Genügt der Versicherungsschutz bei airbnb, wimdu und 9flats?

Versicherungsschutz bei airbnb, wimdu und 9flatsMehr als 1,5 Millionen Menschen auf der ganzen Welt vermieten ihre Zimmer und Wohnungen privat weiter. Für Mieter ist es eine günstige Alternative zum Hotel. Und Vermieter können sich den einen oder anderen Euro dazu verdienen. Ich selbst habe das auch schon genutzt – allerdings nur als Mieter. Jetzt würde ich selbst gerne meine eigene Wohnung vermieten. Doch wer zahlt eigentlich, wenn der Zwischenmieter einen Schaden verursacht? Ein Blick auf den Versicherungsschutz. 

Über Portale wie airbnb, wimdu und 9flats kann jeder Zimmer, Wohnungen, Villen, Leuchttürme, Boote, Baumhäuser und auch Schlösser für einen gewissen Zeitraum mieten. Ich selbst habe das auch schon genutzt, um günstige Unterkünfte zu bekommen. Jetzt wollte ich auch meine eigene Wohnung zur Vermietung einstellen. Allerdings hat mich die negative Berichterstattung über den Schutz für Vermieter verunsichert. Deshalb habe ich mal recherchiert, auf welchen Versicherungsschutz es ankommt.

Die drei größten Portale zur Vermittlung von privatem Wohnraum sind airbnb, wimdu und 9flats. Insgesamt sind dort mehr als 1,5 Millionen Zimmer im Angebot. Auf den Webseiten können registrierte Nutzer ihre Wohnung zur privaten Vermietung anbieten. In der Regel benötigt man dazu nur ein paar Bilder und Informationen zur Unterkunft – den Preis legt jeder Gastgeber selbst fest. Die Portale finanzieren sich in erster Linie durch eine geringe Gebühr, die von Gast und Gastgeber gemeinsam getragen wird.

Doch es gibt einige Stolperfallen beim Mieten und Vermieten über airbnb, wimdu und 9flats. In diesem Artikel geht es ausschließlich um den Versicherungsschutz. Auf der einen Seite stellt sich die Frage, wer haftet wie und für was, wenn ein Mieter einen Schaden verursacht. Auf der anderen Seite ist es ebenfalls interessant, wie sich der Vermieter vor den Kosten durch Schäden schützen kann.

Versicherungsschutz als Mieter

Wer als Gast in eine vermittelte Wohnung kommt, muss sich nicht um den Versicherungsschutz für den Wohnraum selbst kümmern. Das liegt in der Verantwortung des privaten Vermieters. „Schädigt der Mieter allerdings seinen Vermieter, so ist er diesem gegenüber in der Regel schadenersatzpflichtig. Bei ERGO Direkt zum Beispiel sind Schäden an der Mietwohnung im Grundschutz der privaten Haftpflichtversicherung mit versichert“, erklärt Matthias Schlusche, Experte von ERGO Direkt.

Kommt es während der Zeit der Zwischenmiete zu Schäden durch Feuer, Einbruchdiebstahl, Raub, Leitungswasser oder Strom, sind diese mit der Hausratversicherung des Vermieters abgedeckt. Sollte dabei auch Hausrat des Untermieters zu Schaden kommen, ist dieser darin mitversichert. Der Mieter muss also keine eigene Hausratversicherung abschließen, wenn der private Vermieter ausreichend abgesichert ist.

Natürlich gilt dieser Versicherungsschutz nicht, wenn der Mieter bewusst Schäden in oder an der Wohnung verursacht: wie zum Beispiel Vandalismus oder Diebstahl.

Versicherungsschutz als Vermieter

Alleine in Deutschland passieren jährlich 2,8 Millionen Unfälle in den eigenen vier Wänden. Deshalb ist auch für den Vermieter eine private Haftpflichtversicherung sinnvoll. „Verletzt sich ein Mieter Ihrer Wohnung bei Ihnen, stellt er möglicherweise Schadenersatzansprüche gegen Sie“, erklärt Schlusche.

Wenn der Mieter etwas kaputt macht – kommt in der Regel dessen private Haftpflichtversicherung für den Schaden auf. Und auch nur, wenn die angegebenen Daten in den Portalen korrekt und vollständig sind. Denn sonst wird es schwer, die Person nach der Abreise überhaupt noch zu kontaktieren. Wollen Sie als Vermieter auf Nummer sicher gehen, sollten Sie sich noch vor der Schlüsselübergabe den entsprechenden Vertrag zeigen lassen und mit den Daten des Personalausweises abgleichen.

Hervorzuheben ist dabei allerdings, das airbnb seit dem 22. Oktober 2015 auch in Deutschland eine Haftpflichtversicherung eingeführt hat. Mit dieser sind Sie als Vermieter automatisch und kostenlos bis maximal 700.000 Euro abgedeckt. Versichert sind damit zum Beispiel Schäden, die Ihr Mieter am Eigentum Ihres Nachbarn verursacht. Oder wenn sich Ihr Zwischenmieter in der Wohnung verletzt.

