Fahrradtypen: Welches Rad passt zu Ihnen?

FahrradtypenIn Deutschland gibt es 72 Millionen Fahrräder. Jeder von Ihnen nutzt seinen Drahtesel dabei anders. In diesem Artikel werfe ich für Sie einen Blick auf sieben verschiedene Fahrradtypen. Olaf Höhne, Fahrrad-Experte von ERGO Direkt, ordnet jeweils die unterschiedlichen Charaktere entsprechenden Modellen zu.

Der NotfallradlerDer Notfallradler
Ich habe zwar ein Fahrrad, das steht aber irgendwo im Keller herum. Alle paar Jahre zwingt mich höchstens mal ein defektes Auto oder ein Freund für eine Biergartentour dazu, das Rad zu nutzen. Meistens finde ich meinen Drahtesel dann hinter irgendwelchen Kisten versteckt und völlig verstaubt.

Das typische Rad des Notfallradlers ist das Mountainbike vom Baumarkt oder dem Fahrradgroßhändler. Günstig gekauft erfüllt es zwar seinen Zweck – mehr aber auch nicht. Das viel zu schwere Fahrrad lässt natürlich auch keine Freude aufkommen. Und wenn es dann mal benutzt wird, dient es als Rechtfertigung: „Ich hab doch gesagt, Radfahren ist doof.“ Das ist spätestens dann richtig, wenn es wieder einen Platten oder irgendeinen anderen typischen Defekt hat.

Der SportlerDer Sportler
Das Fahrrad ist für mich kein einfaches Fortbewegungsmittel, sondern ein Sportgerät. Ich nutze jede noch so kurze Fahrt als Trainingseinheit. Auto, Bus und Bahn brauche ich nicht, denn die paar Kilometer zur Arbeit schaffe ich mit dem Rad viel schneller.

Für die Stadt nutzt der trendige Sportler ein Single-Speeder – denn ein Gang reicht ihm locker aus, schnell an den im Stau stehenden Autos vorbei zu flitzen. Und wenn es dann übers Land geht, muss es natürlich ein Rennrad sein. Da kann der Sportler bzw. die Sportlerin dann mit 30 Stundenkilometer an den Pedelec-Fahrern vorbei ziehen. Das ist gut für die eigene Gesundheit, schont die Umwelt und das gesparte Geld kann für den nächsten Carbon-Renner verwendet werden.

Die Genießer-Typen auf dem Fahrrad

Der BastlerDer Bastler
Ich fahre zwar gerne mit dem Rad, aber bastle noch viel lieber daran. Mir ist nicht wichtig, dass ich weite Strecken mit meinem Fahrrad zurücklegen kann. Natürlich fahre ich gerne mal ein paar Kilometer damit, aber vor allem, um anderen meine neueste Kreation zu zeigen. Ich schraube und bastle gerne an meinem Fahrrad und finde immer wieder neue Möglichkeiten, den Drahtesel aufzupimpen.

Der Bastler hat ein schönes altes Rad mit Stahlrohrrahmen aus den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Dawes, Hercules, Koga Miyata – alle edlen alten Räder werden liebevoll gepflegt, die Chromteile mit Bürste und Politur bearbeitet, sodass das Rad im Sonnenlicht nur so funkelt. Und bei der nächsten Critical Mass wird es dafür viele bewundernde Blicke geben!

Die gemütliche RadlerinDie gemütliche Radlerin
Ich bin nicht ganz so fit, fahre aber gerne mit dem Rad. Vor allem längere Strecken und Steigungen machen mich total fertig. Trotzdem bin ich gerne an der frischen Luft und bewege mich mit dem Fahrrad fort – wenn da nicht diese Anstrengung und der viele Schweiß stören würden.

