Ferienzeit ist Fotozeit – Fotos archivieren

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub habe ich regelmäßig alle Hände voll zu tun. Die Campingutensilien müssen gereinigt und verstaut werden. Berge an Wäsche gilt es zu bewältigen und natürlich muss die Dokumentation der schönsten Wochen des Jahres bearbeitet werden. Hier ein paar nützliche Tipps, wie ich die angehäuften Informationen bearbeite, auswähle und archiviere.

Dies ist der dritte Beitrag aus der Reihe „Ferienzeit ist Fotozeit“. Mehr über Reisefotografie erfahren Sie unter Tipps zur optimalen (Foto-)Reisevorbereitung und Tipps zur sicheren Kameranutzung im Urlaub.

Kennen Sie das: Beim ersten Sichten der Urlaubsbilder gibt es bereits Diskussionen, wo der abgebildete Strand genau war, welches Gebäude in welcher Stadt stand, auf welcher Wanderung das Panorama abgelichtet wurde? All diese Informationen gut aufzubereiten ist schwierig. Doch mit ein paar einfachen Kniffen lassen sich die zeitraubenden Diskussionen deutlich verringern.

Quittungen von Campingplätzen, Karten und Beschreibungen

Nach jedem Urlaub kommt die gleiche Frage auf: Wie können die Informationen über das Reiseziel am Besten archiviert werden?

1. Ortsangaben in Bildern helfen bei der Rekonstruktion des Urlaubsverlaufs

Aus Gesprächen mit Freunden kenne ich zwei Typen der Urlaubsdokumentation. Der erste Typ schießt seine Urlaubsbilder und erfreut sich später an den Urlaubsimpressionen. Zu den auf den Bildern ersichtlichen Informationen, wie etwa dem Hotelnamen, werden kaum Hinweise gespeichert. Zugegeben, diese Art der Speicherung verlangt wenig Organisation vom Fotografen ab und erspart vor Ort Zeit.

Da ich jedoch gerne auch nach Jahren meine Reisen anhand von Fotos nachvollziehe, gehöre ich eher zu Typ zwei: Er oder sie sammelt fleißig Ortsangaben, Übersichtskarten, Eintrittskarten und Quittungen, um möglichst alle Details vor der finalen Archivierung der Bilder vorrätig zu haben.

Übersichtskarte der Gegend um I´lle Rousse, Korsika

Am einfachsten können Ortsinformationen zu Bildern, in diesem Fall schöne Strände, in einer Übersichtskarte festgehalten werden. So lässt sich später die genaue Position messen und den Bildern als Metadatensatz beifügen.

Neben der Verortung von Bildern ist die Zeitangabe auf Fotos für mich existenziell. In digitalen Bildern ist automatisch die Systemzeit von Handys und Kameras gespeichert. Werden also vor Ort mehrere Geräte verwendet, sollten diese im Vorfeld auf die gleiche Zeit synchronisiert werden.

Vergisst man diese Anpassung, können die Bilder verschiedener Geräte im Nachgang nicht nach der Aufnahmezeit sortiert werden. Falls dieser Fehler einmal eintreten sollte, helfen Tools wie der „Exif Date Changer“, die die EXIF-Daten der mit fehlerhafter Zeit gespeicherten Bilder im Stapel anpassen können.

Beinahe alle aktuellen Smartphones speichern bei Bildern auch den Längen- und Breitengrad in den EXIF-Daten ab. Wird also neben einer Kamera (ohne GPS-Anbindung) auch ein Smartphone verwendet, können die Informationen zum Beispiel mit Geosetter in den Kamerabildern angereichert werden.

Natürlich können Sie die Koordinaten auch aus Karten heraus messen und in die Bilder integrieren. Für diesen Fall markiere ich mir besondere Orte auf Wanderungen direkt in der Karte. Alternativ kann zum Beispiel in Google Earth der jeweilige Punkt herausgesucht werden.

2. Besondere Details festhalten

Für mich stellt sich oft die Frage, wie ich mir dieses neu entdeckte Restaurant oder das hübsche Hotel am Strand, in dem wir leider kein Zimmer mehr bekamen, für den nächsten Besuch merken soll. Deshalb schreibe ich mir solche Zusatzinformationen einfach in Wander- oder sonstigen Umgebungskarten.

Kletterer in der Route symphonie d´automne, Lac de Capitello, Korsika

Um mir die hier abgebildete Kletterroute zu merken, trage ich Namen und Ort im Bild ein. Als Bild-Metadaten kommen hier „symphonie d´automne, Lac de Capitello, Korsika“ zum Einsatz.

Pointe des 7 lacs: Symphonie d'automne - eine Kletterroute auf Korsika

Hier ist die oben im Detail gezeigte Kletterroute in ganzer Länge dargestellt. Um mir zu merken, dass beide Bilder zusammen gehören, verwende ich hier den Bildtitel: „symphonie d’automne zum Point des 7 Lacs, Lac de Capitello, Korsika“.

Habe ich für ein Urlaubsgebiet keine Karte, bleiben mir nur die Fotos, um diese Daten aufzunehmen. In Bilderverwaltungssoftware wie Picasa von Google, ACDSee oder Lightroom von Adobe besteht die Möglichkeit, Keywords oder Bildbeschreibungen beim jeweiligen Bild abzuspeichern. Neben den GPS-Koordinaten kann also beispielsweise der Name des Restaurants und des Ortes mit abgelegt werden.

