. Denn man kann dem Trauernden für die bevorstehende schwere Zeit ganz praktische Freundschaftsdienste erweisen: die Begleitung bei Behördengängen zum Beispiel, das Rasenmähen oder die Fahrt der Kinder zum Fußballtraining.

Moderne Medien mit Feingefühl einsetzen

Technik und Fortschritt machen auch vor dem Tod nicht Halt. So gibt es heutzutage Online-Gedenkseiten, die für den Verstorbenen eingerichtet werden und einen gemeinsamen virtuellen Ort des Trauerns bieten. Hier können Sie ebenfalls passende Worte an die Hinterbliebenen richten.

Und selbst in sozialen Netzwerken oder per E-Mail ist eine Beileidsbekundung inzwischen möglich. Allerdings – und das ist unbedingt zu beachten – nur dann, wenn die Hinterbliebenen selbst diesen Kommunikationsweg eingeschlagen haben. Wenn Sie also via Facebook über einen Todesfall informiert werden, können Sie dem Angehörigen ebenfalls auf diesem Wege kondolieren.

Beileidsbekundung: Situation des Trauernden respektieren

  • Auf welchem Weg Sie Ihr Beileid nun ausdrücken wollen, wählen Sie Ihren Kommunikationsweg und Ihre Worte unbedingt sorgfältig und persönlich. Wer sich nicht sicher ist, welche Art der Kondolenz die geeignete ist, ist mit der klassischen, selbst geschriebenen Trauerkarte zweifelsohne gut beraten.
  • Wer trauert, befindet sich in einem Ausnahmezustand. Erwarten Sie deshalb keine zügige Antwort auf Ihre Beileidsbekundung. Oft braucht der Betroffene lange Zeit, um über den Verlust des geliebten Menschen zu verkraften. Üben Sie also Nachsicht, wenn Sie lange auf ein Dankeswort warten müssen.
  • Wichtig ist nicht zuletzt, die Wünsche der Angehörigen zu respektieren. Steht beispielsweise in der Traueranzeige, man möge bei der Beisetzung von Beileidsbekundungen Abstand nehmen, ist dies unter allen Umständen zu respektieren. Es gibt auch andere Gelegenheiten für persönliche Worte.

Auf unserer Webseite finden Sie noch mehr Lesenswertes zu dem Thema Beileidsbekundung.

Ans eigene Ende denken

Ein Todesfall im Umfeld führt einem auch immer die eigene Endlichkeit vor Augen. Der finale Atemzug ist nun mal unumgänglich, so gerne man diese Tatsache auch verdrängt. Wer seinen letzten Weg selbstbestimmt gehen und ihn finanziell absichern möchte, ist mit einer Sterbegeldvorsorge gut beraten. Rufen Sie uns bei Fragen dazu auch gerne an unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800/666 9000.

Weitere Informationen rund um das Thema „Tod und Trauern“ finden Sie auch in unserem Themenschwerpunkt

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