ERGO Direkt Medienpreis in Berlin verliehen

Medienpreis Gewinner 2014

Die Gewinner des ERGO Direkt Medienpreises 2014
© ERGO Direkt Versicherungen / Thomas Rosenthal

Mein Abend bei der Preisverleihung in Berlin: Für die Webreportage „Die GPS-Jagd“ wurden kaputte Fernseher mit GPS-Sendern ausgestattet. So konnte der Weg des Elektroschrotts von Hamburg nach Ghana verfolgt werden.

Am 5. Februar 2015 führt mich mein Arbeitsweg nicht wie gewohnt in die Nürnberger Karl-Martell-Straße, sondern in die Berliner Classic Remise. Als ich dort ankomme, wird gerade ein 68er Ford Mustang mit lautem Getöse in Richtung Hebebühne gefahren. Es riecht nach Benzin und Motoröl. Überall stehen blitzblank polierte Oldtimer. Hier und da ein Wagen, der noch auf seine Restaurierung wartet. Mein Ziel ist die Eventhalle. Dort findet heute Abend die Verleihung des ERGO Direkt Medienpreises statt.

„Uns fehlen oft noch die Begriffe, um das Format von innovativen digitalen Projekten zu beschreiben.“

Unsere Jury hatte die Qual der Wahl, aus den fast 100 eingereichten Beiträgen ihre sechs Favoriten auszuwählen. Und diese Arbeiten hatten es wirklich in sich, denn qualitativ haben sie allesamt die Messlatte sehr hoch gelegt. Unser Juror Dirk Bennighoff von Bild.de sieht einen „gewaltigen Sprung in Sachen Innovation gegenüber den vergangenen Jahren“. Dirk von Gehlen, Leiter Social Media/Innovation bei der Süddeutschen Zeitung und Vorjahresgewinner, stellt sogar fest: „Uns fehlen oft noch die Begriffe, um das Format von innovativen digitalen Projekten zu beschreiben.“

Ich bin also sehr gespannt, endlich die Macher hinter den nominierten Beiträgen persönlich kennenzulernen. Gegen sieben Uhr kommen die ersten Gäste. Etwa 50 Personen stehen auf unserer Gästeliste, darunter auch unser Vorstandsvorsitzender Dr. Daniel von Borries und Philipp Schröder, Country Director Germany & Austria von Tesla Motors, den wir mitsamt eines dunkelblauen Tesla Model S als Keynote Speaker eingeladen haben.

„Ein Auto muss eigentlich gar nicht aussehen wie ein Auto.“

Seine Keynote macht mich nachdenklich: „Ein Auto muss eigentlich gar nicht aussehen wie ein Auto. Nur weil wir es so gewohnt sind, sieht ein Tesla aus wie ein Auto.“ Müssen also Innovationen in Bekanntes verpackt werden, damit sie akzeptiert werden und Erfolg haben?

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Der ERGO Direkt Medienpreis © ERGO Direkt Versicherungen / Thomas Rosenthal

Vielleicht haben es unsere sechs Finalisten genau deswegen auf das Siegertreppchen geschafft. Sie alle haben das Medium Online als „Verpackung“ genutzt, doch jeder auf seine eigene innovative Art und Weise.

Kategorie 1: „Innovative digitale Medienformate“

In ihrem Blog „Wortwalz“, das den zweiten Platz in der Kategorie „Innovative digitale Medienformate“ gewonnen hat, geht Jessica Schober zum Beispiel auf die Walz. Soweit das Bekannte. Doch sie ist keine Handwerksgesellin, sondern Journalistin und bietet ihre Arbeit in deutschen Lokalredaktionen an. In ihrem Online-Blog wortwalz.de beschreibt sie ihre Eindrücke und ihre Erfahrungen mit dem Handwerk des Geschichtenschreibens.

Das internationale Online-Magazin „Freunde von Freunden“ hat es in der ersten Kategorie auf den dritten Platz geschafft. Laudator Prof. Konrad Scherfer hält fest: „beeindruckende Bildstrecken, lesenswerte Interviews und fesselnde Texte“. Die Finanzierung durch Produktplatzierungen ist ein Diskussionspunkt auf der Jurysitzung. Doch der transparente und offene Umgang damit, unterstreicht den langfristig innovativen Ansatz von freundevonfreunden.com.

Platz eins der Kategorie „Innovative digitale Medienformate“ geht an „netwars / out of CTRL“. Diese Webdokumentation über einen drohenden Cyberkrieg muss man selbst gesehen und durchgeklickt haben. Ein digitaler Mastermind (gespielt von Nikolai Kinski) führt nicht nur den Zuschauer, sondern auch seinen eigenen Rechner durch fünf spannende Episoden und zeigt auf abwechslungsreiche und packende Weise die Verletzbarkeit moderner Technologien.

Kategorie 2: „Innovative digitale Medienbeiträge“

In der zweiten Kategorie der innovativen digitalen Medienbeiträge hat Handelsblatt Online gleich zwei Preise mit nach Hause nehmen können. Für ihre interaktive Reportage über das Unglück in Fukushima „Wie eine Katastrophe die Welt verbessert“ haben sie nicht nur den dritten Platz in dieser Kategorie belegt, sondern gleichzeitig auch den Publikumspreis gewonnen. Per Online-Voting konnte bis zum 21. Januar 2015 auf ergodirekt-medienpreis.de über alle sechs nominierten Beiträge abgestimmt werden. 30 Prozent der insgesamt 567 Votes gingen dabei an Handelsblatt Online, die das Preisgeld des Publikumspreises an die Opfer der Fukushima-Katastrophe spenden werden.

Ein sehr aktuelles Thema hat es auf den zweiten Platz in dieser Kategorie geschafft. „Das Oktoberfest-Attentat“ des Bayerischen Rundfunks zeigt die Rechercheergebnisse des Journalisten Ulrich Chaussy in einer packenden digitalen Geschichte mit über 30-jähriger Aktenlage. Mit Hilfe des Storytelling-Tools „Linius“ ist hier eine umfangreiche Webdokumentation entstanden, die dem Leser wichtige Informationen in die Hand gibt, damit er sich selbst eine Meinung bilden kann und weiter am Fall des Oktoberfest-Attentats dran bleibt.

Die Erstplatzierten in der zweiten Kategorie – ARTE Future und das Recherche Start-Up „Follow the Money” – haben sich auf ein Experiment mit offenem Ausgang eingelassen. Für ihre Webreportage “Die GPS-Jagd” haben sie kaputte Fernseher mit GPS-Sendern ausgestattet und so den Weg unseres Elektroschrotts von Hamburg bis nach Ghana verfolgen können. Entstanden ist unter schrottfernseher.de eine umfassende Scroll-Doku, die mit Videos, Bilderstrecken und Texten die Spur des Geldes aufnimmt und den Online-Nutzer an dieser Reise hautnah teilhaben lässt.

Es war ein toller Abend in Berlin und ich möchte an dieser Stelle allen Mitwirkenden Danke sagen und den sechs Preisträgern viel Erfolg bei ihren neuen Projekten wünschen. Jessica Schober hat es auf der Verleihung wirklich passend ausgedrückt: „Seien Sie mutig, wagen Sie Neues und probieren Sie Dinge aus.“

 
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