Dadurch sind diese Informationen vollständig digital verfügbar und können auch nach Jahren ohne große Sucherei als Vorbereitung für den nächsten Besuch am selben Ort wieder verwendet werden.

3. Fotos auswählen und bearbeiten

Wenn nicht schon direkt nach dem Import auf den Computer geschehen, bereinige ich alle Bilder um Ausschuss. Der Großteil aller Fotografen produziert seit dem Aufkommen digitaler Bilder mehr Fotos denn je. Ich nehme mich selbst davon nicht aus, denn das Spielen mit Bildwinkeln, Blendenwahl und Aufnahmedauer macht durchaus Spaß und das Ergebnis ist sofort auf dem Screen der Kamera sichtbar.

Um überhaupt einen besseren Überblick über die verwendbaren Bilder zu bekommen, stelle ich mir vor dem endgültigen Löschen immer ein paar Fragen:

  • Erzählt das Bild eine Geschichte?
  • Gibt es technisch keine besseren Bilder des jeweiligen Sujets?
  • Ist das Bild für die Dokumentation der Reise relevant?

Wenn ich mir alle Fragen mit NEIN beantworten kann, entsorge ich die kompletten Rohdaten des Fotos. Dabei gehe ich durchaus recht grob vor, denn ich formatiere die Datenträger der Kamera erst, wenn die Bearbeitung der Bilder am Computer abgeschlossen ist. So lassen sich die gelöschten Bilder im Bedarfsfall noch einmal herstellen.

Bilder auswählen leicht gemacht

Bei diesem Bild ist der Hintergrund zwar recht neblig und der Grundkontrast zu hoch. Da es aber das einzig scharfe Bild dieser Bergkette ist, bleibt es in der Sammlung.

Mit diesem Vorgehen komme ich innerhalb kürzester Zeit von ca. 400 Bildern eines zweiwöchigen Urlaubs auf unter 100 Bilder. Alle Bildverwaltungsprogramme (siehe oben) ermöglichen heute zumindest eine  eingeschränkte Bearbeitung. Häufig wirken Bilder schon durch eine kleine Änderung der Belichtung, des Kontrasts und der Hervorhebung der Hauptfarbe deutlich besser als vorher. Schon deshalb ist die Nutzung dieser kleinen Helfer sinnvoll. Der WOW-Effekt der Bearbeitung zeigt sich nach meiner Erfahrung übrigens deutlich stärker, wenn als Eingangsformat RAW-Daten anstatt des komprimierten Format JPEG genutzt werden. Zu diesem Unterschied hier ein aufschlussreiches Video:

4. Daten aufbereiten und archivieren

In Zeiten des digitalen Zeitalters mag es seltsam anmuten, Bilder auszudrucken. Allerdings ist es heute sehr einfach, Bilder auf Fotopapier zu drucken. Die Qualität ist selbst bei günstigen Abzügen von der Drogerie in Ordnung. Zudem bilden physische Bilder ein gutes Backup, wenn die Festplatte des eigenen Computers aufgibt oder im schlimmsten Fall nach Einbruch gestohlen wird.

Bei ausgefallenen Festplatten kann über eine Datenrettung zwar der Versuch unternommen werden, diese wiederherzustellen. Leider gelingt dies aber nicht in allen Fällen und die Kosten sind hoch. Wer in diesem Fall eine Hausratversicherung von ERGO Direkt hat, bekommt die Datenrettung unter bestimmten Voraussetzungen bezahlt. Sind Festplatten dagegen unwiederbringlich verloren, können auch die Daten nicht mehr gerettet werden.

Wer seine Bilder eleganter präsentieren möchte, kann seine Bilder als Fotobuch aufbereiten. Die Software der großen Anbieter erlaubt verschiedene Layoutstandards und selbst eigene gestalterische Wünsche lassen sich bei diesen Büchern umsetzen. Gleichzeitig sind alle wichtigen Bilder eines Orts an einem physischen Platz versammelt und gehen nicht verloren.

Dies ist der dritte Beitrag aus der Reihe „Ferienzeit ist Fotozeit“. Mehr über Reisefotografie erfahren Sie unter Tipps zur optimalen (Foto-)Reisevorbereitung und Tipps zur sicheren Kameranutzung im Urlaub.

Ich selbst verteile meine Daten eher auf verschiedene Geräte und Server, um etwas Risikostreuung zu betreiben. Der große Vorteil ist hierbei, dass alle Urlaubsbilder sowohl auf einem Tablet, als auch einem Notebook dauerhaft zur Verfügung stehen. Zusätzlich lagere ich alle zwei bis drei Jahre eine Festplatte mit meinen Daten bei meinen Eltern ein und umgekehrt, damit die über Jahrzehnte gesammelten Bilder, Rezepte, Wegbeschreibungen, E-Mails und Dokumente auch bei Brand und ähnlichem geschützt sind.

Kennen Sie andere Tricks, um schöne Erinnerungen über Fotos zu bewahren, oder wenden Sie andere Strategien zur Reduzierung der Bilderflut an? Über eine Diskussion im Kommentarfeld freue ich mich.

Alles rund um das Thema Sehen in der digitalen Welt lesen Sie in unserem aktuellen Online-Magazin.

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