Ein gemütliches Hollandrad mit tiefem Einstieg – das sieht doch wirklich gut aus. Da kann man dann sowohl in Abendgarderobe, aber auch mit Mantel oder Regencape sanft beschleunigend an den Fußgängern vorbei gleiten. Robust ist es – deshalb braucht man sich um Reparaturen keine allzu großen Sorgen zu machen. Nur die Hügel sind schon mühsam zu nehmen. Aber nach jeder Auffahrt gibt es zum Glück auch eine Abfahrt!

Die vorsichtigen Fahrradtypen


Der SicherheitsfanatikerDer Sicherheitsfanatiker

Ich muss jeden Tag zwei Kilometer mit dem Fahrrad zu Arbeit fahren, habe aber totale Panik im Straßenverkehr. Deshalb brauche ich ein möglichst einfaches, dafür stabiles und sicheres Rad. Und ich will für mich selbst den besten Schutz auf dem Drahtesel.

Das gute alte Trecking-Fahrrad oder gleich ein einfaches Mountainbike – denn da ist es auch nicht so schlimm, wenn man mal einen Bordstein herunter fährt. Am besten noch mit einem guten Pannenschutz – denn in der Stadt liegen ja doch immer wieder mal ein paar Glasscherben herum. Und der Sicherheitsfanatiker fährt auf jeden Fall auch zum Bäcker mit Helm! Es könnten ihm ja sonst die Brötchen auf den Kopf fallen…

Die StylischeDie Stylische
Ich fahre zwar Rad. Aber eigentlich mag ich es nicht so sehr, weil meine Frisur dabei zerstört wird und meine Kleidung verknittert. Ich fühle mich nur manchmal dazu gezwungen, auf das Fahrrad zu steigen, um etwas für meinen Körper zu tun. Oder um schneller durch den täglichen Straßenverkehr zur Arbeit zu kommen.

Hauptsache bequem muss es sein. Das alte Rad von der Mutter reicht völlig aus – denn schnell ist nicht wichtig. Und wenn man sich ein bisschen anstrengt, ist man zumindest genauso schnell wie mit dem Auto. Doch dann ist zumindest das Gesicht etwas zerknittert.

Die UnerschrockeneDie Unerschrockene
Egal ob es regnet oder schneit, ich liebe Radfahren. Ich schwinge mich bei jedem Wetter auf den Sattel. Es ist diese Freiheit, den Wind an meinen Wangen zu spüren und flexibel von A nach B zu kommen. Ich bin in der Stadt überall schneller mit dem Rad als mit dem Auto. Und mit dem Fahrrad bleibe ich immer fit.

Das Fahrrad ist durchschnittlich bereits zehn Jahre alt, sieht schon ein wenig mitgenommen aus, weil es wirklich jeden Tag gefahren wird. Dafür ist aber die Kette super gepflegt – denn so eine quietschende Kette erschreckt die Unerschrockene dann doch. Schutzblech ist ein Muss – ebenso ein extrem gutes Schloss. Denn schrecklich die Vorstellung, das Fahrrad nach dem Kinobesuch von „Bikes vs. Cars“ nicht mehr vorzufinden!

 

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2 Kommentare

  1. Klaus-Peter Hermann schreibt am 31. Mai 2016 um 13:01:

    Als, sagen wir mal etwas „wohlgenärter“ Rentner bevorzuge ich ein Rad mit einem Motörchen. Das hat den Vorteil, dass man nach einer Fahrt nicht gleich nach einer Herz-Lungenmaschine rufen muss. 😆

    • Andreas Morawietz Andreas Morawietz schreibt am 1. Juni 2016 um 11:18:

      Hallo Herr Hermann,
      gegen ein E-Bike oder Pedelec ist ja auch nichts einzuwenden. Auch so kommen Sie an der frischen Luft von A nach B. Da man aber gerade mit dem E-Bike schnell unterwegs ist, sollte man auf den Fahrradhelm nicht verzichten.
      Liebe Grüße
      Andreas Morawietz aus dem Social Media-Team

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