Wie bereits oben erwähnt, gilt Ihre Hausratversicherung als privater Vermieter auch während der vorübergehenden Untermiete. „Allerdings sollte sich der Versicherte bei häufiger Untervermietung mit seinem Versicherer in Verbindung setzen und ihn davon unterrichten“, sagt Schlusche. Sobald Sie als Vermieter Geld für die Untervermietung Ihrer Wohnung bekommen, sollten Sie außerdem vorab mit Ihrem Versicherer sprechen. Denn dann handelt es sich um eine gewerblich vermietete Wohnung. Diese ist in der Regel nicht über die private Hausratversicherung abgesichert.

airbnb, wimdu und 9flats mit eigenem Vermieterschutz

Die Portale zur privaten Vermietung treten rechtlich zwar nur als Vermittler auf. Dennoch stellen sie aufgrund der teilweise negativen Erfahrungen der vergangenen Jahre einen kostenlosen Vermieterschutz zur Verfügung. Allerdings ist in den Bedingungen häufig unklar, was genau unter diese Absicherung fällt. Und vor allem, wie man als Nutzer der Portale sein Recht geltend machen kann. Klar ist, das es nicht als Ersatz für eine eigene Versicherung anzusehen ist.

 WIMDU9flatsairbnb
Unterkünfte350.000200.0001.000.000
Vermieterschutzbis 500.000 Eurobis 500.000 Eurobis 800.000 Euro
Selbstbehaltohne Angaben250 Euroohne Angaben
Haftpflichtversicherungbis 700.000 Euro
Zusammenarbeit mit VersicherernunbekanntZurich VersicherungUnited Specialty Insurance (allerdings nur für die USA)
HauptsitzBerlin, DeutschlandHamburg, DeutschlandKalifornien, USA
Auf dem Markt seit201120112008

Bei wimdu wird auf der Website ein kostenloser Vermieterschutz von bis zu 500.000 Euro beziffert. Auf deren Website sind unter „Wimdu-Versicherung“ allerdings nur allgemeine Informationen zu finden. Keinerlei Erklärung, was genau abgesichert ist. Stattdessen wird der Tipp gegeben, sich durch eine Kaution von den Gästen zu schützen.

Auch bei 9flats wird ein Schutz von bis zu 500.000 Euro angegeben. Allerdings ist in jedem Fall ein Selbstbehalt von 250 Euro fällig. Außerdem sind laut Bedingungen nur „unbeabsichtigte Mietsachschäden“ versichert.

Der größte Vermittler für privaten Wohnraum, airbnb, lobt sogar einen Vermieterschutz (die sogenannte Gastgeber-Garantie) von bis zu 800.000 Euro aus. In den Nutzungsbedingungen wird allerdings ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass dieser Schutz nur in Ausnahmefällen zum Tragen kommt: „Die Gastgeber-Garantie ist keine Versicherung und sollte nicht als Ersatz für eine Hausrat- oder Mieterversicherung betrachtet werden.“ Außerdem sind ausdrücklich folgende Dinge ausgeschlossen von der Gastgeber-Garantie: Bargeld und Sicherheiten, Haustiere, persönliche Haftung, gemeinsame oder geteilte Bereiche. Stutzig macht auch der Satz „airbnb kann seine Zahlung der Leistungen nach seinem alleinigen Ermessen von der Feststellung abhängig machen, dass Verluste von der Versicherungspolice von airbnb abgedeckt sind“.

Fazit zum Versicherungsschutz

Es sind sicherlich nur Einzelfälle und Extrembeispiele, die immer wieder für Wirbel in den Medien sorgen. Sie sollten jedoch vor der privaten Vermietung Ihrer Wohnung über airbnb, wimdu und 9flats Ihre Versicherungen checken und gegebenenfalls mit Ihrem Versicherer sprechen. Denn auf den Vermieterschutz der Portale alleine können Sie sich nicht verlassen. Auch mit Ihrem eigenen Vermieter sollte diese private Untermiete geklärt sein. Nur so vermeiden Sie unnötigen Ärger im Schadensfall.

Wer seine eigene Wohnung privat vermieten möchte, sollte einen Haken hinter die Punkte der folgenden Checkliste machen können:

  • private Haftpflichtversicherung
  • Hausratversicherung
  • Versicherung informieren
  • Vermieter informieren
  • Kaution des Mieters einfordern
  • Personalausweis des Mieters

Übrigens: Wenn Sie airbnb, wimdu und 9flats im Ausland nutzen, denken Sie an eine Auslandskrankenversicherung. Damit sind Sie bis zu acht Wochen versichert.

Weitere Informationen rund um das Thema „So teuer ist das Leben“ finden Sie auch in unserem Themenschwerpunkt auf unserer Website. 

Was sagen Sie zu diesem Thema?

3 Kommentare

  1. Markus schreibt am 22. Oktober 2015 um 9:27:

    Toller Artikel, klasse recherchiert, Konrad!

    • Konrad Welzel Konrad Welzel schreibt am 22. Oktober 2015 um 9:58:

      Vielen Dank Markus. Es ist gerade auch einiges im Umbruch bei den Portalen – mal sehen, wie sich das auf den Schutz für Mieter und Vermieter in den nächsten Monaten auswirkt.

  2. Giasar schreibt am 30. November 2015 um 13:40:

    Der Blog ist interessant. Natürlich benötigt jeder Firma Versicherungsschutz und wir finden den Blog der hier hinterlegt ist gut. Giasar

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