Facebook für Nerds

Die AllFacebook Conference in München war eine Mischung aus praktischen Beispielen, einer Prise an tatsächlichen News und einem gekonnten Wiederkäuen bekannter Social Media-Strategien.

allfacebook„Was wollen Sie denn hier?“, das war eine der ersten Fragen, die mir entgegen geworfen wurde, als ich in die Halle der AllFacebook Marketing Conference kam. Ein Kollege aus der Tourismusbranche stand mit einem breiten Grinsen vor mir, blickte auf mein Namensschild, auf dem ihm in sehr großen Buchstaben ERGO Direkt entgegen sprang, „für was braucht denn eine Versicherung Social Media?“, fragte er mich mit einem tiefen Runzeln auf der Stirn.

Facebook Like

Bei einer Konferenz, bei der sich 400 Social Media Nerds in München trafen, um einzig und alleine über das Thema Facebook zu philosophieren, treffen ganz unterschiedliche Branchen aufeinander. Eines hatten allerdings alle gemeinsam: Das förmliche Sie wurde direkt an der Garderobe mit der Jacke abgeben und konsequent von allen vermieden. Ich muss zugeben, dass das anfänglich etwas ungewohnt war, aber irgendwie erleichterte es mir das Ansprechen der Experten und Social Media-Kollegen. Dadurch ergab sich sofort ein lockerer Umgang miteinander.

Das beliebteste Fotoobjekt der Konferenz war übrigens nicht etwa ein Scott Woods, der Deutschland-Chef von Facebook, oder Thomas Hutter, Social Media-Experte und Blogger, sondern der überdimensionale Like-Button, der im Foyer durch die Reihen ging. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. 🙂

21 Vorträge rund um Facebook

Schon bei der Hinfahrt im Zug habe ich mir im Veranstaltungsplan ganz genau markiert, welche Vorträge ich hören will. Das war auch notwendig bei so vielen Themen, die zeitgleich in zwei getrennten Sälen besprochen wurden. Für mich hieß das am Ende: Elf ganz unterschiedliche Redner und elf ganz unterschiedliche Inhalte. Das führte zwar zu einigen neue Impulsen, aber auch Kopfschmerzen am Ende des Tages. Denn die eigentliche interessante Arbeit lag für mich in erster Linie nicht in den praxisnahen Vorträgen, sondern in der Vernetzung mit Kollegen zwischen den Terminen.

Der inhaltlich wertvollste Referent war für mich der letzte Termin des Tages zum Thema „Facebook und Recht“. Carsten Ulbricht, Social Media-Rechtsexperte, hat innerhalb von 30 Minuten sämtliche rechtliche Stolperfallen auf Facebook angesprochen und jeweils weiterführende Links dazu geliefert. Zu jedem Komplex hat Ulbricht mehrere Kurzlinks mit ausführlichen und weiterführenden Informationen zusammengetragen. Das Ergebnis ist ein umfangreiches Nachschlagewerk, das ich wohl in den nächsten Wochen noch einige Mal zum Nachblättern in die Hand nehmen werde.

Strategien in Social MediaDie Weisheit des Tages

Die originellste Veranstaltung war für mich der Vortrag von Thomas H. Kaspar von der Ray Sono AG, der über das Thema „Social Experience“ sprach. Auch, wenn inhaltlich am Ende vielleicht nicht all zu viel hängen geblieben ist, Kaspar hat es perfekt verstanden, das Publikum aus dem Vortragsreihen-Schlaf zu wecken und uns zu einfach gut zu unterhalten. Unter anderem sollte jede Person im Raum in einem Vernetzungscheck eine eigene Visitenkarte an den linken Nachbarn weitergegeben. Eine zweite Visitenkarte durfte man an eine Person seiner Wahl vergeben.

Seine Theorie lautete: Person eins kontaktiert man über XING – Person zwei über Facebook. Damit wollte er die Unterschiede der Social Experience und damit auch der sozialen Netzwerke verdeutlichen. Was soll ich sagen, bei mir hatte er Recht. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich das jetzt nur so gemacht habe, weil Kaspar es mir vorher so mit auf den Weg gegeben hatte. Aber ich denke, ohne den Hinweis hätte ich wohl beide Personen über XING angeschrieben.

Die wichtigste Weisheit, die ich am Ende des Tages auch meinem anfangs erwähnten Kollegen aus der Tourismusbranche mitgeben konnte, lautete übrigens: „Facebook ist für Unternehmen in erster Linie kein Vertriebskanal, sondern soll vor allem Mehrwert für (potentielle) Kunden bieten“.

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