Datendiebstahl im Netz: Wie können wir uns schützen?

Datendiebstahl, Identitätsdiebstahl

Hackerangriffe und Datendiebstahl sind reale Gefahren für Unternehmen und Privatpersonen. In den
letzten Jahren sind durch Cyber-Angriffe deutschlandweit Schäden in Milliardenhöhe entstanden. Wie wir uns schützen können, erzählt Frank Bartenschlager von der SCHUFA Holding AG im Interview.

Herr Bartenschlager, was ist Identitätsdiebstahl und warum kann es jeden treffen?

Beim Identitätsdiebstahl nutzen Kriminelle die persönlichen Daten einer Person, um auf ihren Namen sowie mit ihrer Adresse und gegebenenfalls ihrem Geburtsdatum Geschäfte im Internet abzuschließen. In den meisten Fällen werden mit den geklauten Daten in Internet-Shops Waren auf Rechnung der Opfer bestellt. Damit ist die Voraussetzung für den sogenannten Identitätsmissbrauch erfüllt.

An die Daten einzelner Personen kommen die Täter ganz einfach über das Internet oder Telefonbücher. Und es gibt auch einen regen illegalen Handel mit persönlichen Daten – zum Beispiel über das Darknet.

Dann stammen die Daten in den meisten Fällen aus Hackerangriffen auf Datenbanken von Unternehmen. Oder es handelt sich um geklaute Ausweisdokumente und Bank- und Kreditkarten aus Wohnungseinbrüchen.

Nimmt der Datendiebstahl zu?

Ja! Folgende Zahlen machen das deutlich: Für 2016 stellt die polizeiliche Kriminalstatistik eine Zunahme der Fälle von über 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr fest. Insgesamt sind 82.649 Straftaten im Bereich Cybercrime vermerkt, davon fällt fast ein Viertel unter die Kategorie „Datendiebstahl“ – also Fälle, in denen Daten ausgespäht, abgefangen oder betrügerisch eingesetzt wurden.

Die Dunkelziffer ist laut BKA vermutlich deutlich größer, da nur ein Bruchteil der Straftaten in diesem Bereich überhaupt bekannt bzw. zur Anzeige gebracht wird.

Das Opfer bekommt hiervon in der Regel erst etwas mit, wenn plötzlich Rechnungen oder Mahnungen von ihnen unbekannten Firmen im Briefkasten landen. Der Aufwand, der betrieben werden muss, um den Sachverhalt aufzuklären, ist dann meist groß.

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Was kann ich tun, wenn ich Opfer von Identitätsmissbrauch bin?

Ganz wichtig: erhalten Sie Rechnungen für Waren, die Sie nie bestellt haben, ist das ein erstes Anzeichen für Identitätsbetrug. Dann sollten Sie sich mit den Händlern in Verbindung setzen und den Rechnungen widersprechen.

Machen Sie das nicht und ignorieren die folgenden Mahnschreiben, kann das negativen Einfluss auf Ihre Bonität haben. Auf jeden Fall sollten Sie auch Anzeige bei der Polizei erstatten, so sind Sie offiziell als IDBO – Identitätsbetrugsopfer – registriert.

Wie kann ich Datendiebstahl vorbeugen?

Es ist auf jeden Fall Eigeninitiative erforderlich: Die Innofact-Umfrage im Auftrag der SCHUFA zeigt auch, dass nur jeder Dritte sein Passwort regelmäßig und nach empfohlenen Sicherheitsstandards ändert.

So haben Kriminelle leichtes Spiel an persönliche Daten und an Konto- und Kreditkartennummern zu kommen – um selbst unter falschem Namen online einzukaufen oder sie im Darknet zu verkaufen.

Nutzen Sie ihre Internet-Zugänge umsichtig – gerade mit mobilen Endgeräten: im öffentlichen W-LAN bewegt man sich in einem sehr unsicheren Bereich. Für Hacker ist es ganz einfach, hier an die persönlichen Daten der Nutzer zu kommen.

Ohne Basisschutz, wie aktuelle Sicherheitssoftware und regelmäßige Passwort-Aktualisierungm, sollte man deshalb über Hotspots mit Handy, Tablet oder Notebook gar nicht erst online gehen.

Und schließlich sollten Sie immer überlegen, welche Informationen Sie über sich im Netz veröffentlichen – Adresse und Geburtsdatum können schon kritisch sein.

Was kann ich noch tun?

Es gibt einige Verhaltensregeln, die das Risiko minimieren können, dass die eigenen Daten gestohlen und für kriminelle Zwecke missbraucht werden.

Installieren Sie eine aktuelle Anti-Viren-Software. Halten sie diese durch Updates immer auf dem neuesten Stand! Schützen Sie Ihre Geräte mit einer Firewall! Konfigurieren Sie Ihren Browser so, dass Sie nicht dringend benötigte Plug-Ins und Funktionen deaktivieren! Halten Sie Ihr Betriebssystem und alle installierten Programme auf dem aktuellen Stand, installieren Sie regelmäßig Software-Updates! Installieren Sie nur Programme aus vertrauenswürdigen Quellen auf dem Gerät!

Die SCHUFA bietet Lösungen, die Datendiebstahl und Identitätsmissbrauch vorbeugen.

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